Erwartungen bei der Partnersuche

Das rechte Maß zwischen eigenen Ansprüchen und der Realität wahren. Nicht nur in Online-Foren wird beklagt, dass viele Menschen, die auf Partnersuche sind, völlig überhöhte Erwartungshaltungen an ihren potentiellen Partner haben.

Wie bereits an anderer Stelle beschrieben, sollte der Idealpartner eine Zusammenstellung aller positiven Eigenschaften und Statussymbole sein, wobei vielfach allein der berufliche, finanzielle und soziale Status im Vordergrund stehen. Hierbei wird häufig übersehen, dass die Persönlichkeitseigenschaften des künftigen Partners viel wichtiger sind – aller Reichtum und alles Prestige bleiben wertlos, wenn die Beziehung letzten Endes aufgrund von total unterschiedlichen Lebens-, Moral- und Wertvorstellungen zumindest für einen Partner disharmonisch und unbefriedigend ist.

Der eigene Perfektionsanspruch

Gleichzeitig ist in diesem Zusammenhang die Frage nach der eigenen Perfektion zu stellen. Jeder Mensch hat seine Charakterschwächen und Schönheitsfehler, so dass man diese auch ohne Weiteres dem potentiellen Partner zugestehen sollte. Überdurchschnittlich häufig ist jedoch zu beobachten, dass gerade Personen, die kaum normalen, alltäglichen Ansprüchen genügen, was (Herzens-)Bildung, sozialen Status, Aussehen und Kleidung betrifft, an den Mann bzw. die Frau ihrer Träume überzogene, teilweise unrealistische Erwartungen stellen. Frauen wünschen sich vielfach einen gut verdienenden Vorstandsvorsitzenden eines renommierten Großkonzerns, der sich vielfältig in Charity-Projekten engagiert, Nichtraucher ist, ein schickes Haus und ein tolles Auto besitzt und der trotz seines Postens und seines sozialen Engagements noch so geregelte Arbeitszeiten hat, dass ihm immer noch mehr als genug Zeit für die Familie bleibt. Am besten sollte derjenige zudem noch über das gute Aussehen eines – je nach Gusto – George Clooney, Brad Pitt oder Richard Gere verfügen. Manche Männer hingegen träumen von einer blonden Sexbombe, die dem vermeintlichen Figurideal 90 – 60 – 90 entspricht und für die sie unter Umständen noch von ihren Kumpels beneidet werden.

Der Stellenwert von Äußerlichkeiten und Status

Abgesehen davon, dass es sich hierbei um reine Äußerlichkeiten handelt, die noch nicht zwingend etwas über die Persönlichkeit des Menschen aussagen, sind total überzogene Erwartungshaltungen erkennbar. Selbst der vermeintlich schönste Mensch der Welt hat irgendeinen kleinen Fehler wie beispielsweise einen Silberblick, einen schief stehenden Eckzahn, Cellulite, breite Hüften u. ä. In Bezug auf den vielfach geforderten Status stellt sich die Praktikabilitätsfrage. Wie soll ein gut verdienender, vielbeschäftigter Vorstandsvorsitzender es einrichten, neben seinem verantwortungsvollen Posten und seinem sozialen Engagement auch noch einen reinen Nine-to-five-Job auszuüben, um deshalb genug Zeit mit der Familie verbringen zu können?

Mit einer derart überzogenen, nicht an der Realität orientierten Erwartungshaltung an den potentiellen Partner gestaltet sich die Suche nach dem passenden Deckelchen besonders schwierig. Hinzu kommt, dass den äußeren Wertenhäufig ein viel zu hoher Stellenwert beigemessen wird. Was nützt es, wenn ein Mann von seinen Freunden und Bekannten um seine Frau beneidet wird, weil sie rein äußerlich ein Model sein könnte, er sich aber abends, wenn die beiden unter sich sind, nicht vernünftig mit ihr unterhalten kann? Ist es befriedigend für eine Frau, zwar in einem schicken Sportwagen auf dem Beifahrersitz zu thronen, aber mit dem Mann am Steuer kein interessantes Gespräch führen zu können, weil die Interessenlagen im Prinzip viel zu unterschiedlich sind?

Die Ansprüche jedoch auch nicht zu weit herunter schrauben

Es ist normal und verständlich, dass sich jeder einen Partner wünscht, mit dem er eine glückliche, harmonische Beziehung führen kann. Abgesehen von dem einen Extrem, dass die Erwartungshaltungen an den potentiellen Partner zu hoch sind bzw. sich hauptsächlich an Äußerlichkeiten und Statussymbolen orientieren, gibt es jedoch auch sehr häufig den Fall, dass gerade weibliche Singles ihre Ansprüche zu weit herunter schrauben, um nicht als „alte Jungfer“, „anspruchsvolle Zicke“ u. ä. zu gelten. Vielfach nehmen diese Frauen dann auch gravierende charakterliche Defizite (Alkoholismus, Untreue, Unzuverlässigkeit, Neigung zu körperlicher Gewalt bei (Beziehungs-)Stress usw.) des Partners in Kauf oder lassen sich in den Status der Geliebten eines verheirateten Mannes hineindrängen, nur um nicht allein zu sein und/oder als Zicke zu gelten. Es ist jedoch in der Folge wenig befriedigend, eine Beziehung einzugehen, von der man unter Umständen von vorneherein weiß, dass sie aus einem der vorgenannten Gründe zum Scheitern verurteilt ist. An dieser Stelle greift der Spruch „Lieber allein und glücklich als zu zweit und unglücklich“.

Auch wenn der potentielle Partner wie jeder andere Mensch Fehler und Schwächen hat, sollten gewisse Voraussetzungen gegeben sein, da ein fauler Kompromiss auf die Dauer nicht befriedigend ist, was für alle Arten von zwischenmenschlichen Beziehungen gilt. Die Hoffnung, dass sich der Andere schon ändern wird, wenn man erst einmal mit ihm zusammen oder gar verheiratet ist, ist als trügerisch zu werten.

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