Wie funktioniert ein Kuss

Einer der schönsten Nebensächlichkeiten der Welt ist ein Tag gewidmet: Der 6. Juli ist der jährliche Internationale Tag des Kusses oder Der Welt-Kuss-Tag.

In vielen Kulturen gilt der Kuss als Ausdruck der Liebe, Freundschaft und Ehrerbietung oder Begrüßungsritual. Die ganz spezifische jeweilige Bedeutung – vor allem von Küssen in der Öffentlichkeit – ist aber unterschiedlich. Dennoch kann man davon ausgehen, dass alle Menschen auf der Welt gerne küssen; der Kuss ist eine weltumspannende Sprache.

Verhaltensforscher beschreiben den Kuss als ritualisierte Fütterung – angelehnt an die Verbindung zwischen Mutter und Kind. Eine Geste der Fürsorge, Nähe und Liebe. Auch beim Kuss zwischen erwachsenen Menschen ist von dieser Grundlage auszugehen – und von der damit verbundenen angenehmen Erfahrung.

Gesundheitliche Kuss-Fakten

Küssen hält gesund – das ist nicht nur eine Ausrede, um mehr zu küssen, sondern ist wissenschaftlich bewiesen. Da wir bis zu unserem 70. Lebensjahr durchschnittlich 76 Tage und annähernd 8 Stunden mit Küssen verbringen, sind wir also ganz gut gewappnet.

Beim Küssen werden Adrenalin und Serotonin ausgeschüttet – die Fitmacher und Glückslieferanten. Sie erhöhen unseren Pulsschlag, kurbeln unseren Kreislauf an, den Stoffwechsel ebenso und verbessern unsere Durchblutung.

Bei einem Kuss werden rund 34 Gesichtsmuskeln beansprucht: Die Gesichtshaut wird dabei entsprechend durchblutet, so dass sie frisch und jung wirkt. Außerdem ist schon ein 10-minütiges Kusstraining so effektiv wie ein 100-Meter-Lauf, da hierbei über 60 Kalorien verbrannt werden. Daher kommt es wohl auch, dass man sagt, dass Vielküsser bis zu fünf Jahre länger leben können.

Küssen stärkt unser Immunsystem: Durch den Speichel tauschen wir natürlich auch Viren und Bakterien aus. So kann unser Organismus Antikörper gegen fremde Mikroben bilden und dadurch Krankheiten vorbeugen.

Das Kuss-Gefühl

Nicht nur unserer Gesundheit nutzt das Küssen, auch stellt es eine sehr persönliche Bindung zwischen den Küssenden her: Ähnlich wie beim Sex, nur in geringerer Dosis, wird beim Küssen das Hormon Oxytocin freigesetzt, das großen Einfluss auf die Paarbindung nimmt. Wenn zwei Menschen sich küssen, gehen sie also rein biologisch schon eine Bindung ein. Genau dieses Sich-Verbinden macht uns glücklich. Wenn die Chemie denn stimmt.

Unsere Veranlagung zum Eingehen von Bindungen – zum Arterhalt, also zur Förderung von Nachwuchs – greift auch beim Küssen: Wir können heute davon ausgehen, dass die Menschen sich bei einem Kuss gegenseitig prüfen, ob sie genetisch füreinander geeignet sind. Der Geschmack des Speichels gibt Auskunft darüber, ob die beiden Immunsysteme miteinander harmonieren. Allerdings ist dies natürlich nur eines der verschiedensten Merkmale, die wir unbewusst oder bewusst bei der Partnerwahl überprüfen. Weitere Informationen bekommen wir über die Bewegungsmuster des Anderen, und vor allem auch über den Körpergeruch.

Kuss-Rekorde

Es gibt Kuss-Rekorde in vielen Ausformungen:

Der aktuell längste andauernde Kuss der Welt (Dauerkuss) fand vom 13. Februar bis 14. Februar 2011 in Thailand zwischen Ekkachai und Laksana Tiranarat statt und dauerte 46 Stunden, 24 Minuten und 9 Sekunden.

Ansonsten gibt es beispielsweise Weltrekorde in den Kategorien: „Küssen in 10 Kilometern Höhe“, „Simultanküssen“, „längster Filmkuss“, „erster Filmkuss“ und viele weitere.

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