Formen von Suchtverhalten

Zugegeben, irgendeine lästige Angewohnheit haben wir doch alle, doch ab wann wird nun von einer Sucht gesprochen?

Heutzutage haben Sucht und Abhängigkeit im alltäglichen Gebrauch beinahe dieselbe Bedeutung. Wobei Abhängigkeit mehr die medizinische Seite beschreibt, während Sucht auch alle seelischen und sozialen Folgen beinhaltet.

Ab wann wird von Sucht gesprochen

Im Allgemeinen gilt Sucht als eine krankhafte, zwanghafte Abhängigkeit von Stoffen oder Verhaltensweisen. Wer süchtig ist, ist nicht mehr frei. Ständig wird er von einem unbezwingbaren Verlangen oder Bedürfnis beherrscht um bestimmte Gefühle und Stimmungen herbeizuführen oder aber zu vermeiden. Ein Zwang entsteht, die Sucht mit allen Mitteln weiterzuführen.

Um den gewünschten Zustand zu erreichen wird häufig nach einem gewissen Zeitraum die Dosis erhöht oder auf ein anderes Suchtmittel umgestiegen. Die Sucht gewinnt so immer mehr an Bedeutung, wodurch sowohl die Gesundheit, wie auch das soziale Umfeld des Betroffenen beeinträchtigt werden.

Sucht ist ein prozesshaftes Geschehen, welches von einem harmlosen, unmerklichen und schleichenden Beginn, langsam unter Umständen bis hin zum Tod führen kann. Begleitet ist dieser Prozess vom Aufgeben und vom Verlust der persönlichen Identität, der sozialen Beziehungen, der individuellen Lebensplanung und der körperlichen Gesundheit.

Auch Verhaltensweisen können zu einer Sucht werden

Noch vor wenigen Jahrzehnten glaubte man den Begriff Sucht auf die stoffgebundene Abhängigkeit beschränken zu können. Doch immer mehr Ärzte, Psychologen und Sozialwissenschaftler sind heute der Auffassung, dass Sucht nicht immer Drogenabhängigkeit bedeutet. Es gibt auch die sogenannte „Sucht ohne Drogen“. Jedes Ding kann Droge sein und süchtig machen, jede menschliche Tätigkeit in eine Sucht entarten.

Überraschend ist auch, dass viele Suchtstoffkonsumenten trotz jahrelangem Gebrauch gar nicht süchtig werden, man spricht hier von einem „kontrollierten Konsum“. Während andererseits die typischen Merkmale des Suchtverhaltens immer häufiger ausserhalb der Drogenszene zu finden sind. Entscheidend ist nicht die Substanz, an welche sich das Begehren heftet, sondern vielmehr die Art, in der jemand sein Gemütszustand auf ein einziges Mittel konzentriert. So wird während der Einnahme des Suchtstoffes das Verlangen danach beständig stärker und dringt immer mehr in den Vordergrund, bis es schliesslich den Vorrang hat gegenüber anderen Verhaltensweisen, die früher höher bewertet wurden. Auch führt es zum Bedürfnis die Sucht unter allen Umständen weiter zu führen.

Arten von Sucht

Stoffgebundene Sucht: Zum einen gibt es verschiedene Stoffe (pflanzliche und synthetische), welche zu einer Stoffgebundenen Abhängigkeit führen können. Dies geschieht meist sowohl körperlich, als auch seelisch. Dies ist die bekannteste Form von Sucht und ist in der Öffentlichkeit am weitesten vertreten. Bei den Zahlen stehen Alkohol und Nikotin an vorderster Stelle, gefolgt von Medikamenten und illegalen Drogen.

Suchtartige Verhaltensweisen und Zwänge: Neben der stoffgebundenen Sucht gibt es auch Verhaltensweisen oder Zwänge, die sich zumindest suchtähnlich entwickeln können, wie etwa die Ess-, Arbeits- oder Glücksspielsucht. Der Betroffene ist immer psychisch, manchmal aber auch physisch abhängig. Gerade in der heutigen Zeit wird diese Form von Sucht immer verbreiteter.

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