Gedächtnistraining – mit einfachen Methoden fit im Kopf bleiben 

Gedächtnistraining, Bewegung & soziale Kontakte helfen das Gehirn intakt zu halten. Einige einfache Methoden, wie man das Gedächtnis trainieren kann.

Die Brille liegt im Kühlschrank, der Wohnungsschlüssel wird im Wäschekorb gefunden und mit wem man gerade telefonieren wollte, daran kann man sich trotz angestrengtem Nachdenken nicht mehr erinnern. Es kann sich nun die Frage stellen, ob man vielleicht nur leicht vergesslich ist oder bereits an Alzheimer leidet. Mit einigen einfachen Methoden ist es möglich, dem Gedächtnis wieder auf die Sprünge zu helfen

Gehirn auch im Alter sehr flexibel

Es ist noch nicht lange her, als die Wissenschaftler dachten, dass die nachlassende Leistung des Gehirns altersbedingt sei, weil im Alter das Gehirnvolumen abnimmt. Heute weiß man, dass für Konzentrations- und Gedächtnisprobleme nicht allein Abbauprozesse maßgeblich sind. Vielmehr hat das Gehirn im Alter – mit seinen über 100 Milliarden Nervenzellen – immer mehr Probleme, auf die vielen Informationen zuzugreifen, die im Laufe eines langen Lebens dort gespeichert werden. Das heißt, dass gewünschte Informationen nicht so rasch gefunden werden können. Das Gehirn ist dennoch auch im Alter weiterhin enorm anpassungsfähig. Denn alle neuen Sinneseindrücke und alle neuen Erfahrungen aktivieren die Nervenzellen oder stellen neue Netzwerke zwischen ihnen her. Werden alte Verbindungen der Nervenzellen abgebaut, sucht sich das Gehirn neue Wege. Dieser Vorgang wird „Neuroplastizität“ genannt.

Routine Gift für Fitness des Gehirns

Für die Fitness des Gehirns ist Abwechslung sehr wohltuend, Routine aber schädlich. Man ist beispielsweise daran gewöhnt, beim Putzen der Zähne die Bürste immer in derselben Hand zu halten, am Esstisch immer auf demselben Stuhl zu sitzen oder sich nach der Arbeit vom Fernseher berieseln zu lassen. Doch wenn man überwiegend bereits bekannte Inhalte abruft, werden die Gehirnfunktionen langsamer und das Gehirn baut schneller ab. Auf die Konzentration, das Finden von Wörtern und die Erinnerung kann man sich nur verlassen, wenn sie regelmäßig trainiert werden. Dadurch senkt sich auch das Risiko an Demenz zu erkranken. Verschiedene Studien belegen, dass Personen mit einer großen „kognitiven Reserve“ ein um 46 Prozent geringeres Risiko haben, an Demenz oder Alzheimer zu erkranken. Als „kognitive Reserve“ benennen Neurologen das geistige Potenzial, das ein Mensch sich im Laufe seines Lebens erarbeitet hat. Im mittleren Lebensalter wird diese Reserve fast gar nicht ausgeschöpft, doch im Alter greifen die Menschen darauf zurück.

Mit einfachen Herausforderungen Gedächtnis trainieren

Bereits mit einigen ganz einfachen Herausforderungen kann man das Gedächtnis im Alltag trainieren. Man kann zum Beispiel versuchen, sich alle Sachen zu merken, die man einkaufen möchte, statt eine Einkaufsliste zu schreiben. Dabei wiederholt man laut die zu kaufenden Dinge und versucht dabei, sich diese bildlich im Gedächtnis zu behalten. Mit dieser Methode wird die Information stärker verankert. Häufiges Kopfrechnen oder Musizieren erhöhen ebenfalls die Aktivität zwischen den Nervenzellen. Daher ist es für das Erlernen eines Musikinstruments nie zu spät. Eine ähnliche Wirkung haben auch gute soziale Kontakte. Freundschaften pflegen, um sich auszutauschen und miteinander zu lachen, stimuliert ebenfalls die Gehirnaktivität auf ganz natürliche Weise.

Sport regt grauen Zellen an

Wer regelmäßig Sport treibt, der verbessert dadurch die Durchblutung aller Organe und somit die Zufuhr von Sauerstoff und Nährstoffen. Außerdem aktiviert es die Produktion bestimmter Proteine (Eiweiß), die Nervenzellen wachsen lassen, was dazu führt, dass sie sich stärker miteinander vernetzen. Daher sind ältere Menschen gut beraten, wenn sie sich so lange wie möglich sportlich betätigen. Dreimal wöchentlich 45 Minuten sollen laut einem Forschungsprojekt der Uni Bremen über „bewegtes Alter“ bereits reichen, wenn man zum Beispiel flott spazieren geht und dabei leicht außer Atem gerät.

Richtige Ernährung macht fit im Kopf

Die richtige Nahrung wirkt sich ebenfalls auf die Leistung des Gehirns aus. Wer täglich gesund isst, genügend reines Wasser trinkt und den Organismus mit ausreichend Energie und Nährstoffen versorgt, bleibt fit im Kopf. Beispielsweise liefern pflanzliche Lebensmittel wie Nüsse, Lein-, Walnuss- und Rapsöl gesunde Omega-3-Fettsäuren. Auch steuern sie Gamma-Linolensäure als Nervennahrung bei. Die Mineralstoffe Zink und Magnesium, enthalten in Obst, Gemüse und Nüssen, sowie die Vitamine B1 und B6, enthalten in Weizenkeimen, Gemüse und Vollkornprodukten sind genauso unentbehrlich für eine richtige Funktion der Nervenzellen.

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