Gefahren von Anti-Aging-Mitteln

Viele der Mittel gegen das Altern bergen Risiken. Der Markt mit sogenannten Nahrungsergänzungsmitteln boomt. Nicht alles was angepriesen und verkauft wird, ist nützlich. Manche Mittel können sogar schädlich sein

Die meisten Menschen möchten gerne alt werden, aber dabei gesund bleiben und sich nicht alt fühlen. Tatsächlich sind die heute 70-Jährigen deutlich gesünder und leistungsfähiger als es noch ihre Großeltern waren. Das dürfte aber kaum auf die gerade im Internet oft angepriesenen Nahrungsergänzungsmittel zurückzuführen sein.

Anti-Aging als lukrativer Markt

Allein in Deutschland dürfte mittlerweile die Grenze zu einer Milliarde Umsatz für Vitamine und ähnliches überschritten sein. Es werden große Summen in die Werbung für immer neue Wundermittel gesteckt und es ist erstaunlich, wie unkritisch sich viele Verbraucherinnen und Verbraucher Produkte über den Versandhandel per Internet zuschicken lassen und konsumieren. Soweit diese Produkte lediglich nicht den Nutzen bringen, den sie versprechen bzw. deren Nutzen nicht wissenschaftlich erwiesen ist, mag das noch in Ordnung sein. Es werden aber teilweise Risiken, die sich – insbesondere bei dauerhafter Einnahme ergeben können – verschwiegen.

Risiken – Beispiel Beta-Carotin

Eine Studie zur Untersuchung der Auswirkungen von Beta-Carotin bei Rauchern wurde in den 1990er Jahren abgebrochen, als sich abzeichnete, dass sich die Sterblichkeit der Beta-Carotin-Nutzer gegenüber der Placebo-Gruppe erhöhte, anstatt sich, wie erhofft, zu verringern.

Risiken – Beispiel Selen

In hohen Dosen kann man sich mit Selen vergiften. In niedrigeren Dosen steht es im Verdacht bei Dauergebrauch Diabetes auszulösen.

Wenn schon, dann aus vertrauenswürdiger Quelle

Wenn man nun schon meint, seinem Körper mit Nahrungsergänzungsmitteln etwas Gutes tun zu müssen, dann sollten diese Mittel aus vertrauenswürdigen Quellen stammen. Ein gesundes Misstrauen ist bei unbekannten auffallend preiswerten Angeboten sicher angebracht.

Aber ich möchte doch etwas gegen das Altern tun

Es ist so einfach und kostet kein Geld. Das Beste, was man gegen das Altern tun kann, ist, die schädlichen Dinge bleiben zu lassen. Das klingt so banal, wie es ist und eigentlich weiß das auch beinahe jeder:

  • nicht Rauchen
  • nicht Trinken
  • kein Übergewicht ansammeln

Sicher gibt es Studien, die im Hinblick auf Weinkonsum von lebensverlängernden Effekten berichten. Alkohol ist aber ein Zellgift und ob die Ergebnisse tatsächlich auf den Weinkonsum zurückzuführen sind, ist auch zweifelhaft. Weintrinker haben zum Beispiel häufig eine gelassenere und optimistischere Lebenseinstellung. Das hat auch Einflüsse auf die Lebenserwartung. Sicher enthält der Wein auch sekundäre Pflanzenstoffe, denen man positive Wirkungen zuschreibt. Diese Pflanzenstoffe nimmt man aber auch mit Gemüsesaft zu sich, ohne dass man gleichzeitig den Körper mit dem Zellgift Alkohol versorgt.

Bewegung

Die Mehrzahl der sogenannten Zivilisationskrankheiten lassen sich nicht auf einen Mangel an Vitaminen oder Spurenelementen zurückführen, sondern auf ein Zuviel an Tabak, Alkohol, Zucker und Fett bei gleichzeitig zu wenig Bewegung.

Hier kann man etwas gegen das Alter tun. Das Schöne dabei ist, dass keine dieser Anti-Aging-Maßnahmen Geld kostet. Im Gegenteil: Man spart noch dabei.

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