Gesund fliegen

Fit und entspannt auf Flügen. Fliegen, vor allem über lange Strecken, belastet den Körper. Gewusst wie, kommen Sie jedoch gesund und fit über die Wolken und an Ihr Flugziel.

Voller Vorfreude steigt man in den Flieger, der einen an das ersehnte Reiseziel bringen soll. Doch vor dem Urlaubsgenuss ist noch einmal Stress angesagt. Denn Fliegen – zumal über längere Strecken – schlaucht. Das stundenlange und beengte Sitzen ist vor allem für die Venen in den Beinen eine Tortur. Darüber hinaus machen Klimaanlage, geringe Luftfeuchtigkeit und Druckschwankungen zu schaffen. Endlich angekommen fühlt man sich dann nicht selten wie gerädert: Rücken und Beine sind steif, die Füße dick und angeschwollen, die Nase verstopft und die Ohren zu.

Damit Sie gut ans Ziel kommen, können Sie hoch über den Wolken, wie auch vor dem Start und nach der Landung einiges tun. Was genau, lesen Sie hier.

Wohlfühlen vom Start bis zur Landung

Trinken Sie viel, mehr noch als auf dem Boden. Gut sind Säfte, besonders Tomatensaft, und Mineralwasser.

  • Auf alkoholische Getränke sollten Sie besser verzichten. Zum einen wirkt Alkohol wegen des anderen Drucks über den Wolken wesentlich stärker, zum anderen belastet er den Kreislauf zusätzlich.
  • Tragen Sie weite und bequeme Kleidung, die Sie nicht beengt oder spannt. Auch die Schuhe sollten nicht eng sein und Sie nirgends einschnüren.
  • Achten Sie darauf, sich warm genug anzuziehen; halten Sie auch einen Pulli oder einen warmen Schal im Handgepäck bereit. Denn die Klimaanlage im Flugzeug kühlt mitunter mehr als einem angenehm ist.
  • Die trockene Luft im Flugzeug führt leicht zu Reizungen der Augen. Deshalb sollten Sie als Kontaktlinsenträger auch besser Ihre Brille aufsetzen.
  • Stehen Sie regelmäßig auf und gehen in den Gängen auf und ab. Das hält den Kreislauf in Schwung und beugt Thrombosen vor.

Locker über die Wolken

Ein wenig Gymnastik hält nicht nur beweglich und regt die Durchblutung an – sie verkürzt gefühlt auch die Reisezeit.

  • Wadenpumpe: Beide Füße flach auf den Boden stellen und dann abwechselnd Zehen und Ferse anheben.
  • Zehenkralle: Die Zehen beider Füße zusammen krallen und dann wieder locker lassen.
  • Füße kreisen: Die Füße abwechselnd anheben und dann kreisen lassen.
  • Knieentspannung: Das rechte und das linke Knie abwechselnd Richtung Kinn ziehen. Danach die Unterschenkel abwechselnd vor- und zurückklappen.
  • Brust dehnen: Füße flach aufstellen, gerade sitzen; die Handinnenseiten vor der Brust gegeneinander legen, dabei die Ellenbogen zur Seite strecken. Dann jeweils beim Einatmen die Hände fest zusammendrücken und beim langsamen Ausatmen wieder nachlassen.
  • Halswirbel lockern: Abwechselnd Kopf nach rechts und links drehen, dann das Kinn Richtung Brust drücken. Nun den Kopf jeweils rechts und links vorsichtig Richtung Schultern abknicken, dann wieder nach vorne neigen.

Economy-Class-Thrombose

Schon mal gehört? Ist inzwischen ein fester Begriff unter Medizinern und steht für Thrombosen – Blutgerinnsel – in den Beinen auf Grund des langen Sitzens in den engen Sitzreihen. So gesehen nicht ganz korrekt, denn auch in der Business- oder First-Class sind die Passagiere nicht dagegen gefeit.

Was zu den gefährlichen Blutgerinnseln führt, ist ein behinderter Rückfluss des Blutes aus Beinvenen zum Herzen. Löst sich ein solches Gerinnsel in den Venen, kann das lebensbedrohliche Folgen wie Lungenembolien, Herzinfarkte oder Schlaganfälle haben. Besonders gefährdet für Thrombosen sind ältere Menschen, Übergewichtige, Raucher und Schwangere.

Das Risiko, eine Thrombose zu erleiden, können Sie mit Stütz- oder Kompressionsstrümpfen senken. Diese speziellen Strümpfe üben einen Druck auf die Unterschenkel aus, der nach unten stufenlos abnimmt. Damit regen sie die Blutzirkulation an und erleichtern den Venen ihre Arbeit. Zudem wirken sie dem Anschwellen der Füße und Unterschenkel entgegen. Die Strümpfe werden bereits vor dem Reiseantritt angezogen.

Ready to take off?

Über den Wolken ist nicht nur die Freiheit grenzenlos. Auch die gesundheitlichen Risiken sind weit gefächert. Deshalb: Wer ist wann flugtauglich?

Grundsätzlich sollten Menschen mit Erkrankungen der Atemwege und Lunge, Herz-Kreislauf-Krankheiten sowie alle, die an chronischen Erkrankungen leiden, unbedingt vor einer Flugreise ihren Arzt konsultieren und mit diesem über mögliche Risiken sprechen. Nach Operationen und akuten Erkrankungen lautet die Faustregel: Wer wenige Wochen vor einem Flug akut erkrankt war oder einen operativen Eingriff hatte, sollte sich vom Arzt untersuchen und ebenso über mögliche Risiken aufklären lassen.

Mit einer komplikationslosen Schwangerschaft kann ohne Bedenken bis zum siebten Monat geflogen werden. Bei einer Neigung zu Abort und Frühgeburt ist von einem Flug hingegen abzusehen. Im achten Monat muss eine ärztliche Unbedenklichkeitsbescheinigung vorgelegt werden. Erst im neunten Schwangerschaftsmonat dürfen werdende Mütter nicht mehr fliegen.

Bei der Einnahme von Medikamenten, wie etwa der Anti-Baby-Pille, muss auf die Zeitverschiebung geachtet werden.

Ohne Jetlag fit am Ziel

Endlich im Hotel angekommen und den Koffer ausgepackt, überfällt Sie der Jetlag. Was hinter Schlafstörungen, Erschöpfung und womöglich noch Übelkeit steckt, ist unsere innere Uhr. Sie tickt langsamer als wir fliegen – kann sich nur nach und nach auf den neuen Tag-Nacht-Rhythmus umstellen. Das bekommen Sie zu spüren. Wie sehr, können Sie allerdings steuern. Zwar lässt sich die Zeitumstellung nicht verhindern, Sie können sich aber darauf vorbereiten.

  • Gewöhnen Sie den Körper schon einige Tage vor Abflug an die neue Zeitzone: Vor Flügen nach Osten gehen Sie früher als üblich ins Bett, umgekehrt bleiben Sie vor Flügen nach Westen länger auf.
  • Stellen Sie schon im Flugzeug Ihre Armbanduhr auf die neue Ortszeit um und orientieren Sie sich mit den Mahlzeiten danach.
  • Versuchen Sie, gleich nach der Landung gemäß der neuen Tag-Nacht-Rhythmik zu leben.
  • Halten Sie sich am ersten Urlaubstag möglichst viel im Freien auf.

Angst vorm Fliegen?

Herzrasen und Schweißausbrüche, dringendes Fluchtbedürfnis beim Betreten des Flughafens oder gar schon beim Kofferpacken – Zustände, die so manchem aus eigener Erfahrung bekannt sind. Zweifelsohne geht die Wahrscheinlichkeit, beim Fliegen zu verunglücken, nicht gegen Null. Trotzdem ist diese Art der Fortbewegung außerordentlich sicher. Doch diese Argumente helfen meist nur wenig.

Was aber gegen die Panikattacken unternehmen? Einfach auf dem Boden bleiben, können sich die wenigsten erlauben – zumal das auch keine Lösung darstellt. Wirklich hilfreich sind letztlich nur professionelle Maßnahmen: In Seminaren lernt man unter psychologischer Betreuung, Körperreaktionen und Verhalten besser zu kontrollieren. Dazu klären erfahrene Piloten über Ausstattung und Funktion des Flugzeugs sowie Abläufe und Geräusche während des Fliegens auf.

Die Lufthansa veranstaltet bereits seit 1981 »Seminare für entspanntes Fliegen«. Daneben bieten inzwischen eine ganze Reihe anderer Organisationen derartige Kurse an.

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