Geta – japanische Holzsandalen – Schuhwerk zu traditioneller Bekleidung 

In früheren Zeiten gehörten bestimmten die Geta die Schuhmode in Japan. Heutzutage hört man das Klackern dieser Holzsandalen nur noch selten auf den Straßen.

Wenn man ältere Japaner fragt, was sie im modernen Leben am meisten vermissen, dann ist die Antwort oft einhellig: Das Geräusch der traditionellen Schuhe. Damit sind Geta gemeint, denn die werden aus Holz gefertigt und kündigen somit den Träger oft schon lange vorher durch ein klackerndes Geräusch an. Eben dieses Klicken der Holzsandalen vernimmt man jetzt immer seltener auf den Straßen, da die verschiedenen Geta eigentlich nur noch zur traditionellen Bekleidung wie etwa dem Kimono oder zu verschiedenen sportlichen Anlässen, zum Beispiel den unteren Sumo-Ligen, angezogen werden. Diese Entwicklung hat aber durchaus praktische Gründe, denn immerhin wurden die Geta mit ihrer quadratischen Form und den beiden hohen Holzstegen als Sohle vor allem dazu erdacht, den Unrat der Straßen von den Füßen fernzuhalten. Mit der Einführung einer Kanalisation sowie dem Asphaltieren der Straßen war dementsprechend ein Tragen dieser doch oft recht unbequemen Sandalen, die nur durch die beiden Bänder, die dem Schuh zwischen dem ersten und zweiten Zeh Halt geben, nicht mehr unbedingt nötig.

Ursprüngliche Geta-Varianten

Wie schon beim Kimono gibt es auch beim Schuhwerk teilweise recht unterschiedliche Modelle. Als ursprünglichstes Modell kann man wohl die Ba-geta ansehen, deren viereckige Fußbett sowie die unterschiedlich geformten Stege aus Sicheltannenholz gefertigt wurden. Ba-geta bedeutet übersetzt soviel wie „Pferde-Geta“. Damit beschrieb man das klackernde Geräusch, dass dem von Pferdehufen sehr ähnlich ist. Die älteste Variante, die sogenannten Ashi-da, wurde in der Heian-Zeit (794 bis 1185) eingeführt und bis zur Edo-Periode (1603 bis 1868) getragen. Bei ihnen sind die Stege der Sohle um einiges höher als bei den Geta, die heute bekannt sind, da sie vor allem bei Regen vor dem Schlamm auf den Straßen schützen sollten. In der Taisho-Zeit (1912 bis 1926) erlebten die Ashi-da ein kleines Revival, da sie für Schüler höherer Einrichtungen verpflichtend waren. In Kombination mit Mantel und Hut konnte man auf der Straße so sofort einen Gymnasiasten erkennen. Ein weiteres Modell, welches explizit für regnerisches Wetter entwickelt wurde, ist die Koma-geta, die aus der Ba-geta entstand. Bis zu Beginn der Meiji-Periode (1868 bis 1912) war die Koma-geta das am häufigsten getragene Modell von Männern und Frauen.

Besondere Geta-Varianten

Im Gegensatz zu den bereits erwähnten Modellen, bei denen die Stege an das Fußbett genagelt sind, werden die Yama-geta komplett aus einem Stück Holz geschnitzt. Auch wird in diesem Falle nicht das Holz der Sicheltanne, sondern das des Bauglockenbaums verwendet. Die Blütezeit der Yama-geta war die Edo-Dynastie. Eine ganz besondere, weil sehr unbequem zu tragende Variante ist die „Einzahn“-Geta. Wie der Name schon sagt, ist in diesem Fall lediglich ein Steg am Fußbett angebracht, wodurch jeder Schritt zu einem ernormen Balanceakt wird. Wurde diese Geta früher hauptsächlich von Akrobaten getragen, so wird sie heute sehr oft als Trainingsschuh von Chiropraktikern verwendet, die damit den Gleichgewichtssinn und die Beinmuskulatur ihrer Patienten fördern wollen.

Teure Geta-Varianten

Recht wertvoll sind die Odawara-geta, die zu Beginn des 18. Jahrhunderts während der Edo-Zeit auf den Fischmärkten in Tokio Einzug fanden. Hier bestehen die Halteriemen nämlich aus Leder statt aus Baumwolle, was den Sandalen ein nobles Aussehen verleiht, für welches man durchaus tiefer in die Tasche greifen muss. Kein Wunder also, dass sie auf Fischmärkten dementsprechend als Statussymbol galten. Auch die Kiri-geta sind früher recht kostspielig gewesen, weil deren Sohle aufwendig schwarz lackiert waren. Heutzutage bekommt man sie aber auch naturbelassen.

Geta heute

Ein Modell, das heute noch von jungen Mädchen getragen wird, sind die Pokkuri-geta, welche sich durch einen hohen Steg auszeichnen. Außerdem ist die Unterseite der Sohle meistens schwarz oder weiß lackiert. Früher waren die Pokkuri-geta vor allem für Geishas in der Ausbildung vorgesehen, doch inzwischen tragen auch ganz normale Frauen diese Art der Holzsandalen zu ihren Kimonos.

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