Heilpflanzen & Grundregulation

Monographien & Rezepturen: Phytotherapie zur Entgiftung des Körpers. Welche Heilpflanzen helfen bei der Entgiftung und Grundregulation des menschlichen Körpers? Die wichtisten werden hier in Monographie und Rezept genannt.

Medikamente, Umweltfaktoren führen beim Menschen oftmals zu einer schleichenden Vergiftung, die sich später häufig durch Allergien, Unfruchtbarkeit, Abwehrschwäche oder gar organische Störungen zeigt. Viele Pflanzen haben die Kraft, diese Giftstoffe zu binden, Nieren und Leber zu unterstützen und die Ausscheidung der schädlichen Substanzen anzuregen und zu fördern.

Die wichtigsten Heilpflanzen für die Entgiftung des Körpers

  • Der Kalmuswurzelstock (Calami rhizoma) mit seinen ätherischen Ölen, Bitterstoffen und Saponinenverbindungen unterstützt den Leberstoffwechsel und so die Entgiftungsfunktionen. Die Campheranteile bewirken eine Vitalisierung und stärken die Arbeit des Stoffwechsels. Der Geschmack ist stark würzig und bitter. Kalmus stellt auch ein wirksames Magenmittel zur Säureregulierung dar und findet auch Verwendung beim Roemheld-Syndrom. Hier sollte parallel an die Fenchel-Kautabletten (Pilulae Foeniculi) der Hildegard von Bingen gedacht werden, die beruhigend auf eine überschießende Salzsäureproduktion einwirken. Kalmuswurzeln werden sowohl als Dekokt als auch Infus ausgezogen, mit einer Menge von 3,0 bis 4,0 Gramm pro Tasse. Selbst das Auskauen der Rhizomstückchen gilt als wirksame Anwendung.
  • Auch die Wurzeln der Wegwarte (Cichorii radix), mit ihrem bitter-süßlichen Geschmack, haben eine unmittelbar anregende Wirkung auf den Gesamtstoffwechsel. Zu Heilzwecken ist nur die wilde Zichorie (Cichorium intybus) geeignet, denn sie enthält die wichtigen und hochwirksamen Inhaltssubstanzen Sesquiterpenlactone, Zimtsäurederivate und Flavonoide in ausreichender Menge. Auch die Verdauungsvorgänge werden in Folge der Stoffwechselanregung reguliert. Durch die Anregung der Leber- und Milzfunktion kommt es zur Verbesserung einer Dyskrasie. Die Wegwarte wirkt positiv gegen Obstipation und Gewichtszunahme und ist auf Grund ihrer Aktivierung des Stoffwechselgrundumsatzes auch bei älteren Menschen gut einsetzbar. Hier kommt mit 3,0 Gramm Droge pro Tasse Dekokt die Wurzel zum Einsatz.

In den Wurzeln liegt die Kraft

  • Die Meisterwurz (Imperatoria radix) galt in früheren Zeiten als ein Remedium divinum, ein göttliches Mittel, und stellt die Hauptpflanze der „Hoffmannstropfen“ dar. Der Geruch und Geschmack ist kräftig-aromatisch bis beißend. Die Meisterwurz ist ein gesicherter, wirksamer Stoffwechselaktivator, vorrangig im Leberbereich. Imperatoria osthrutium gilt als verdauungsfördernd, wirkt auf die körpereigenen Blutreinigungsmechanismen und vitalisiert. Die Inhaltsstoffe bestehen im Besonderen aus ätherischen Ölen, Cumarinderivaten und Gerbstoffen. Zwischen 0,5 bis 2,0 Gramm kommt die Wurzel auf einen viertel Liter Infus zum Einsatz. Imperatoria als dynamisierte Urtinktur stellt auch die Firma ALCEA her, wobei auf Grund der speziellen Aufschlüsselung hier noch im Bereich der Geist- und Gemütssymptomatiken die Stärkung des Selbstbewusstseins sowie die Befreiung aus Einengung und Zwang eine Rolle spielen. Die Meisterwurz ist ein äußerst potentes Antidot gegen verschiedenste Gifteinwirkungen.

Alles andere als bittere Medizin

  • Einen weitaus intensiveren Stoffwechselablauf bewirkt der Enzian (Gentianae radix). Seine Bitterstoffglycoside und Gerbstoffe aktivieren die Entgiftungs- und Entschlackungsvorgänge des Körpers. Er wirkt entzündungshemmend und schmerzstillend, verdauungsanregend sowie magenstärkend. Weiterhin nimmt er Einfluss auf körperlich-psychische Erschöpfungszustände. Geruch und Geschmack sind aromatisch, anfänglich süß und dann bitter. Bei Kopfschmerzneigung und nervöser Übererregbarkeit sollte man mit dem Enzian vorsichtig umgehen. 3,0 Gramm der Wurzel werden mit einem viertel Liter Wasser als Dekokt verwendet und vor dem Essen getrunken.
  • Das Kraut vom Odermennig (Agrimoniae herba) wird viel zu wenig in der Phytotherapie gewürdigt. Diese einheimische Pflanze hat eine breitgefächerte Einsatzmöglichkeit. Fast geruchlos schmeckt sie würzig und grasig bitter. Seine Inhaltsstoffe bestehen aus ätherischen Ölen, Gerbstoffen und Bitterstoffen sowie einem hohen Anteil an Kieselsäure. Es handelt sich um ein verlässliches Stoffwechseltherapeutikum, dessen besondere Zielrichtung die Leber ist. Der Odermennig regt die Entgiftungs- und Ausscheidungsvorgänge an sowie die Nierentätigkeit und den Harnsäureauswurf. Weiterhin ist er belebend, vitalisierend und appetitanregend, baut aber gleichzeitig Fettzellen ab. Auf eine Tasse Infus kommen 4,0 bis 6,0 Gramm des Krautes; der Geschmack kann mit einem Corrigentium wie Honig oder Fruchtblüten verbessert werden. Interessant ist auch der Odermennig, in der Kombination mit anderen Drogen, als Purgiermittel sämtlicher Schleimhäute. Hildegard von Bingen beschreibt die Odermennigtabletten (Pilulae Agrimoniae) (Jura Pharm), die sich vielfach bei chronischen Nebenhöhlen- und Stirnhöhlengeschehen bewährt haben. Bitte vorsichtig in der Anwendung in den ersten drei Monaten einer Schwangerschaft.
  • Der Frischpflanzenpresssaft des Löwenzahn, botanisch auch Taraxacum officinale genannt, entgiftet durch Anregung der Leberaktivität. Was Gärtnern und Bauern als Unkraut erscheint, ist für Arzt und Apotheker seit Jahrhunderten eine der wertvollsten Heilpflanzen.

Akute Vergiftungserscheinungen

Bei akuten Vergiftungserscheinungen und starker Leberschädigung wird Silybin-Hemisuccinat (Mariendistel) in sterilen Arzneiformen intravenös gespritzt. Wird die Leber permanent durch Chemikalien (beispielsweise bei Laboranten und Chemikern oder durch Alkoholmissbrauch) belastet, kommen standardisierte Trockenextrakte alkoholischer Auszüge von Mariendistelfrüchten in Form von Tabletten, Kapseln oder Dragees in Frage (alkoholhaltige Tinkturen sind hier zu vermeiden).

Frischpflanzensäfte oder wässrige Auszüge aus frischen Artischockenblättern wirken antihepatotoxisch (Leber), choleretisch (Galleproduktion anregend), spasmolytisch (krampflösend) und lipidsenkend (Blutfette senkend).

Was die Klosterheilkunde zur Entgiftung des Körpers anrät

Als pflanzliches Entgiftungsmittel empfiehlt die Klosterheilkunde Birke, Brennnessel, Ackerschachtelhalm, Spargel und Goldrute. Diese enthalten Flavonoide, die sanft anregen, ohne zu belasten, zu schädigen und zudem entzündungshemmend wirken. Ebenso geeignet ist Liebstöckelkraut, das als wirksame Inhaltsstoffe vor allem ätherische Öle enthält. Löwenzahn regt mit seinen Bitterstoffen Niere wie Gallenfluss an.

Zur Anwendung werden von der Klostermedizin vor allem nierenanregende Heilkräutertees aus den aufgeführten Pflanzen empfohlen.

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