Ist Liebe am Arbeitsplatz gut für die Beziehung?

Arbeitspsychologin Ammann analysiert und rät… Liebeshungrige können mit Hilfe einer Expertin ergründen, ob es sich für sie lohnt eine Liebe am Arbeitsplatz zu beginnen und zu pflegen.

„Wie ist es zu erklären, wenn ein Angestellter viel zu früh in der Firma erscheint, freudig Überstunden schiebt, am Wochenende den Montag herbeisehnt und vor Hilfsbereitschaft beinahe platzt? Zwei Antworten sind möglich: Entweder handelt es sich um Mister Supermann oder der Kerl ist verliebt – in eine Arbeitskollegin. Was ist zu tun, wenn Amor am Arbeitsplatz zugeschlagen hat?“

Die Arbeitspsychologin Karin Ammann hat sich dem Thema in einem fundierten Ratgeber angenommen. Sie zeigt anhand von zehn typischen Beispielen, welche positiven und negativen Varianten möglich sind, fragt bei Personalfachleuten und Experten nach, vermittelt Tipps und Tricks und schildert rechtliche Unternehmensaspekte.

Grenzenlose Arbeitsplatzromantik fördern oder verhindern?

Mit Umsicht und Witz verfasst, ist das Buch ein hilfreicher Leitfaden für alle am Arbeitsplatz Verliebten und bietet insbesondere auch Ausbildern, Personalverantwortlichen und Führungskräften neue Einsichten. Das Buch ist in elf Kapitel unterteilt. Zum Auftakt beschreibt Ammann, dass die Anfänge der Beziehung zwischen den Geschlechtern bis in die Anfänge der Zivilisation zurück reichen, und dass diese nicht dann aufhören, wenn Männer und Frauen morgens zur Arbeit gehen.

„Was meint die Wissenschaft dazu?“, wird weiter gefragt. Ein Blick über die Grenzen zeigt, wie mit Liebschaften am Arbeitsplatz in Italien, Spanien, Frankreich, Großbritannien, Österreich, der Schweiz, den USA und in Japan umgegangen wird. Ein weiterer Aspekt, die Liebe in Sport, Politik und im Showbusiness, wird im vierten Kapitel abgehandelt. Zehn Beispiele lockern die bisherige Theorie auf. Kaum eine Konstellation von Büro-Beziehungen wird ausgelassen. Ammann beschreibt eine Liebschaft unter jungen Leuten, Blender aus der Chefetage, Job Sharing, das gemeinsame Geschäft, die klassische Geliebte, die betrogene Gattin, die Karrierefrau, Homosexualität, den Flirt mit einem Lieferanten oder auch die sprichwörtlich süße Rache. Auch der Spagat zwischen dem zu Hause und dem Arbeitsplatz ist nicht einfach.

Bücher als Ratgeber bieten Hilfe in einer Lebenskrise

Aber erst durch die jeweils fallbezogene Analyse wird das Buch zu einem informativen Nachschlagewerk. Wichtig ist für das Paar natürlich auch, wie die Kollegen auf eine Liebe im Büro reagieren, wie das Unternehmen sich dazu stellt oder welches Verhalten Experten empfehlen, wenn die Beziehung in die Brüche geht und der Seitensprung bewältigt werden muss. Konkrete Hilfe bietet der Ratgeber für den Fall, dass es zu rechtlichen Schwierigkeiten kommt. Um nicht in ein Fettnäpfchen zu treten empfiehlt es sich im Knigge nachzulesen.

Das amüsant geschriebene Buch beruht auf dem Wissensstand der Autorin ebenso wie auf Gesprächen mit Fachleuten. Das ausführliche Literaturverzeichnis kann zum umfassenden Verständnis beitragen. Man erkennt, dass sich die Autorin in vielfacher Weise für die Thematik interessiert. Die veränderte gesellschaftliche Akzeptanz von Beziehungen am Arbeitsplatz macht bereits das Vorwort deutlich, in dem beschrieben wird, dass das gleiche Thema vor 25 Jahren im Verlag noch als zu gewagt galt. Die nunmehrige Veröffentlichung begründet sich durch verschiedene Erfahrungen; so meint man mittlerweile, dass Erotik am Arbeitspatz das Bruttosozialprodukt steigert und man freier über Glück, Gefühle, Beziehungen und ihr Ausdruck durch Valentinsgeschenke, sprechen kann.

Persönliche Erfahrungen einer ehemaligen Angestellten

„Ich kann mich den Erörterungen von Karin Ammann nur anschließen, denn auch meine Ehe wurde am Arbeitsplatz gegründet. Ich habe den Chef eines Naturspeiseladens geheiratet, wir haben vier Kinder und sind inzwischen dreißig Jahre verheiratet. Unsere Gemeinsamkeit hat dem Geschäft gut getan. Die Kunden hatten freundliche Verkäufer und die Kasse stimmte auch“, so eine ehemalige Angestellte.

Dieses Buch macht jungen Leuten Mut, in ihrer täglichen Umgebung nach einem Lebensgefährten zu suchen. Jemanden den man täglich sieht, kann man auf ungezwungene Weise kennenlernen, und so ist man im weiteren Leben vor unliebsamen Überraschungen besser gefeit.

Die Autorin Karin Ammann, lic.phil. I, studierte in Neuenburg und Zürich. Die Arbeitspsychologin war in einer Unternehmensberatung, bei einem Angestellten-Verband sowie in der Gesundheits- und Marktforschung tätig. Sie wirkte acht Jahre aktiv in der Legislativpolitik und beteiligte sich am Aufbau der Schweizerischen Sozialhilfestatistik. Heute engagiert sie sich freiberuflich als Referentin, Projektleiterin und Publizistin. Ihren Ehemann hat sie in der Ausbildung kennen gelernt. Er saß vor ihr, in einer Vorlesung über Französische Grammatik.

Quelle: Gelegenheit macht Liebe. Wenns im Büro knistert.

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