Ist Sport Mord?

Auf ein kontrolliertes Training kommt es an. Keine Frage, Sport ist grundsätzlich gesund. Aber ein übertrieben intensives Training schadet dem Körper. Besonders Anfänger und ältere Menschen sollten sich vorsehen.

„Sport ist Mord !“ – ein von Bewegungsmuffeln vielfach zitierter Spruch, wenn es darum geht, sich vor Bewegung zu drücken.

„Sport ist Mord!“ schießt einem aber auch sofort durch den Kopf, wenn ein prominenter Marathonläufer mal wieder einem so genannten „kardialen Zwischenfall“ erliegt – oder wenn Spitzensportler überdurchschnittlich häufig an Atemwegserkrankungen leiden.

Auf das richtige Training kommt es an

Sport ist natürlich in erster Linie gesundheitsfördernd. Leichter – aber dafür regelmäßiger – Ausdauersport wie Radfahren und Schwimmen wirken sich sehr positiv auf unseren Organismus aus: ein zu hoher oder zu niedriger Blutdruck bleiben aus, der Fettstoffwechsel wird angekurbelt, mögliches Übergewicht wird abgebaut – und somit auch das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Auch die Anzahl der Abwehrzellen im Blut steigt bereits nach einem 30-minütigen Training um das Doppelte an – der beste Schutz also gegen Infektionen.

Allerdings sollte man es nicht übertreiben! Denn den Körper bis zur Schmerzgrenze „auszupowern“ ist mindestens genauso schädlich, wie gar keinen Sport zu treiben. Bei einem zu intensiven Training überschreitet der Körper die so genannte „anaerobe Schwelle„. Ein Zustand, bei dem der Energiebedarf nicht mehr allein durch die Sauerstoffverbrennung gedeckt wird und Laktat (Milchsäure) entsteht. Jetzt wird nicht nur das Blut sauer, der Körper bildet auch weitere Substanzen, die die körpereigenen Abwehrkräfte schwächen, so wie das Hormon Kortisol, das Immunzellen darin hindert sich zu vermehren. Eine Überdosis Sport – wie etwa bei einem Marathonlauf – schadet also dem Immunsystem.

Das richtige Sportpensum finden

Um gesund Sport zu treiben sollte man beispielsweise beim Joggen oder beim Walking nach dem Motto „Laufen ohne Schnaufen“! vorgehen und sich während des Trainings noch mit seinen Mitläufern unterhalten können. Fängt man dabei allerdings an zu keuchen, dann ist dies ein sicheres Zeichen dafür, dass die anaerobe Schwelle überschritten wurde.

Ein zu intensives Training schadet auch dem Herzen. Besonders Menschen, die lange nicht trainiert haben, können ihr Herz überlasten, was unter Umständen sogar mit dem plötzlichen Herztod endet. Dies ist häufig bei Leuten der Fall, die unbekannterweise an einer Erkrankung der Herzkranzgefäße leiden oder durch einen angeborenen Herzfehler vorbelastet sind. Vor allem Personen, die über 35 Jahre alt sind und länger keinen Sport getrieben haben, sollten sich vor dem Wiedereinsetzen eines Trainings unbedingt einer sportmedizinischen Voruntersuchung unterziehen. Dabei empfiehlt ein Arzt anhand eines EKGs und weiterer Blutdruck- und Gelenkuntersuchungen, ob und gegebenenfalls welche herz-und gelenkbelastenden Sportarten im individuellen Fall möglich sind.

Raucher, die ein Sportprogramm beginnen, sollten sich ebenfalls sportmedizinisch untersuchen lassen, denn bei ihnen liegen häufig unerkannte Gefäßveränderungen vor, die Herzprobleme mit sich bringen könnten.

Nach einer Erkrankung wie einer starken Erkältung, sollte man sich mindestens zwei Wochen Ruhe gönnen, bevor ein Trainingsprogramm wieder aufgenommen wird, ansonsten können schwerwiegende gesundheitliche Probleme, wie Herzmuskelentzündungen oder Herzrhythmusstörungen entstehen.

Der richtige Trainingspuls

Um das Herz nicht zu überfordern, sollte man besonders als untrainierter Mensch oder Anfänger seinen Trainingspuls im Blickfeld behalten, am besten mit Hilfe eines Pulsmessgerätes.

Dabei gilt es zunächst anhand des Lebensalters das individuelle Puls-Maximum zu berechnen (Individuelles Puls-Maximum = 220 minus Lebensalter).

Als Anfänger sollte man 60% dieses Maximums nicht überschreiten.

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