Kein Glück bei Online-Partneragenturen?

Das Ergebnis steht oftmals in keinem Verhältnis zu dem Aufwand, den man betreibt.

Man muss Profile ausfüllen, Fotos hochladen und bearbeiten, Favoriten festlegen und benoten, Persönlichkeitsfragen beantworten, sein Profil pflegen, andere Profile durchblättern und dann auch noch Nachrichten schreiben, ohne dem Gegenüber auf den Schlips zu treten. Und viele melden sich bei mehreren Singlebörsen an.

Mitunter radikale Geschäftsmethoden

Man muss sich bei den Partneragenturen immer wieder auf böse Überraschungen gefasst machen. Es heißt „kostenlos anmelden“, doch das Lesen und Versenden von Nachrichten kostet in den meisten Fällen doch Geld. Und es gibt immer mehr Online-Dating-Agenturen mit teils radikalen Geschäftsmethoden. Es ist paradox: Die Firmen haben kein wirkliches Interesse daran, dass der Kunde einen Partner oder eine Partnerin findet, dass würde ja sonst das eigene Geschäft kaputt machen.

Das Elend der Singles

Aber was gibt es heutzutage noch zum Nulltarif. Es ist nun mal so, dass die Leute immer mehr verlernen, im realen Leben ihre Partner kennen zu lernen. Das nutzen nicht nur die Dating-Firmen gnadenlos aus. Sie profitieren von dem Elend der Singles. Währenddessen wird den Singles suggeriert, es sei kinderleicht hier einen Partner zu finden. Über die tatsächliche Erfolgsquote bleiben alle im Unklaren. Und je intensiver wir uns mit der Online-Partnersuche beschäftigen, desto mehr verlernen wir die Partnersuche im realen Leben. Unsere kommunikativen Fähigkeiten verkümmern, desto mehr wir uns aufs Internet versteifen.

„Einfach verlieben?“

Die Online-Partnersuche wird zu einer Routine, die zum täglichen Leben fast schon dazu gehört. Virtuelle Kontakte werden zum Erfolg hochstilisiert. Das lässt schon ganz vergessen, weshalb man sich hier überhaupt angemeldet hat. Und man verliert so kostbare Zeit bei der tatsächlichen Partnersuche. Dabei ist Finya noch eine harmlose Variante der Partneragenturen. Der Slogan lautet „Einfach verlieben“. Doch so einfach scheint es nicht zu sein, wenn man bedenkt, dass man beim Betrachten der Profile über einen längeren Zeitraum immer wieder auf dieselben Fotos stößt. Auch Werbebanner und die Popup-Windows lassen sich nicht abschalten. Ob Werbung wirklich zur Partnerfindung dazu gehört, lässt sich bezweifeln. Klar ist, dass die Nutzer bei der Suche besonders sensibilisiert sind und für Werbung besonders anfällig. So funktioniert Werbung nun mal.

Prüfsiegel und Prädikate

Agenturen haben mitunter Prüfsiegel von Stiftung Warentest oder Öko-Test, oder sie erfinden sich einfach ein Prüfsiegel, um die potenziellen Kunden zu täuschen. Es lassen sich auch Prädikate wie „seriös und sicher“ oder „über 10 Jahre Erfahrung“ finden (Finya). Bei einigen Anbietern gibt es reihenweise Fake-Profile, mit denen neue Kunden gelockt und zum Zahlen animiert werden sollen (Lovely-Singles).

Mobbing und Scamming

Zu den größten Schattenseiten der Online-Partnersuche gehören Mobbing und Scamming. Mobbing-Opfer sind meistens Frauen, denen Männer sich in sexistischer Form zu nähern versuchen. Scamming-Opfer sind hingegen öfter bei Männern zu finden. Es stellt sich ferner die Frage, ob Video-Chat bei Partneragenturen notwendig ist. Auch ist der Übergang von rein partnerschaftlich zu rein sexuell orientierter Agenturen fließend und manchmal nicht klar erkennbar. Des Weiteren können Ehebruch und Lügen ehrlichen Singles zusetzen. Im Extremfall fühlt man sich sogar von der Agentur selbst gemobbt, weil sich das Profil nicht mehr löschen lässt.

Nur nicht den Mut verlieren

Man ertappt sich dabei, einfach nur durch die Profile zu zappen, die Fotos anzuschauen und zu hoffen, dass man in der Profilbesucher-Liste der anvisierten Person auftaucht, um dieser einen Hinweis zu geben: Da ist ein Interessent. Doch diese Rechnung geht nicht auf. Viele verlieren nach einer Weile den Mut, Frauen oder Männer direkt anzuschreiben. Einige teilen in ihrem Profil mit, dass sie alle Nachrichten beantworten, tun das dann doch nicht. Das ist schade um die verschenkte Liebesmüh.

Was geschieht mit den Profil-Daten?

Und es stellt sich die Frage, was mit den Profil-Daten geschieht. Viele Markt- und Meinungsforscher lecken sich bestimmt die Finger danach, und die Softwareentwickler erst einmal. Das ist ja ein Millionengeschäft.

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