Krank durch Zimmerspringbrunnen und Vernebler

Luftbefeuchter können exogen-allergische Alveolitis auslösen. Im Winter sinkt die Luftfeuchtigkeit in Innenräumen. Die trockene Heizungsluft wird häufig mit einem Luftbefeuchter bekämpft. Sie werden zu Pilz- und Keimschleudern.

Keimbesiedeltes Befeuchterwasser kann Infektionen, Befeuchterfieber oder eine exogen-allergische Alveolitis (EAA) auslösen. Gefährdet sind beispielsweise Drucker, deren Arbeitsplatz beständig mit Luftbefeuchtern klimatisiert wird.

Im September 2004 wurde erstmals über eine Lungenerkrankung bei Personen berichtet, die zu Hause Zimmerspringbrunnen benutzen. Dietrich Müller-Wening (der inzwischen verstorbene Lungenfacharzt und Chefarzt der Zusamklinik in Zusmarshausen) ist 2004 das erste Mal auf den Zusammenhang zwischen häuslichen Luftbefeuchtern und Lungenerkrankungen gestoßen: Symptome wie Fieber, Husten, Schüttelfrost und Atemnot können allergisch oder toxisch bedingt sein. Die Diagnosen lauten „Befeuchterlunge“ (exogen-allergische Alveolitis = EAA), beziehungsweise „Befeuchterfieber“ (toxische Alveolitis). Ursache und Wirkung bleiben im klinischen Alltag jedoch häufig unerkannt. Die Diagnosestellung EAA ist dann schwierig, wenn kein sicherer Bezug zwischen Auslöser und der unspezifischen Symptomatik geknüpft werden kann. Wenn in unregelmäßigen Abständen Fieber und Husten auftreten, sollte auch an den Gebrauch von Luftbefeuchtern und Zimmerspringbrunnen gedacht werden.

Klinischer Nachweis

Müller-Wening fand in den mit destilliertem Wasser gefüllten Geräten seiner Patienten Bakterien, Schimmel- und Hefepilze. Zum Nachweis einer EAA führte der Lungenfacharzt einen inhalativen Provokationstest mit Nebel des von einer Patientin mitgebrachten Wassers aus ihrem Zimmerspringbrunnen durch. Hierbei traten nach sechs bis acht Stunden die typischen Symptome einer EAA auf.

Gefahrenherd Nebelbrunnen

Ultraschallvernebler und Nebelbrunnen, die vielerorts günstig zu erwerben sind, gelten als besonders pathogen, da sie verklumpte Allergene verteilen und Partikel erzeugen, die tief in die Bronchien eindringen können. Für einen gefahrlosen Gebrauch müssen die Geräte mit keimfreien Wasser befüllt und sehr häufig gereinigt werden. Geräte mit einer Vorheizung, die vor der Zerstäubung die Erreger durch die Hitze abtöten sollen, sind auch keine ideale Lösung. Denn auch von toten Bakterien geht eine Gesundheitsgefahr aus, wenn Zerfallsprodukte der Bakterien, so genannte Endotoxine, mit zerstäubt werden und Fieber auslösen.

Luftbefeuchter sind nicht nötig

Trockene Zimmerluft steigert nicht zwangsläufig die Infektionsgefahr: Ein Gerät zur Luftbefeuchtung ist daher nach Ansicht von Umweltmedizinern zur Vorbeugung überflüssig. Der Staubgehalt der Luft sollte jedoch gering gehalten werden. Für feuchte Schleimhäute kann man auch sorgen, indem man viel Flüssigkeit zu sich nimmt und auch die Nase regelmäßig mit Salzwasser spült. Zimmerpflanzen erhöhen zwar die Luftfeuchtigkeit, können jedoch auch Keimträger sein. Unwirksam sind mit Wasser gefüllte Schalen, die man auf die Fensterbank stellt und auch Verdunster, die an Heizkörper gehängt werden: Die Verdunstungsoberfläche ist viel zu klein und zudem sind sie regelrechte Brutstätten für Keime.

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