Worüber streiten paare? Wie oft streit in einer Beziehung normal

Kriegszustand – Partnerschaft. Der ewige Streit mit dem Partner. Der leidige Streit in der Partnerschaft – man will ihn nicht, aber 94% aller Paare hierzulande streiten sich regelmäßig.

Paula ist verzweifelt. Seit längerem gibt es zwischen ihr und ihrem Freund Jonas, negative Spannungen bis hin zu handfesten Streitigkeiten. “Wir streiten meist wegen belanglosem Zeugs”, erklärt die 23 jährige Studentin aus Hannover. “Aber auch diese kleineren Zwistigkeiten haben unsere Beziehung mit der Zeit verändert. Jeder Tag an dem wir nicht gemeinsam lachen, schwächelt unsere Verbundenheit zueinander – lässt meine Gefühle erkalten. Ich fühle mich irgendwie kraftlos und nicht mehr in der Lage für unsere Liebe zu kämpfen.”

So wie in diesem Fall, streiten 94 Prozent aller Paare hierzulande regelmäßig – eine erschreckende Statistik. Was aber kann man tun, um einen Großteil der Unstimmigkeiten zu vermeiden? Wie genau vermeidet man Streit?

Streit – Vater aller Dinge

Ein grundlegendes Problem in einer Partnerschaft können unterschiedliche Einstellungen und Meinungsverschiedenheiten sein. Diese lassen oftmals Streitereien destruktiv enden und zerstören nicht selten bei häufiger Wiederholung die Beziehung komplett. Bei frisch verliebten Paaren sollte eine aggressive Streitform noch nicht auf dem Tagesplan stehen – hier könnte eine schnelle Trennung oder eine problematische Abhängigkeit die Folge sein. Hoffen sie niemals darauf, dass der Streit mit der Zeit besser wird – jedenfalls sollten sie nicht darauf vertrauen. Experten raten: Konflikte nicht verdrängen oder ausschweigen. Besser ist es, sie respektvoll und konstruktiv anzusprechen – das fördert die Partnerschaft eher, als sich anzubrüllen.

Worüber streiten Paare?

Haushalt, Geld und die immer fehlende Zeit füreinander, sind hierzulande die Top Streitpunkte – in diesem Fall sind sich Männer und Frauen sogar mal einig. Die Kinder, der Sex und die lieben Schwiegereltern sind hingegen das geringere Probleme in einer Partnerschaft. Die Lösung – Haushaltsplan erstellen, Geld verdoppelt und die Zeit verlangsamen … schön wär´s. Leider gibt es keine Allround-Lösung! Jedes Paar muss die Ursache des Streites – die Wurzel allen Übels auskeimen lassen und sich seinen Problemen auf eigene Weise stellen. Jeder Mensch geht unterschiedlich mit Konflikten um. Einige schweigen sich aus – wollen alleine sein. Andere verheddern sich in stundenlange, nervige Diskussionen. Und wiederum andere lassen Vorwürfe und Schuldzuweisungen auf den Partner herab hageln. Wie auch immer man mit Konflikten umgeht – gut für die Partnerschaft, sind Konflikte nie. Hat man sich erstmal durch andauernde Feindseeligkeit in einen Teufelskreis hineinmanövriert, steht das dramatische Endergebnis meist in keinem Verhältnis mehr zum Ausgangspunkt – dem Streitpunkt. Laut einer Studie kann Streit unter gewissen Umständen sogar ein Vertrauensbeweis und ein wichtiger Bestandteil der Beziehung sein. Die Partnerschaft muss eben bloß emotional tief genug sein – dann kann ein Streit auch wichtige Impulse für die Selbsteinschätzung liefern.

Im Falle von Paula und Jonas, hat der ewige Streit leider die Liebe zerstört. “Nachdem unsere Streitereien unkontrollierbare Ausmaße angenommen hatten, konnte ich irgendwann nicht mehr. Ich habe meine Koffer gepackt und bin ausgezogen”, offenbart Paula Zwei Monate später. “Jonas hat meinen Auszug bis heute nicht akzeptiert und terrorisiert mich noch heute per Telefon. Ich bin enttäuscht von ihm – meiner großen Liebe, aber auch froh diesen Schritt gegangen zu sein. Denn nun weiß ich, dass man seinen Partner erst im Streit kennenlernt – und das besser, als man denkt.”

Faires Streiten will gelernt sein

Um konstruktiv streiten zu können, sollte man einige Regeln einhalten. Fairness vom Partner kann man nur erwarten, wenn man ihm gegenüber auch fair ist. Ein fairer Streit respektiert die Rechte beider Partner! Also niemals einfach so darauf los brüllen. Streit kommt nicht ohne Vorboten – deshalb auf die Stimmung des Partners achten und den Konflikt frühzeitig bereinigen – das verhindert zumindest das Hochschaukeln des Streitpunktes. Falls Alkohol im Spiel ist – lieber auf Streit verzichten. Die enthemmende Wirkung des Alkohols fördert schneller die Gewaltbereitschaft und führt nur selten zum Erfolg.

Die Schuldfrage sollte stets vermieden werden, da sie letztendlich immer in Rechtfertigungen endet, welches das Einsehen von Fehlern nur erschwert. Wichtig ist, dem Partner zuzuhören – auch wenn das nicht immer leicht ist. Und bitte niemals das Ziel des Konfliktes aus den Augen verlieren. Ein guter Streit endet mit einer Einigung, nicht mit dem Sieg des einen über den anderen. Tipp: Tun sie die Versöhnung nach einem Streit nicht als Selbstverständlichkeit ab, sondern als das was sie ist – etwas Besonders. Grund genug um sich und seinem Partner mal wieder etwas Gutes zu gönnen. Wie wäre es mit einem romantischen Abend daheim, bei Kerzenlicht und einem Mediterranem Finger-Food.

Solange Menschen miteinander leben, wird es genügend Gründe für Konflikte geben. Und all denen, die sich gerade in selbigen befinden, hilft eventuell ein Zitat von Hans Carossa “Die bittersten Worte, die Menschen einander sagen, wirken selten so entzweiend wie die ungesprochenen, die der eine vom andern vergeblich erwartet.”

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