Lern-Typen, Prüfung-Pauken, Multi-Tasking-Lügen

Wie wir effektiver lernen, in Zukunft noch mehr Inhalte aufnehmen. Zwischen totalem Blackout und nachhaltigem Gedächtnis, reiner Reproduktion von Wissen oder Emotionalität mit allen Sinnen. Über die Lerntypen in Theorie und Praxis.

Viel gelernt, eine Menge gelesen, Nächte am Schreibtisch um die Ohren geschlagen. Und trotzdem hat es nicht gereicht, um die letzte Klausur, den Einstellungstest beim neuen Arbeitgeber, zu bestehen. Wer kennt das nicht? Nur begrenzt können wir die wesentlichen Merkmale aus der Informationsflut filtern und nachhaltig aufnehmen, um diese Ergebnisse zur gegebenen Zeit wieder parat zu haben.

Talentierte Lebensratgeber und Wissenschaftler am Thema

Viele Hilfestellungen gibt es. Sie versprechen, das Lernen zu lernen. Jedoch lernt faktisch jeder Mensch anders. Kein Mensch ist wie der andere, noch lernt ein Mensch wie der andere. Zu unterschiedlich sind die persönlichen Interessen, das Tempo und die Lernvoraussetzungen, um für alle Menschen eine maßgeschneiderte Lernmethode zu entwickeln.

Karriere machen zwischen Denken, Lernen, Vergessen

Die Lerntypen-Theorie geht seit dem Forscher Frederic Vester, durch sein Buch „Denken, Lernen, Vergessen“ bekannt geworden, allgemein von verschiedenen Wahrnehmungskanälen unserer Sinne aus, welche im Kopf zusammenlaufen. Eine große Menge an Erfolg versprechenden Lerntheorien spiegelt sich in geistreichen Sprichwörtern, berühmten Zitaten, sowie neuen Methodenbüchern und beliebten Praxisratgebern wieder.

Aber wie schaffen wir das in der Praxis, effektiv und nachhaltig zu lernen? Ist das Lernen mehr als nur reines Abspeichern und Reproduzieren? Entsprechend dem jeweiligen Lerntyp wird ein bestimmter Lernstoff auf verschiedene Weisen gelernt, wobei allgemein gerne folgende Typen bestimmt werden.

1. Auditiver Lerntyp

Der auditive Lerntyp lernt hauptsächlich über das Hören und Sprechen, indem er beim Lernen den Lernstoff laut oder leise vor sich hersagt und diesen durch ausgedachte Gedichte und Melodien schnell einprägen kann.

2. Visueller Lerntyp

Der visuelle Lerntyp nimmt Informationen besonders gerne durch Bilder, Notizen und Skizzen auf, welche er gründlich wiedergeben kann. Seine Sprache ist bilderreich, farbig und voller Details.

3. Motorischer Lerntyp

Der motorische Lerntyp packt an und denkt nicht lange nach. Spontan lässt er sich von seiner Intuition leiten, setzt theoretische Ideen in praktische Aktionen um und lässt beim Erzählen gerne seine Hände sprechen, Er kaut gerne Kaugummi und spielte in seiner Kindheit gerne mit Experimentierbaukästen.

4. Kommunikativer Lerntyp

Der kommunikative Lerntyp kann sowohl gut reden als auch zuhören. Er stellt durchdachte Fragen, hinterfragt Glaubensgrundsätze und wird gerne wegen seinem sympathischen Wesen von Kollegen um Rat gefragt. Der kommunikative Lerntyp lernt überwiegend im direkten Austausch mit anderen Menschen.

5. Personenorientierter Lerntyp

Der personenorientierte Lerntyp braucht einen sympathischen Partner, der ihn spürbar anregt und konstant ermutigt. Sein Lernerfolg hängt entscheidend von dem persönlichen Verhältnis zum Dozenten ab. Ist die Beziehung gesund, so lernt er fast alles gut und gründlich – kommt es aber zu Spannungen, so neigt er zu Leistungsschwankungen und Selbstzweifeln.

6. Medienorientierter Lerntyp

Der medienorientierte Lerntyp begreift die meisten Lehrinhalte allein durch virtuelle Dozenten, begeistert sich für technische Zusammenhänge und nutzt audiovisuelle Medien wie den eigenen Computer nicht nur als Spielzeug, sondern nutzt sie aktiv zum Lernen. Soweit die theoretische Vorstellung eines „Schubladendenkens“ von bestimmten Lerntypen.

Multi-Tasking und Mehr-Kanal-Methode fürs fittere Gedächtnis

Im Klartext: Können wir Wissensstoffe auf diese definierten Lernweisen in unser Gedächtnis einprägen? Vester argumentiert: „Je mehr Kanäle der Wahrnehmung benutzt werden, desto fester wird das Wissen gespeichert, desto vielfältiger wird es verankert und auch verstanden.“ Diese Theorie erscheint simpel, ihr Ansatz leicht nachvollziehbar. Dennoch wird sie in der neueren Forschung immer wieder auf ihre innere Logik hin überprüft und außerordentlich kontrovers kritisiert.

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