Nach der Brustkrebs-OP

Chirurgen verbessern die Behandlungsqualität beim Brustaufbau. Ein interdisziplinär besetztes Ärzteteam mit plastischen Chirurgen ist die beste Gewähr dafür, dass Brustkrebspatientinnen bestmöglich behandelt werden.

Die Diagnose Brustkrebs löst bei Frauen nach wie vor Angst und Panik aus, was mehr als verständlich ist. Jedes Jahr müssen sich fast 50 000 Frauen dieser schrecklichen Diagnose stellen. Für 30 Prozent der Betroffenen bedeutet der Tumor auch den Verlust einer Brust (Mastektomie). Was nun eigentlich nach dieser schweren Zeit nicht passieren dürfte, ist eine unnötige Verlängerung des Leidensweges. Doch genau das kann geschehen, wenn die Patientinnen mangelhaft oder einseitig aufgeklärt werden.

Theoretisch gibt es diverse Möglichkeiten, die neue Lebenssituation nach einer Mastektomie zu gestalten: Eine Brustprothese, die Wiederherstellung der Brust durch Implantate oder ein Brustaufbau mit körpereigenem Gewebe. Es gibt auch Frauen, die feststellen, dass sie ohne Brustprothese oder Brustrekonstruktion leben können. Prinzipiell ist ein Brustaufbau jederzeit möglich. Entweder gleich nach der Operation, nach dem Abschluss der medikamentösen Behandlung oder auch zu einem späteren Zeitpunkt. Deshalb müsste keine Frau übereilt entscheiden. Doch es scheint, dass Brustkrebspatientinnen bestimmte Eingriffe empfohlen werden, die sie später bereuen. Sei es, weil sie mit den Ergebnissen nicht zufrieden sind, weil sie mehrere Eingriffe über sich ergehen lassen müssen oder weil Operationen schief gehen, weil sie von Ärzten durchgeführt werden, die nicht über die nötige Qualifikation bzw. Erfahrung verfügen. An der medizinischen Hochschule Hannover wurde untersucht, wie häufig beim Brustaufbau plastische Chirurgen beteiligt waren. Das ernüchternde Ergebnis: bei 4335 Patientinnen kein einziges Mal.

Sind Brustkrebszentren eine gute Entscheidung? Nur, wenn dort Gynäkologen mit nachweislich qualifizierten und ausgebildeten Brustoperateuren zusammenarbeiten. Doch das ist leider nicht immer der Fall. Dabei ist die Rekonstruktion ein filigraner Eingriff, der die mikrochirurgische Erfahrung eines Spezialisten erfordert.

Brustkrebszentren: Nicht immer optimal aufgestellt

Das ZDF-Magazin „Frontal 21“ berichtete am 6. November 2007 u.a. darüber, dass in Brustkrebszentren oft auf die nötige Hilfe von plastischen Chirurgen verzichtet wird. In der Abmoderation hieß es weiter, dass ein plastischer Chirurg bis zum Facharzt hundert OPs an der Brust absolvieren muss. Ein Gynäkologe nur fünfzig – und das verteilt auf Brust, Bauchdecke und andere Bereiche. Die Arbeitsgemeinschaft für plastische, ästhetische und wiederherstellende Operationen in der Gynäkologie (AWOgyn) e.V. hat den Beitrag wie folgt kommentiert:

„Um die Risiken und Komplikationen bei Brustrekonstruktionen gering zu halten, hat die Arbeitsgemeinschaft für plastische, ästhetische und wiederherstellende Operationen in der Gynäkologie über 50 nachweislich qualifizierte und ausgebildete Brustoperateure benannt, die an zertifizierten Brustzentren operativ und rekonstruktiv tätig sind, oft in einem interdisziplinären Team mit plastischen Chirurgen, was die Behandlungsqualität der Betroffenen nachhaltig verbessert“.

Ein weiterer Vorteil der interdisziplinären Zusammenarbeit: Schon bei der Brustabnahme können durch eine entsprechende Schnittführung gute Voraussetzungen für einen etwaigen Brustaufbau geschaffen werden. Je enger alle Mediziner zusammenarbeiten, desto besser für die Patientinnen.

Was Frauen über Brustrekonstruktionen wissen sollten

Rekonstruktionen sind der Versuch, die Natur nachzuahmen. Jeder Operateur setzt sein ganzes Know-how ein, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen, was nicht einfach ist. Etwa, wenn nur eine Brust aufgebaut wird und diese ästhetisch zur gesunden Brust passen muss. Bei älteren Patientinnen stellen nicht selten Hängebrüste die Operateure vor besondere Herausforderungen. Es gilt in jedem Fall, ein harmonisches Ergebnis zu erzielen, das optisch überzeugt. Bevor sich Patientinnen entscheiden, sollten sie über alle möglichen Szenarien wie auch Risiken und Chancen Bescheid wissen. Auch ein Brustimplantat kann Probleme bereiten. Das Für und Wider der einzelnen Methoden muss stets individuell abgewogen und bewertet werden. Möglichst in aller Ruhe und ohne seelischen Druck oder Zeitdruck.

Hilfe und Beratung zum Thema Brustrekonstruktionen bzw. Brustaufbau nach einer Krebsoperation bekommen betroffene Frauen bei der bereits erwähnten AWOgyn oder bei den Landesärztekammern.

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