Nordsee-Watt

Das Watt der Nordsee bildete sich in der Nacheiszeit als zehn bis zwanzig Meter mächtiger Sedimentkörper aus Sand und Schlick in unterschiedlichen Mischungsverhältnissen.

Das Wort „Watt“ entstammt dem Althochdeutschen und leitet sich von „waten“ ab. Es bezeichnete früher eine Furt, also eine trockenen Übergang zwischen Festland und einer Insel. Heute umfasst das Watt den gesamten bei Niedrigwasser trocken fallenden Boden der Gezeitenküste eines Wattenmeers.

Die Watten der Nordsee erstrecken sich über eine Küstenlänge von etwa 450 Kilometern entlang der niederländischen, deutschen und dänischen Küste. Sie sind im Mittel zwischen sieben und zehn Kilometer breit; vereinzelt erreichen sie eine maximale Breite von etwa zwanzig Kilometern.

Watt-Typen

Watet man durch das trocken gefallene Watt, so merkt man schnell, dass es Bereiche unterschiedlichen Sediments gibt. Über einige Flächen kann man bequem gehen, in den anderen sinkt man bis zu den Knöcheln oder tiefer ein.

Man unterscheidet zwischen den folgenden Arten des Watts:

– Sandwatt

– Mischwatt

– Schlickwatt

Sandwatt

Das gut begehbare Sandwatt besteht aus grobkörnigem Sand mit einer Korngröße von etwa 0,1 Millimeter im Durchmesser. Es ist optisch deutlich an der charakteristischen Rippenstruktur erkennbar. Sowohl der Wassergehalt als auch der Gehalt an organischen Substanzen ist recht gering.

Mischwatt

Mischwatt findet sich in geschützten Lagen in Festlandnähe, auf Wasserscheiden, zum Teil auch im Brandungsschutz großer Inseln. Die durchschnittliche Korngröße liegt bei etwa 0,07 Millimeter. Der Wassergehalt ist im Vergleich zum Sandwatt höher, jedoch noch begehbar. Der Anteil der Biomasse am Wattsediment ist hier höchsten. So wird das Mischwatt unter anderem vom bekannten Wattwurm besiedelt. Durch die vielen an der Wattoberfläche liegenden Kothaufen, ist er leicht auffindbar.

Schlickwatt

Das dunkle, fast schwarze Schlickwatt ist biologisch besonders. Es weist einen hohen Anteile an organischer Substanz auf und verfügt über einen Wasseranteil von 50 bis 70 Prozent, wodurch sich das tiefe Einsinken beim darüber laufen erklärt. Die Korngröße liegt bei rund 0.06 Millimetern.

Der hier oft wahrnehmbare, typische Geruch nach faulen Eiern erklärt sich durch die anaeroben Prozesse im sauerstoffarmen Sediment. Bakterien zersetzen organische Substanzen und erzeugen als Endprodukt stinkenden, schwarzen Schwefelwasserstoff.

Der Sauerstoffgehalt ist in allen Wattschichten recht gering. Da aber die Schichten der Schwefelwasserstoffproduktion im Sand- und Mischwatt deutlich tiefer liegen als im Schlickwatt, stinkt es dort nicht so stark.

Priele

Das Schlickwatt ist von zahlreichen Prielen durchzogen. Priele sind Entwässerungssysteme – ähnlich den Flussläufen an Land.

Bei auflaufender Flut tritt das Wasser mit einer Geschwindigkeit von 0,1 bis 0,5 Meter pro Sekunde über die Ufer der Priele und überdeckt das Watt. Bei Ebbe ergeben sich Strömungsgeschwindigkeiten von 1 bis 1,5 Meter pro Sekunde. Deshalb ist das Schwimmen im Meer bei ablaufendem Wasser (Ebbe) strengstens untersagt.

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