Online-Gewinnspiele als Köder für Spam-Mails

Wer bei Online-Gewinnspielen mitmacht, riskiert später, ungewollt zahlreiche Newsletter per Email zu erhalten. Nur wer vorsichtig ist, kann Spam verhindern.

Kurz vor der Fußball-Weltmeisterschaft haben zahlreiche Getränkehersteller wieder Gewinnspiele ausgelobt, um die Attraktivität, die ein solches Großereignis ausstrahlt, auf die eigene Marke zu lenken. Da die Preise wie Autos oder Luxusreisen bei diesen Preisausschreiben durchaus attraktiv sind, scheint der Reiz zum Mitmachen unabhängig von der tatsächlichen Gewinnwahrscheinlichkeit für viele Menschen besonders hoch. Manche sind regelrechte Fans solcher Gewinnspiele, so dass sie gezielt entsprechende Portale im Internet aufsuchen. Dort sind alle aktuellen Gewinnspiele in Deutschland gelistet und mit einer Suchfunktion kann nach bestimmten Anbietern oder Preisen recherchiert werden.

Vorsicht bei Gewinnspielportalen

Doch wer hier zu leichtfertig mit seinen persönlichen Daten umgeht, kann böse Überraschungen erleben, wie eine aktuelle Untersuchung der fiumenero consulting aus Berlin ergeben hat. Diese hat 5 Online-Gewinnspielportale getestet und jeweils nach dem gleichen aktuellen Gewinnspiel eines großen Softdrinkherstellers gesucht. In allen Datenbanken wurde man fündig. Wollte man nun jedoch zu den Gewinnspielen per Link weitergeleitet werden, musste man bereits sensible Daten angeben wie Name, Geburtsdatum und Anschrift, ergänzt um eine Email-Adresse oder wahlweise eine Telefonnummer. Begründet wird dies damit, dass man als möglicher Gewinner ja schließlich auch benachrichtigt werden soll. Das leuchtet ein. Es fragt sich aber, ob dies zu diesem Zeitpunkt schon geschehen muss oder ob es nicht ausreicht, wenn dies erst auf der Webseite des jeweiligen Gewinnspielanbieters geschieht. Die Motivation für dieses Vorgehen der Portale wird schnell klar, wenn man sich das weitere Geschehen betrachtet.

Denn mit der Registrierung stimmt man automatisch der Weitergabe der Daten an sogenannte Kooperations- oder Werbepartner zu. Diese Zustimmung kann man zwar widerrufen, im Fall der getesteten Plattformen aber nur im Nachhinein. Das ist sehr umständlich, zumal dies schriftlich erfolgen muss. Bis der Widerruf dann nämlich umgesetzt wird, vergeht eine Menge Zeit, in der die Daten offensichtlich schnell weiterverbreitet werden. Hier wäre es seriöser, wenn man durch entsprechende Anwahl im Vorfeld der Weitergabe seiner Daten zustimmen muss, anstatt im Nachhinein umständlich den Widerruf auszuüben.

Spamschutz fehlt

Unter der bei den Portalen hinterlassenen Email-Adresse gingen im Durchschnitt pro Portal innerhalb der nächsten 24 Stunden 17 Email-Newsletter ein, hauptsächlich von Reiseveranstaltern bzw. Last-Minute-Reiseportalen. Interessanterweise hatten von 12 Reiseportalen als Absender zwar alle jeweils verschiedene GmbHs als Urheber, diese wiederum aber alle den gleichen Geschäftsführer. Glücklicherweise konnten alle Newsletter direkt über einen entsprechenden Link umgehend und dauerhaft wieder abbestellt werden, ärgerlich ist diese Praxis aber schon. Nur bei einer Gewinnspielplattform wurde nach der Registrierung eine automatische Mail verschickt, mit der überprüft wurde, ob die Anmeldung vom Absender überhaupt vorgenommen und gewünscht wurde. Es ist hier ein Leichtes, durch den missbräuchlichen Eintrag fremder Email-Adressen auf einer solchen Plattform beim Empfänger für eine ungeahnte Spamflut zu sorgen.

Für Preisausschreiben separate Email-Adressen nutzen

Wer an Online-Gewinnspielen teilnehmen möchte, sollte sich im Klaren darüber sein, was mit seinen Daten geschehen kann. Seriöse Anbieter leiten entweder ohne vorherige Registrierung direkt zum gewünschten Gewinnspiel weiter oder machen die Weitergabe der Daten vorab zustimmungspflichtig. Das schränkt die Gefahr, unerwünschte Spam-Mails zu erhalten, deutlich ein. Am besten ist es sowieso, sich für solche Fälle bei einem Anbieter wie yahoo, Web.de oder GMX ein kostenloses Email-Konto zusätzlich zur normalen privaten Emailadrese zu besorgen. Diese Anbieter verfügen mittlerweile zum einen über gute Spamfilter, und wenn es doch mal mit Spam überhand nimmt, ist ein solches Konto auch schnell wieder gelöscht. Das ist dann unkomplizierter als bei einem privaten Email-Konto. Schon gar nicht nutzen sollte man dienstliche Emailkonten für solche privaten Aktivitäten. Je nach Arbeitgeber und Arbeitsvertrag kann das eine Abmahnung oder sogar die fristlose Kündigung zur Folge haben.

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