„Plauze“ oder „Stolz des Mannes“? Bierbauch und Gesellschaft 

Umfrageergebnisse, Sprüche und Kurioses rund um den Bierbauch.

„Curva de la felicidad“ – Rundung der Glückseligkeit – ist eine umgangssprachliche Ausdrucksweise, die man im Spanischen gebrauchen kann, um das Bäuchlein beim Mann zu bezeichnen. Doch bei Weitem nicht immer fällt die Wertung des Bierbauches so positiv aus.

Frauen mögen keine Bierbäuche, aber durchaus Biertrinker

Die Deutschen scheinen da ein weniger liebevolles Verhältnis zum männlichen Bauch zu pflegen. Zumindest die Frauen. Laut einer Studie stören sich die deutschen Frauen am meisten am Bauch ihres Partners – 20 Prozent finden ihn zu dick. Auf der Mängelskala belegt er den ersten Platz, gefolgt von ungepflegten Zähnen. Ebenfalls als sehr störend wird die Glatze empfunden. Die Männer finden dagegen Rundungen und Pölsterchen an Bauch, Oberschenkeln und Po, den viel beklagten Problemzonen der Frauen, überraschend wenig dramatisch.

Über biertrinkende Männer jedoch scheint die Meinung unter Frauen gespalten zu sein. In einer Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), die im Auftrag des deutschen Brauer-Bundes durchgeführt wurde, fanden rund 45 Prozent der befragten Frauen biertrinkende Männer sexy, weil man mit ihnen Spaß haben, gut lachen und mal auch über die Stränge schlagen kann. In Sachsen-Anhalt waren, Biertrinker aufgepasst, gar 66 Prozent der befragten Frauen dieser Meinung. 18 Prozent der Frauen hielten Biertrinker für hervorragende Flirtpartner.

Verstehe da einer das schöne Geschlecht. Denn im Volksmund heißt es längst:

Mit dem Bieres Hochgenuss, wächst des Bauches Radius“. Zur Kontroverse, ob zwischen dem Bierbauch und dem Bierkonsum tatsächlich eine Beziehung besteht, mehr im Artikel „Kommt der Bierbauch vom Bier?.

Ein breites Meinungsspektrum zum Bierbauch unter Männern

Wenn schon bei Umfragen unter Frauen die Meinung zu Bierbauch und Bierkultur sehr heterogen ausfällt, sind die Männer umso unterschiedlicher ihrer „Plauze“ gegenüber eingestellt. Umfragen im Bekanntenkreis ergeben eine große Spanne an Meinungen.

Während der einundzwanzigjährige Ronny meint: „Ich traue mich mit der Wampe nicht ins Schwimmbad, was sollen die Mädels denken“, sieht Paulo, ein brasilianischer Tanzlehrer in seinen mittleren Jahren, augenzwinkernd in die Runde der Studentinnen, die Jazz-Dance bei ihm lernen möchten. „Guckt mal, ich habe einen Bauch, und ich liebe meinen Bauch. Beim Tanzen muss ich ihn nicht verstecken.“ Und er dreht eine elegante Pirouette. „Wenn ich aber meinen Bauch richtig anspanne, für die Körperhaltung, habe ich weniger Bauch als du“ – und er sieht lächelnd eine schlanke Tanzschülerin an. Paulo nimmt eine straffe, anmutige Körperhaltung ein, wobei das Bäuchlein tatsächlich verschwindet, und lässt ihn im nächsten Moment zur allgemeinen Begeisterung wieder eine kugelrunde Form annehmen.

Und Florian (22) behauptet selbstironisch: „Dieser Bauch ist in mühevoller Arbeit gewachsen, dahinter stecken mehreren Monate oder sogar Jahre futtern. Viele Menschen haben einen normalen Bauch, aber mit so einem Prachtbauch kann nicht jeder glänzen“. Um den Effekt seiner Worte zu verstärken, streicht er in einer theatralischen Geste über seinen Bauch.

Schönheits-OP ausgeschlossen

Viele Bierbauchbesitzer stören sich an ihrer Plauze und würden sie am liebsten loswerden. Wegoperieren lässt sich diese freilich nicht. Denn im Gegensatz zu Frauen, deren Fettreserven am Bauch direkt unter der Haut liegen, befinden sich die Fettdepots des Männerbauches tief im Inneren in einem fetthaltigen Netz zwischen den Bauchschlingen. Fettabsaugen ist deshalb nicht möglich.

Besteht die Wampe bereits und stört sie den Besitzer, bleibt also nur das Training. Denjenigen, die jedoch eine stoische Ruhe bewahren und mit einem Bierkrug und einer Haxe den Entschluss feiern, weiterhin im Besitz jedes Quadratzentimeters ihres Bauches zu bleiben, widmet ein unbekannter Autor diesen im Internet kursierenden Trinkspruch:

Müde bin ich, geh zur Ruh,

decke meinen Bierbauch zu.

Herrgot lass den Kater mein

morgen nicht so grausam sein.

Bitte schenk mir wieder Durst,

alles and’re ist mir WURSCHT!

Dieser Artikel, der sich mit der gesellschaftlichen Sicht auf den männlichen Bauch befasst, ist Teil einer Trilogie über den Bierbauch:

Im Artikel „Kommt der Bierbauch vom Bier?“ wird die Entstehung des Fettbauches beim Mann unter die Lupe genommen und die spannende Frage verfolgt, ob eine Beziehung zum Biergenuss besteht.

Wer sich überlegt, seinen Bauchumfang zu reduzieren, findet unter „Liebe Wampe, schmilz dahin – den Bierbauch loswerden“ ein sportwissenschaftliches Konzept zur Bauchreduktion beim Mann.

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