Psychologen, Psychotherapeuten und Psychiater

Wer macht was in den unterschiedlichen Heilberufen für die Seele?

Wer ist für Psychotherapie, Lebensfragen, psychosomatische Beschwerden und psychische Störungen zuständig? Für Menschen, die Hilfe suchen, ist das häufig nicht klar.

Die Berufsbezeichnungen im Zusammenhang mit der menschlichen Psyche sind für viele Menschen oft unklar und verwirrend. Wer macht eigentlich was und wer ist wofür zuständig? Die Beantwortung dieser Fragen gewinnt dann besonders an Bedeutung, wenn jemand sich in seelischer Not befindet und professionelle Hilfe benötigt. Wer Kenntnis darüber hat, was sich hinter den einzelnen Berufen verbirgt, wird leichter wissen, an wen er sich bei Bedarf wenden muss.

Psychologen

Das Wort Psychologie stammt aus dem Griechischen und heißt übersetzt „Seelenkunde“.

Die Berufsbezeichnung „Psychologe“ ist geschützt, das bedeutet, nur wer ein abgeschlossenes Hochschulstudium im Fach Psychologie absolviert hat, darf sich „Psychologe“ nennen. Nach dem Grundstudium über das Verhalten und Erleben des Menschen in unterschiedlichen Bereichen, folgt ein Schwerpunktstudium, in dem sich der angehende Psychologe auf ein Anwendungsgebiet spezialisiert. Zu den Anwendungsgebieten gehören z. B. Klinische Psychologie, Pädagogische Psychologie, Kommunikationspsychologie, Arbeitpsychologie und Wirtschaftspsychologie. Nach dem Studium absolvieren viele Psychologen eine weitere Zusatzausbildung und sind anschließend z.B. als Therapeut, Schulpsychologe, Coach, Supervisor, Betriebspsychologe und Unternehmensberater tätig.

Psychologische Berater

Psychologische Berater haben eine psychologische Grundbildung, aber kein Universitätsstudium. In der Regel arbeiten sie in Einrichtungen des Gesundheitswesens und beraten Menschen in Gesundheits-, Familien- und Lebensfragen. Sie haben häufig eine Ausbildung und Berufserfahrung in einem sozialen Beruf wie z.B. Ernährungsberater, Gesundheitspfleger, Physiotherapeut, Erzieher.

Psychotherapeuten

Psychotherapeuten arbeiten in freier Praxis und in Kliniken. Sie behandeln Menschen mit psychischen Erkrankungen wie z.B. Zwängen, Angststörungen, Depressionen, Essstörungen und helfen in Lebenskrisen, nach traumatischen Erlebnissen oder begleitend bei chronischen Erkrankungen. Die Bezeichnung „Psychotherapeut“ ist erst seit 1999, mit dem neu geregelten Psychotherapeutengesetz, gesetzlich geschützt. Es werden entsprechend ihrem Grundberuf „psychologische Psychotherapeuten“ und „ärztliche Psychotherapeuten“ unterschieden. Beide haben eine psychotherapeutische Zusatzausbildung abgeschlossen. Zur Ausübung der Psychotherapie berechtigt sind darüber hinaus „Kinder- und Jugendlichentherapeuten“ und „Heilpraktiker für Psychotherapie“.

Facharzt für Psychotherapeutische Medizin

Ein Arzt, der diese Weiterbildung durchlaufen hat, ist in den Bereichen Psychosomatik, Psychiatrie und Psychotherapie ausgebildet und behandelt vor allem Menschen mit psychosomatischen Störungen. Dazu gehören Erkrankungen bei denen seelische und körperliche Prozesse gleichermaßen eine Rolle spielen, wie z. B. Migräne, Asthma, Bluthochdruck, Magengeschwüre und vor allem solche Störungen, bei denen sich keine körperlichen Schädigungen feststellen lassen.

Psychiater

Psychiatrie ist die medizinische Lehre von den psychischen Störungen und Krankheiten, einschließlich ihrer Diagnose, Therapie und Prävention.

Psychiater sind Ärzte, die sich auf das Fachgebiet der Psychiatrie spezialisiert haben. Der Schwerpunkt ihrer Tätigkeit liegt in der genauen Diagnostik und Behandlung psychischer Erkrankungen. Als Ärzte sind sie befugt, Medikamente zu verordnen, was je nach Ausprägung einer psychischen Erkrankung, neben einer gleichzeitigen Psychotherapie, notwendig sein kann. Wenn Fachärzte der Psychiatrie eine zusätzliche Weiterbildung in einem psychotherapeutischen Verfahren abgeschlossen haben, sind sie gleichzeitig „ärztliche Psychotherapeuten“.

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