Q-Fieber – Zoonose mit grippeähnlichen Symptomen

Coxiella burnetti wird von Tieren auf den Menschen übertragen. Q-Fieber, Krim-Fieber und Ziegengrippe bezeichnen die gleiche Krankheit. Sie verläuft meist ähnlich einer Grippe, kann aber auch heftiger ausfallen.

Q-Fieber ist eine von Tieren auf den Menschen übertragbare Krankheit (Zoonose), die ähnlich einer Grippe verläuft. Der Erreger, Coxiella burnetii, kann in Staub, Heu oder Wolle jahrelang überleben. Träger des Erregers sind hauptsächlich Paarhufer wie Ziegen, Schafe und Rinder, die sich durch Zeckenkot infizieren. Auch wenn eine Übertragung von Mensch zu Mensch äußerst selten vorkommt, handelt es sich beim Q-Fieber um eine meldepflichtige Krankheit.

Geschichte des Q-Fiebers und Synonyme

1937 beschrieb Edward Holbrook Derrick die Erkrankung erstmals wissenschaftlich. Der Erreger, Coxiella burnetii, konnte 1938 in den USA aus Zecken isoliert werden. Im gleichen Jahr wurde der Übertragungsweg beschrieben. Q-Fieber ist auch unter anderen Namen bekannt. Die bekanntesten Synonyme sind:

  • Krim-Fieber
  • Query-Fieber
  • Queensland-Fieber
  • Balkan-Grippe
  • Siebentagefieber
  • Wüstenfieber
  • Ziegengrippe

Q-Fieber – Vorkommen und Symptome

Coxiella burnetii kommt, mit Ausnahme von Neuseeland und der Antarktis, in allen Ländern der Erde vor. Träger des Erregers sind hauptsächlich Paarhufer, aber auch Hunde, Katzen, Kaninchen und Wildtiere. Besonders häufig tritt die Krankheit in landwirtschaftlich geprägten Regionen auf. Infizierte Tiere scheiden den Erreger über den Kot und Urin aus und kontaminieren damit die Umwelt. Über den Luftweg kann sich das Q-Fieber aber auch über größere Distanzen verbreiten. Problematisch ist die Tatsache, dass Q-Fieber bei Tieren kaum erkennbare Symptome verursacht. Häufig wird die Krankheit erst erkannt, wenn sich unverhältnismäßig viele Menschen in der Umgebung infizieren. Auch Spaziergänger, die kontaminierte Weiden passieren, können den Erreger verbreiten.

Die Krankheit verläuft meist grippeähnlich mit plötzlich einsetzendem Fieber, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Appetitlosigkeit, Husten und Schüttelfrost. Selten ist auch der Magen-Darm-Bereich betroffen. Das Fieber hält sieben bis 14 Tage lang an. Meist verschwinden die Symptome anschließend ebenso schnell, wie sie auftraten.

Im Verlauf des Q-Fiebers können auch Hepatitis, Lungenentzündungen und Leberentzündungen auftreten. Wobei Lungenentzündungen häufiger in Nordamerika, Leberentzündungen häufiger in Europa mit der Krankheit einhergehen. Die chronische Form des Q-Fiebers verursacht Entzündungen der inneren Herzhaut und des Herzbeutels. Sie verläuft unbehandelt meist tödlich.

Therapie und Impfstoff

Zur Behandlung von Q-Fieber haben sich Antibiotika und Malariamittel bewährt. Patienten mit Herzklappenanomalien und Schwangere benötigen eine gesonderte Therapie. Besonders gefährdete Berufsgruppen sind Tierärzte, Schlachthofpersonal und Labormitarbeiter. Ein Impfstoff existiert, ist aber in Deutschland verboten.

Coxiella burnetii als biologische Waffe

Aufgrund seiner hohen Überlebensfähigkeit ist Coxiella burnetii eine geeignete biologische Waffe, die eine hohe Ausfallquote bewirkt. Die USA und Russland erforschten den Erreger bereits vor dem Zweiten Weltkrieg auf seine militärische Nutzbarkeit hin. Die USA stellte Q-Fieber als biologischen Kampfstoff bis etwa 1970 her, Russland bis mindestens 1990. Im Jahr 2006 infizierte sich die Mitarbeiterin eines Biowaffenforschungslabors der Texas A&M University mit Q-Fieber, obwohl offiziell nicht mehr an dem Erreger geforscht wird.

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