Ratschläge zur Bewältigung eines Seitensprungs

So kann der Frieden weder hergestellt werden. Alle außerehelichen Affären haben sieben Phasen die durchlebt werden müssen. Sechs, im Folgenden beschriebene Merkmale, zeigen an, wann die Krise bewältigt ist.

Manchmal ist es die rosarote Liebe auf den ersten Blick, in anderen Fällen eine einprägsame, streitbare Begegnung, die mit mehr oder weniger vielen Umwegen zum Beginn einer Partnerschaft oder Ehe führt.

Eines haben alle Bindungswilligen gemeinsam. Sie beginnt ihren gemeinsamen Weg mit einer freudigen, grenzenlosen Erwartung und der Hoffnung auf eine wunderschöne, ungetrübte Zukunft. Zum Beginn der Beziehung wird gewöhnlich keine Sekunde an eine mögliche Untreue des Partners und wie damit umgegangen wird, verschwendet. Ratsam wäre es allerdings, denn wenn man den Statistiken Glauben schenkt, ist kaum eine Beziehung gegen Seitensprünge gefeit. In vielen Fällen bedeutet eine Beziehung außerhalb einer festen Partnerschaft das Ende der Paarbeziehung. Manchmal wird darüber nachgedacht, ob das der zwangsläufige Weg ist und unter welchen Bedingungen „Fremd gehen“ des Partners akzeptiert werden kann.

Die sieben Phasen eines Seitensprungs

Die Autoren Maureen Luyens und Alfons Vansteenwegen haben in ihrer Arbeit mit betroffenen Paaren festgestellt, dass alle Affären in sieben typischen Phasen verlaufen. In ihrem Buch: „Trotz aller Liebe- Wie überstehen wir den Seitensprung?“,stellen sie diese vor:

  • Phase 1: Eine Beziehung mit einer dritten Person entsteht
  • Phase 2: Vermutungen und Verleugnen
  • Phase 3: Aufdeckung, emotionale Ausbrüche und unüberlegte Reaktionen
  • Phase 4: Entscheidungen fällen
  • Phase 5: In der Sackgasse
  • Phase 6: Die Affäre endet
  • Phase 7: Die Verarbeitung

Die Autoren weisen im Buch auf, wie Paare eigene Lösungs- und Handlungsmöglichkeiten entdecken und für sich nutzten.

Nicht immer ist eine Wiedervereinigung die bessere Lösung

In einigen Fällen war die Entscheidung für eine Trennung, wohlgemerkt erst nach der 7. Phase der Verarbeitung der Situation, sinnvoll.

Dieser neue Denkansatz in der Paartherapie ermöglicht den Beteiligten einen distanzierten Blick auf das unmittelbare Geschehen. Diese ist notwendig, um tragfähige Entscheidungen für den untreuen Partner, den treuen Partner, die Kinder und die dritte Person und dessen Bezugspersonen zu treffen. Erst mit diesem Abstand kann ein Seitensprung zu einer Chance für einen Neuanfang oder zu einem befriedigenden Start in eine neue Beziehung werden.

Ein Buch in Krisensituationen und in glücklichen Beziehungen

Was wäre, Wenn… ist auch vor einer Eheschließung interessant zu diskutieren. Es stellen sich klar die unterschiedlichen Anschauungen der zukünftigen Lebenspartner heraus, das Paar kann Vorkehrungen und Vereinbarungen treffen.

Beim Lesen der Ratschläge im Buch erstaunt, wie sich die Reaktionen der Betroffenen gleichen. Wut, Bestürzung, Enttäuschung, bohrende Fragen, zeichnen die Zeit der Vermutung und der Entdeckung und es ist ein langer Weg bis sich die Gemüter wieder besänftigt haben. Jeder dieser Zustände wird im Buch besprochen und analysiert. Ganz klar stellt sich heraus, dass die Paare die Situation für sich befriedigend lösen können, wenn sie grundlegende Fähigkeiten, wie konstruktiv streiten und lösungsorientierte Gespräche zu führen, gelernt haben. Es scheint wichtig zu sein gemeinsame, neutrale Gesprächspartner außerhalb der Beziehung zu haben. Wie es sich im Buch herauskristallisiert, hinterlässt ein Seitensprung immer Wunden. Der Vertrauensverlust wirkt sich langfristig aus. Es wird ersichtlich dass, wenn man „Für und Wider“ abwägt, ein Seitensprung sich nur in den seltensten Fällen lohnt.

Es wird nach einem Seitensprung nie mehr so sein wie früher

Es wird anders. „Aber das heißt nicht, dass es schlechter wird“, ist eine Schlussfolgerung der Autoren. Es sei eine große Aufgabe diese Verletzung in der Beziehung gemeinsam wirklich zu verarbeiten und das bedeute keinesfalls den „Kopf in den Sand zu stecken“ und so zu tun als sei nichts passiert. Die Verarbeitung wird erst möglich, so die Autoren, wenn man dem Partner seine Verletzung mitteilt, man gemeinsam das Leiden durchmacht. Der treue Partner betrauert den Verlust einer lieben, vertrauten Person, aber auch der untreue Partner verabschiedet sich von einer oft kurzzeitig erquickenden Lebenssituation. Ob der Verarbeitungsprozess abgeschlossen ist, erkennen die Partner an sieben untrüglichen Verhaltensweisen.

  • Guter Schlaf
  • Vergessen der Affäre
  • Die negativen Gefühle zum festen Lebenspartner nehmen ab
  • Der untreue Partner spürt Wut gegen die dritte Person
  • Man genießt die Gemeinsamkeit mit dem Lebenspartner
  • Der untreue Partner wundert sich, was er an der anderen Person sah und fragt sich: „Was habe ich nur getan?“

Ausführlich wird aufgezeigt, wie eine gemeinsame Verarbeitung konkret aussehen kann, und welche Punkte unabdingbar sind.

Infoquelle:Trotz aller Liebe- Wie überstehen wir den Seitensprung? Von Maureen Luyens und Alfons Vansteenwegen

Die Autoren: Maureen Luyens ist Psychologin und Sexualtherapeutin. Sie arbeitet an der Universitätsklinik in Leuven/Belgien als Supervisorin und Trainerin für Paar-, Familien-, und Sexualtherapie. Maureen Luyens ist mit Alfons Vansteenwegen verheiratet und hat vier Kinder.

Alfons Vansteenwegen ist Direktor und Professor des Instituts für Familien- und Sexualstudien der Katholischen Universität Leuven/Belgien. Seit 30 Jahren arbeitet er als Psychologe, Sexualtherapeut und Paartherapeut. Seine zahlreichen Bücher wurden in viele Sprachen übersetzt.

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