Reizvolle Wanderung um die alte Residenzstadt und Veste Coburg

Rund um die Residenzstadt Coburg führen reizvolle Wege vorbei an vielen Sehenswürdigkeiten durch eine sanfthügelige Landschaft mit nur geringen Steigungen.

Die heutige Wanderung rund um Coburg umfasst den südwestlichen Bogen und führt vom Bahnhof Creidlitz zum Wolfgangsee im Coburger Westen. Rund um den Bahnhof, der sowohl mit Zügen als auch Bussen in häufiger Taktung angefahren wird, gibt es auch genügend Parkmöglichkeiten für Autofahrer.

Nach einem verregneten August hat sich jetzt Anfang September wunderbares Wetter eingestellt. Die Mittagssonne lacht aus einem strahlend blauen Himmel und flutet spätsommerlich über das Land.

Das weite Tal der Itz begrüßt den Wanderer

Fröhliche Wanderlust lässt das Herz höher schlagen. Man folgt dem Markierungsschild mit dem orangen C auf hellem Grund vom Creidlitzer Bahnhof in Richtung Ortsmitte, wendet sich nach links über den Bahnübergang und sofort danach wieder nach links, vorbei an einem Supermarkt. An der nachfolgenden Straßengabelung hält man sich rechts und überquert auf einer Brücke die Stadtautobahn.

Man erreicht den weitläufigen Itzgrund und wandert etwa einen Kilometer auf der Ortsverbindungsstraße Richtung Finkenau durch ein ausgewiesenes Vogelschutzgebiet. Achtung hier fehlt das Markierungsschild.

Vor dem Wanderer liegt die kleine Siedlung beschaulich zwischen alten Laubbäumen und einem verträumten Tümpel. Man durchquert Finkenau Richtung Ahorn auf einer schmalen, gewundenen Ortsverbindungsstraße durch ein Waldstück, das dem Wanderer erquickenden Schatten spendet. Am fröhlich blauen Himmel zeigen sich in lauer Luft erste Schäfchenwolken.

An Ahorn vorbei zum historischen Gerätemuseum

Auf Höhe der Abzweigung nach Ahorn führt jetzt ein geschotterter Wald- und Wiesenweg scharf nach links durch die freie Natur zum historischen Gerätemuseum. Links begleiten den Naturfreund endlose Reihen üppig wuchernder Hecken, rechts dehnt sich bergan eine wellige Felderlandschaft aus. Die Erntezeit ist vorbei, die Äcker zeigen sich noch stoppelig, nur wenige sind bereits gepflügt und durchbrechen als eingestreute braune Streifen das warme Gelb der Stoppeln. Der nahende Herbst liegt duftend in der Luft.

Jetzt taucht vor dem Wanderer über den Hügelkuppen das Gerätemuseum mit seinen Fachwerkgebäuden auf. Die buntroten Dächer sind mit den damals regional typischen, handgeschlagenen Ziegeln eingedeckt. Im historischen Gerätemuseum kann die bäuerliche Landwirtschaft unserer Vorväter ausgiebig studiert werden. Originalgerätschaften, Infotafeln und Filmmaterial zeigen eindrucksvoll das damalige Landleben.

Nachdem man sich ausführlich informieren konnte, lädt ein schattiger Biergarten zum Verweilen ein. Von regionalen Spezialitäten lässt man sich gerne verführen. An Geist und Körper gestärkt geht es jetzt weiter Richtung Ahorn geradewegs auf die B300 zu, die man überquert. Die pralle Sonne lässt das luftigleichte Sommergefühl noch einmal aufkeimen.

Durch stille Wälder und weite Felder

Hinter mächtigen Baumriesen grüßen das ehrwürdige Ahorner Schloss und die daneben liegende Kirche herüber. Leider kann man das Schloss nur von außen bewundern, da es für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist. Nach Überquerung der Bundesstraße stößt man auf den romantischen Dorfteich. Ein Schwan putzt sich am Ufer und die Entchen sind ganz aufgeregt, da sich eine von ihnen in einem Gitter verfangen hat.

Leider fehlt auch hier ein Markierungsschild. Nach dem Passieren des Teiches biegt man links ab, kurz danach rechts um die Häuserecke an einer Bushaltestelle vorbei und wandert die ansteigende lange Gasse hoch. Hier stößt man wieder auf das orange C. Diese schattige, eichenbestandene Dorfstraße führt bergan zum Sandberg in das Ahorner Villenviertel. Man lässt die Häuser hinter sich und wandert wie durch einen natürlich gewachsenen Torbogen in den schattigen Wald. Nach einiger Zeit öffnet sich das dichte Grün und im Talkessel liegt vor einem das schöne Coburg.

Ein Reh grast am Waldrand und spitzt, nachdem es den Naturfreund bemerkt hat, die Löffel. Obwohl es nur 20 Meter entfernt ist, zeigt es keine Scheu und putzt sich das Fell, bevor es langsam weiter trottet und zwischen den Bäumen verschwindet.

Es geht leicht bergab geradeaus weiter in Richtung Wüstenahorn. Man taucht ein in einen Mischwald und dessen vielfältig getöntes, schattenspendendes Grün, das den Wanderer einhüllt und unter die Fittiche nimmt. Es ist ganz still. Auch kein Vogelgezwitscher durchweht die Lüfte. Ein sanfter Wind streicht wispernd über raschelnde Zweige und Blätter.

Der Wolfgangsee lädt zum Verweilen ein

Nach einer Weile wendet sich der Weg nach rechts auf die Straße nach Wüstenahorn zu. Man folgt dieser nach links. Achtung, hier muss man auf die Wegführung südlich des Sees achten. Man wandert nicht in Richtung Ortsmitte weiter, sondern passiert den Südrand von Wüstenahorn auf einem Waldweg, bis dieser den idyllischen Wolfgangsee mit seiner Schwimmblatt-Pflanzengesellschaft erreicht. Hier laden am Ufer zum Abschluss unserer Wanderung gemütliche Bänke zu Rast und Ruhe ein. Im milden Licht des Spätsommers spiegeln sich die wunderbaren, sich ständig verändernden Formen der umgebenden Natur. Das stille Wasser verlockt zum Schwimmen, doch leider ist das offiziell nicht erlaubt. Ein Angelverein hat hier sein Domizil und möchte den eingesetzten Fischbeständen keinen Stress durch Badelustige zumuten. Nachdem man seine Kräfte aufgetankt hat, kann man mit dem Stadtbus über den neuen Busbahnhof in Coburg nach Creidlitz zurückfahren, dem Ausgangspunkt der reizvollen Wanderung.

Kartenmaterial:

  • Amtliche Umgebungskarte des Bay. Landesvermessungsamtes UK 50-3, Maßstab 1:50 000
  • Coburger Land, Oberes Maintal mit Nebenkarte Bamberg
  • Wegausschilderung: rund um Coburg – oranges „C“ 290-400 Höhenmeter

Die Wanderstrecke lässt sich auch für ungeübte Wanderer oder Familien mit Kindern leicht bewältigen.

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