Risiken bei Unternehmensanleihen

Was sind die Risiken der Geldanlage? Hohe Renditen sind interessant für Anleger.

Unternehmensanleihen sind reizvoll. Wegen der vergleichsweise hohen Renditen und wegen der gemessen an Aktien größeren Sicherheit bei festverzinslichen Anlagen sollte man über ein Engagement in diesem Marktsegment nachdenken. Doch dabei darf man die Risiken der Geldanlage nicht außer Acht lassen. Das Schlimmste, was einem Anleihenbesitzer passieren kann, ist, dass das Unternehmen, dessen Anleihen man gekauft hat, in Konkurs geht. Das ist das Insolvenzrisiko, das wohl größte Risiko des Gläubigers.

Das Alptraumszenario heißt Konkurs

Insolvenz bedeutet: ein gerichtliches Verfahren in dem durch Vollstreckung das gesamte Vermögen des Gemeinschuldners alle persönlichen Gläubiger anteilig befriedigt werden. Zweck des Insolvenzverfahrens ist, dass alle Gläubiger gleichermaßen, aber nur teilweise Erfüllung ihrer Forderungen erlangen. Ein bekanntes Beispiel für Insolvenz sind die Anleihen des niederländischen Flugzeugbauers Fokker. Zum Jahresanfang 1996 veröffentlichte die Daimler Benz AG die Beendigung ihres Engagements im Fokker-Konzern. Der Kurswert der Anleihe verfiel binnen weniger Tage. Aber auch in Deutschland gab es einen Skandal: Stichwort FlowTex Technologie GmbH. Das Unternehmen aus Ettlingen wurde am 4. Februar 2000 zahlungsunfähig.

Kursrisiken beachten

Ein Risiko beim vorzeitigen Ausstieg aus Unternehmensanleihen ist das beim Kauf zunächst häufig unbeachtete Kursrisiko. Nicht davon betroffen sind die Sparer, die ihre Anleihen bis zum Ende der Laufzeit, also bis zur Fälligkeit halten. Zu berücksichtigen sind Kursänderungsrisiko daher nur von denjenigen, die ihre Anleihen vorzeitig vor Fälligkeit verkaufen. Welcher Kurs dann zu erzielen ist, ist in den meisten Fällen von vorneherein ungewiss. Denn wer vor Ablauf veräußert, muss den aktuellen Kurs hinnehmen. Und ist der Zins am Markt höher als bei seiner Anleihe, muss der Verkäufer Abschläge akzeptieren. Es lohnt sich also vor dem Verkauf einen Blick auf das momentane Kursniveau zu werfen. Dabei ist die Länge der Restlaufzeit entscheidend bei der Intensität der Kursschwankungen. Das bedeutet auch, dass Anleihen mit kurzen Restlaufzeiten von einigen Monaten bis zu zwei Jahren ein relativ geringes Kursrisiko bergen.

Anleihebedingungen auf Kündigungsrisiko prüfen

Nicht unerwähnt bleiben darf auch ein Problem im Detail. Hin und wieder behalten sich Emittenten ein in den Anleihebedingungen im Emissionsprospekt dokumentiertes vorzeitiges Kündigungsrecht – auch Call-Recht genannt – vor. Sie verschaffen sich damit die Möglichkeit, eine Anleihe vor der eigentlichen Fälligkeit zu tilgen. Solche Papiere mit Kündigungsrecht des Herausgebers bergen für Anleger die Gefahr, dass ausstehende Tilgungszahlungen vorzeitig geleistet werden und das Geld nur zu ungünstigeren Konditionen, als den in der ursprünglichen Anleihe verbrieften, wieder angelegt werden kann. Damit kann es zu Abweichungen von der eigentlich zu erwartenden Rendite führen. Vorteilhaft ist aber immerhin, dass solche Anleihen häufig von vornherein gewisse Renditeaufschläge im Vergleich zu Anleihen ohne Kündigungsfrist aufweisen.

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