Scharlach, Diphtherie, Keuchhusten: Bakterielle Kinderkrankheiten

Scharlach, Diphtherie und Keuchhusten – diese Kinderkrankheiten werden nicht durch Viren, sondern durch Bakterien verursacht – ein Überblick.

Während Kinderkrankheiten wie Masern, Mumps, Röteln und Windpocken durch Viren übertragen werden, gibt es auch einige Kinderkrankheiten, deren Erreger Bakterien sind. Der folgende Artikel soll einen Überblick über diese Infektionen, nämlich Scharlach, Diphtherie und Keuchhusten, bieten. Glücklicherweise sind lebensbedrohliche Erkrankungen wie Diphtherie und Keuchhusten in Industrienationen durch Impfungen und Antibiotika seltener geworden. In Entwicklungsländern sind diese Infektionen jedoch noch weit verbreitet und gefürchtet.

Durch Bakterien ausgelöste Kinderkrankheiten

Scharlach ist eine ansteckende, bakterielle Infektionskrankheit mit Ausschlag am ganzen Körper und kann zu Komplikationen wie Mittelohrentzündung, Herzmuskelentzündung, rheumatischem Fieber oder Nierenkörperchenentzündung (Glomerulonephritis) führen. Der Verlauf allerdings ist selten schwer. Eine erneute Scharlach-Erkrankung ist auch nach durchgemachter Infektion möglich, da Scharlach durch verschiedene Bakterien-Untergruppen ausgelöst werden kann.

Der Erreger (Streptokokken) wird via Tröpfcheninfektion beim Husten und Niesen übertragen, die Inkubationszeit beim Scharlach (Zeit zwischen der Infektion und dem Auftreten erster Symptome) beträgt 2-4 Tage. Danach treten der typische Hautausschlag, die gerötete „Himbeerzunge“, Fieber, Kopfschmerzen und Halsschmerzen auf. Solch typische Symptome wie die gerötete Zunge weisen auf die Diagnose Scharlach hin. Einen Hinweis liefern können auch die unter dem Unterkiefer auftretenden Lymphknotenvergrößerungen. Mittels Rachenabstrich kann der Erreger nachgewiesen werden. Der Kinderarzt behandelt Scharlach mit Antibiotika wie Penicillin.

  • Diphtherie (echter Krupp)

Die Diphtherie ist eine hochansteckende, bakterielle Infektionskrankheit, die in den Industrienationen aufgrund der Impfung selten geworden ist. Bei Nicht- oder zu spätem Erkennen können sehr schwere Verläufe auftreten, die tödlich enden können. Eine Herzmuskelentzündung kann zu Nervenschäden und Herztod führen. Die Übertragung des Bakteriums (Corynebakterium diphtheriae) erfolgt durch Tröpfcheninfektion. Eigentlicher Auslöser der Erkrankung ist jedoch das vom Erreger gebildete Gift (Toxin). Es stört die Stabilität der Zellmembran und tötet letzten Endes infizierte Zellen ab.

2-3 Tage nach der Infektion treten Symptome wie Fieber und Schluckbeschwerden auf. Später schwellen die Lymphknoten an und ein grau-weißer Belag entsteht auf der Rachenschleimhaut (sogenannte „Pseudomembran“). Damit einher geht ein schweres Krankheitsgefühl, der Verlust der Stimme, pfeifende Atmung, Atemnot und auch Erstickungsanfälle sind möglich.

Aufgrund dieser Symptome ist meist eine erste Diagnosestellung möglich. Zur Bestätigung der Diagnose wird ein Abstrich im Rachen oder der Nase entnommen, damit der Erreger nachgewiesen werden kann. Der Kinderarzt verabreicht ein Gegengift (Diphtherie-Antitoxin) sowie ein Antibiotikum. Die einzig wirksame Methode zur Vorbeugung ist die Impfung.

  • Keuchhusten (Pertussis)

Keuchhusten ist eine hochansteckende, bakterielle Infektionskrankheit. In etwa 10% der Fälle nimmt die Krankheit einen schweren Verlauf. Besonders für Säuglinge kann Keuchhusten lebensbedrohlich sein. Mögliche Folgekrankheiten sind Mittelohrentzündungen, Lungenentzündung und Erkrankungen des Gehirns. Der Erreger, das Bakterium Bordetella pertussis, wird per Tröpfcheninfektion (Husten, Niesen) übertragen. 1-2 Wochen nach der Infektion treten zunächst unspezifische Symptome auf wie Schnupfen, Husten und Heiserkeit. Daran anschließend beginnt eine zweite Phase mit dem typischen Keuchhusten: minutenlange, krampfartige Hustenanfälle (mit herausgestreckter Zunge), gehäuft in der Nacht, oft mit anschließendem Erbrechen. Aus den charakteristischen Hustenattacken ergibt sich für den Kinderarzt die Diagnose Keuchhusten.

Zur Behandlung verordnet der Kinderarzt Antibiotika. Krankenhausaufenthalte sind nicht selten notwendig, insbesondere bei erkrankten Säuglingen. Auch hier ist eine Impfung der einzig wirksame Schutz vor dieser Erkrankung.

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