Gutes Benehmen in Businesskreisen

Stil und Etikette sind als Codex wieder gefragt. Zwar ist die Gesellschaft insgesamt gesehen auch in den Bereichen Business und Politik lockerer geworden. Allerdings ist korrektes Benehmen nach wie vor angesagt.

Die Mehrzahl der Menschen, darunter auch viele Manager, fühlt sich in einem Nobelrestaurant nicht wirklich wohl. Man fürchtet, in ein Fettnäpfchen zu treten und in irgendeiner Form unangenehm aufzufallen. Vor allem bei Arbeitsessen und wichtigen Business-Meetings möchte man keinesfalls einen Fehler machen. Man weiß ja nie, inwieweit die Einhaltung von Benimmregeln bei der Karriere oder der Auftragsgewinnung eine Rolle spielt.

Stetiger Wandel

Die korrekten Umgangsformen spiegeln die Muster zwischenmenschlicher Interaktion und Kommunikation wider. Von der Gesellschaft werden diese Formen kritisch bewertet, und man stößt entweder auf Akzeptanz oder auf Ablehnung. Natürlich muss man die jeweiligen Anforderungen nach Herkunft, Kulturkreis und sozialem Milieu differenzieren. Darüber hinaus unterliegen sie ständigen Veränderungen.

Knigge als Vorreiter

Es gibt eine Person, deren Name ständig mit dem guten Benehmen in Verbindung gebracht wird: Freiherr Adolph Franz Friedrich Ludwig Knigge. Viele Gewohnheiten aus der heutigen Zeit würden den deutschen Schriftsteller und Vertreter der Aufklärung sicherlich zu Lebzeiten in Rage gebracht haben. Seine Aufklärungsschrift „Über den Umgang mit Menschen“ wird allerdings eigentlich fälschlicherweise für einen Benimmratgeber gehalten. Knigge beabsichtigte vielmehr, durch sein Buch für Taktgefühl und Höflichkeit im Umgang mit den Generationen sowie mit verschiedenen Berufen und Charakteren zu sorgen. Eine neue Auflage des Knigge-Bestsellers wurde dann nach seinem Tod vom Verlag um konkrete Benimmregeln erweitert.

Kategorischer Imperativ

Ob man sich jetzt nach Knigge richten will, oder nicht – eins steht fest: Gutes Benehmen, gute Manieren‚ guter Stil und auch Tischetikette sind wieder deutlich mehr gefragt. Ganz gleich, ob im beruflichen oder privaten Umfeld. Es ist sogar der Trend feststellbar, dass der Kleidungsstil deutlich konservativer wird.

Doch wie benehme ich mich denn nun korrekt? Selbst, wer aus einem „guten Elternhaus“ stammt, bewegt sich in der Öffentlichkeit oft auf glitschigem Parkett. Doch gutes Benehmen lässt sich erlernen. Kleine Fehler werden auch von honorigen Gesellschaften entschuldigt, wenn man nur eine grundsätzliche Höflichkeit und Authentizität an den Tag legt. Ein weiterer wichtiger Grundsatz ist hierbei der „kategorische Imperativ“ nach Kant: „Was Du nicht willst, was man Dir tu, das füg auch keinem anderen zu!“

Grenzen akzeptieren

Das bedeutet, Mitmenschen zu respektieren und ihnen ihre kleinen Macken verzeihen. Eine freundliche, aber nicht überschwängliche Begrüßung, eine gute Kommunikation, ein Small Talk mit Esprit und sich selbst nicht aufdringlich in den Vordergrund stellen – all dies sind Grundregeln, die jedermann einfach einhalten kann. Von Benehmen zeugt auch, wenn man Grenzen und Distanzzonen einhalten kann. Dabei sollte man die Körpersprache des anderen berücksichtigen, seine Würde achten und keine gefühlten Grenzen überschreiten!

Wichtige Gundregeln

In Deutschland und den meisten europäischen Ländern ist es üblich, sich die Hand zu reichen, ohne diese zu schütteln. Man blickt seinem Gegenüber dabei in die Augen und gestaltet den Händedruck fest, aber nicht zu fest und auch nicht zu schwammig. Sprechen Sie die Personen mit Namen an und versuchen Sie den Namen nicht im Gesprächsverlauf zu vergessen.

Ob im eigenen Unternehmen oder beim Kundenbesuch – bahndeln Sie alle Mitarbeiter gleich. Es ist egal, ob Sie mit dem Mann an der Maschine oder mit dem Vorstand sprechen. Alle Menschen wollen mit demselben Respekt behandelt werden. Es ist durchaus angebracht, einen kurzen Plausch mit dem Pförtner zu halten. Bleiben Sie dabei stets an der Oberfläche und thematisieren Sie nichts Brisantes.

Andere Länder-andere Sitten

Richten Sie sich nach den vorherrschenden Dresscodes und fragen Sie lieber vor der Veranstaltung nach, wenn Sie unsicher sind. Bei offiziellen Anlässen sollten Sie keine weißen oder bunten Socken tragen. Tragen Sie einen durchgängig dunklen Anzug. Verzichten Sie auf eine Pfeffer- & Salz-Kombination oder gelbes Sakko auf grüne Hose. Zudem sollten Sie eine gedeckte, einfarbige Krawatte tragen. Für Frauen gilt der Verzicht auf allzu Aufreizendes wie z. B. einen Minirock oder gar ärmellose Oberteile mit zu viel „Einblick“.

Natürlich gibt es in diesem Bereich noch sehr viel zu berücksichtigen und die Beschäftigung mit dem Thema „Umgangsformen“ lohnt sich in jedem Fall. Wer beispielsweise eine Geschäftsreise ins Ausland plant, sollte sich vorab über die Gepflogenheiten vor Ort informieren, die unter Umständen (zum Beispiel in Asien) sehr deutlich von den mitteleuropäischen Umgangsformen abweichen können. Man sagt nicht umsonst: „Andere Länder, andere Sitten.“

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