Schlafkrankheit – Arten, Symptome, Ursachen und Behandlung

Als Schlafkrankheit werden drei Arten von Erkrankungen bezeichnet, die mit unkontrollierbaren Schlafphasen einhergehen, anfallsweise oder lang andauernd.

Bei den drei als Schlafkrankheit bezeichneten Krankheitsbildern handelt es sich um die Afrikanische Trypanosomiasis, eine Tropenkrankheit, die durch die Tsetsefliege ausgelöst wird, die Europäische Schlafkrankheit, bei der es sich um eine Hirnentzündung handelt und die Narkolepsie, eine neurologische Erkrankung, die Schlafstörungen verursacht. Alle Krankheitsbilder treten unabhängig voneinander auf und sind von herkömmlichen Schlafstörungen zu unterscheiden.

Die Afrikanische Trypanosomiasis

Die Afrikanische Trypanosomiasis, auch Afrikanische Schlafkrankheit genannt, wird durch den Stich der Tsetsefliege übertragen. Zwei Erregertypen, die Trypanosomen, treten in Erscheinung, die der Ostafrikanischen Trypanosomiasis und der Westafrikanischen Trypanosomiasis. Erregerreservoire sind der Mensch, Rinder, Ziegen und Antilopen. Der Stich der Tsetsefliege ist sehr schmerzhaft und erfolgt oft auch durch Textilien hindurch. Nicht jeder Stich bedeutet sogleich eine Infektion, man geht aber von einem durchschnittlichen Infektionsrisiko von 1:100 aus. Welcher Erreger übertragen wird, ist oft von den Vorlieben der 31 Unterarten der Tsetsefliege für den Träger des Erregers abhängig. Auch die Region spielt eine Rolle. Hauptsächlich werden Einheimische mit der Schlafkrankheit infiziert, Touristen sind seltener betroffen.

Symptome der Afrikanischen Schlafkrankheit

Der Krankheitsverlauf dieser Schlafkrankheit ist je nach Erreger langsamer oder schneller fortschreitend. An der Einstichstelle kommt es bei fünf bis 20 Prozent der Fälle zu schmerzhaften Schwellungen mit einem zentralen Bläschen. Nach ein bis drei Wochen treten die eigentlichen Krankheitssymptome wie Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber, Schüttelfrost, Hautjucken, Ödeme, Lymphknotenschwellung und Anämie auf. Im zweiten Stadium der Krankheit, die je nach Erregertyp nach einigen Wochen oder nach vier bis sechs Monaten beginnt, dringt der Erreger ins zentrale Nervensystem ein. Bei den Infizierten treten nun Symptome wie Verwirrtheit, Schlafanfälle, Koordinationsstörungen, Krampfanfälle, Apathie und zunehmender Gewichtsverlust auf. Im Endstadium fallen die Patienten in einen kontinuierlichen Dämmerzustand und sterben nach einigen Monaten oder Jahren, wenn die Krankheit nicht behandelt wird.

Vorbeugung und Behandlung der Afrikanischen Trypanosomiasis

Vorbeugend anzuwendende Medikamente gibt es zurzeit nicht. Man kann die Tsetsefliege durch das Tragen von sehr heller Kleidung abwehren, denn diese ist vor allem auf Schwarz und Blau fixiert. Dennoch ist weitere Vorsicht geboten, da das Insekt sehr aggressiv vorgeht und schnell eine unbedeckte Stelle am Körper findet. Moskitonetze und tropengeeignete Repellents sind zusätzlich zu verwenden. Die Behandlung dieser Form der Schlafkrankheit erfolgt meist stationär, da schwerwiegende Nebenwirkungen auftreten können. Im ersten Stadium erfolgt sie durch die Medikamente Suramin oder Pentamidin, die nicht auf das zentrale Nervensystem (ZNS) wirken. Ist das ZNS bereits infiziert, werden Arsenverbindungen eingesetzt, die schwerwiegende Nebenwirkungen und eine Letalität von fünf Prozent verursachen können.

Die Europäische Schlafkrankheit

Die Europäische Schlafkrankheit (Encephalitis lethargica) trat in den Jahren zwischen 1917 und 1927 verstärkt auf und ist heute bedeutungslos, wenn auch nicht komplett ausgerottet. Es handelt sich um eine Gehirnentzündung mit Symptomen wie unkontrollierbaren Schlafanfällen oder zeitweiligen Störungen, die denen der Parkinson-Erkrankung ähnlich sind. Als Komplikation dieser Form von Schlafkrankheit können wachkomaähnliche Bewegungsstörungen auftreten. Bei infizierten Patienten, die die Krankheit überlebt haben, machen sich oft erst nach Jahren oder einem Jahrzehnt erneut neurologische Störungen bemerkbar, die denen der ersten Krankheitsphase gleichen. Sie enden schließlich in einem Zustand totaler Starre und Selbstvergessenheit. So geschehen bei den zahlreichen Opfern der europäischen Schlafkrankheit aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts, die in einem Buch des Neurologen Oliver Sacks beschrieben werden. Sacks experimentierte mit dem Mittel L-Dopa und wendete dieses erfolgreich an, um die Patienten aus ihrer Erstarrung zu holen. Die besondere Tragik dieser Fälle liegt jedoch in der Tatsache, dass viele der Patienten nach jahrelangem geistigem Stillstand die Befreiung ihres Geistes psychisch nicht verkrafteten und entweder erneut geisteskrank wurden oder in die Erstarrung zurückfielen. Die Ereignisse beschrieb Oliver Sacks in seinem Buch „Awakenings – Zeit des Erwachens“, das später gleichnamig verfilmt wurde und viele Menschen betroffen machte.

Narkolepsie – eine Schlafkrankheit mit neurologischen Ursachen

Schlaf ist gesund und lebenswichtig. Was aber, wenn man von Schlafattacken überrascht wird, überall und jederzeit? 80.000 Menschen in Deutschland sind nach Schätzungen davon betroffen. Sie leiden an Narkolepsie, auch Schlafsucht oder Schlummersucht genannt. Es handelt sich dabei, nach neuesten Erkenntnissen, um eine Autoimmunerkrankung mit Auswirkungen auf den Hypothalamus, einen Teil des Gehirns. Man geht davon aus, dass die Hälfte aller Fälle noch unentdeckt ist, da sich die Diagnose schwierig gestaltet. Die Symptome wie Schläfrigkeit, ständige Müdigkeit und Sekundenschlaf kommen bei vielen Krankheitsbildern vor und verunsichern nicht nur die Patienten selbst, sondern auch die Ärzte, die oft zu wenig von dieser Erkrankung wissen. Narkolepsie ist eine lebenslange Krankheit, deren Symptome jedoch durch Medikamente gelindert werden können.

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