Sexuelle Störungen sind behandelbar

Die schönste Nebensache kann definitiv der Sex sein, sofern man nicht unter Sexualstörungen leidet. Falls doch: Eine Behandlung läuft meist erfolgreich!

Die meisten sexuellen Probleme bei Männern stellt der Penis dar, während Frauen unterschiedlichere Störungen wahrnehmen können, die zusätzlich noch komplexer sind. Erschreckenderweise leidet fast die Hälfte aller Damen an einer sexuellen Störung. Das Problem ist, dass eine Behandlung in den meisten Fällen auch schwieriger handzuhaben ist als bei Männern, da mehrere unterschiedliche Aspekte berücksichtigt werden müssen, besonders emotionale und physische Gegebenheiten spielen eine größere Rolle bei Frauen als bei Männern.

Dauererregung

Eine häufige sexuelle Störung bei Frauen ist das dauernde und konstante Gefühl einer sexuellen Erregung. In den USA ist dieses Syndrom unter dem Namen „PSAS“ (Persistant Sexual Arousal Syndrom) bekannt. Auch wenn die Gedanken der Frau nicht sexueller Natur sind, hat sie das permanente Bedürfnis, einen Orgasmus zu erleben.

Als die Amerikanerin Jeannine Allen über dieses Problem mit ihrem Gynäkologen sprach, lächelte dieser und meinte, dass sie den Traum aller Männer personifiziere. Weil das auch Jeannine klar wurde, vermied sie weitere Arztbesuche und beschloss, sich selbst zu helfen. Ihr gesellschaftliches Leben wurde bereichert, indem sie viel Zeit in der Natur und mit ihren Freundinnen und Enkelkindern verbrachte, sodass sie allmählich ihr Problem vergaß und diesem immer weniger Aufmerksamkeit schenkte. Vor ihrem Ehemann schämte sie sich für ihre Störung, ein Gespräch fand nie statt. Sie ließ sich scheiden, doch das behob das Problem in keinster Weise.

Masturbation half kaum

Eines Tages wollte sie ihre sexuellen Grenzen austesten und ihrem Problem so weit auf den Grund gehen, dass sie wenigstens weiß, wie viele Orgasmen sie bräuchte, damit ihre sexuelle Erregung gestillt ist. Sie nahm sich Zeit für Masturbation und als sie innerhalb einer Stunde mindestens zehn Orgasmen erleben durfte und ihre Lust noch immer nicht abgeklungen ist, hörte sie mit der Selbstbefriedigung auf. „Ich habe fast alles ausprobiert, Dildos, Anal-Plugs, Vibratoren, alles.“ Bis heute ist es ihr nicht gelungen, eine Diagnose für das Problem aufzustellen, obwohl sie inzwischen wüsste, dass sie wohl eine physische und kein psychische Störung haben müsste. Andere Ärzte waren ebenso ratlos.

Formen der weiblichen Sexualstörungen

Im Grunde gibt es vier Formen der weiblichen Sexualstörungen. Diese sind zum einen Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Orgasmus-, Lust- und Erregungsstörungen. Am häufigsten kommen Schmerzen und Orgasmusstörungen vor, viele klagen auch über Luststörungen, also darüber, dass sie keine Lust auf Sex bekommen.

Dr. Barbara Bermann, die Direktorin des „Berman Center“ in Chicago, befasst sich mit diesen Problemen im Wesentlichen. Bei ihrer Arbeit konzentriert sie sich auf die sexuelle Gesundheit, wobei sie die Frau als Ganzes in Augenschein nimmt und nicht nur die physischen Symptome oder die physische Dysfunktion. Dr. Berman erklärt, dass sich die Frauen während ihrer Behandlung bewegen , aber auf keinen Fall nur passiv auf der Stelle sitzen. Bei der Behandlung muss auf alle Aspekte Rücksicht genommen werden: den Körper, das Selbstbild, das emotionale Befinden und dessen Geschichte, den Gesundheitszustand, das Selbstvertrauen und die Beziehung, die die Frau führt. Weiter erklärt sie, dass ihr viele Frauen anvertrauen, dass sie mit ihren Männern nur ihnen zuliebe Sex haben, was Dr. Berman positiv begrüßt. Es wäre viel schlimmer, wenn sie ihren Mann zurückweisen und von sich stoßen würden.

Erektionsprobleme bei Männern

Männer dagegen haben oft Probleme eine Erektion zu bekommen oder diese beizubehalten. Dr. Ava Cadell, eine amerikanische Sexologin, meint, dass Männer erst dann zu ihr kommen würden, wenn sie schon verzweifelt seien, da es ihnen peinlich sei, Hilfe zu suchen.

Sexuelle Probleme beeinflussen nicht nur denjenigen, der sie hat, sondern können im schlimmsten Fall die ganze Beziehung gefährden. Wenn der Betroffene den Wunsch äußert, eines dieser Probleme zu lösen, muss er zuerst die Scham und die Angst überwinden. Der größte Fehler, den ein Paar machen kann, wenn sich sexuelle Störungen zeigen, ist, dem Partner die Schuld für ein schlechtes Sexualleben zu geben. Man sollte sich gegenseitig helfen, die Probleme gemeinsam bewältigen und das Sexualleben verbessern, da guter Sex das Immunsystem, die Beziehung, die Empfindungen und das Leben an sich positiv beeinflusst.

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