Sonnen ohne Reue: Schutz vor Sonnenbrand und Sonnenallergie

Vorbeugen und Hilfe bei Sonnenallergie und -brand, Lichtdermatose, Mallorca Akne, photoallergischer Reaktion mit Naturheilkunde, Vitaminen und Hausmitteln.

Nach den langen Wintermonaten haben wir das Licht zurück. Die Sonne wärmt unsere Körper und hellt unser Gemüt auf. So richtig sonnenhungrig können wir nicht genug bekommen, doch Vorsicht ist geboten. Der Körper ist noch nicht an die Sonne gewöhnt, deshalb ist es ratsam, in kleineren Dosen zu genießen und für ausreichend Schutz zu sorgen. Bekannt ist der Sonnenschutz von außen in Form von Kleidung und Sonnencreme. Aber auch über unsere Ernährung können wir etwas zur Vorbeugung tun.

Hautschutz durch Vitamine

Am bekanntesten ist dabei das Provitamin A, auch Betakarotin genannt. Empfohlen wird 4-6 Wochen vor einem Sommerurlaub mit der Einnahme von täglich 15 mg Betakarotin zu beginnen. Bei diesem fettlöslichen Vitamin ist zu beachten, dass es zu einer Überdosierung kommen kann! Besonders Raucher sollten eine tägliche Einnahme von 20 mg keinesfalls überschreiten (wegen erhöhter Lungenkrebsgefahr). Lebensmittel, die viel Betakarotin enthalten, sind: Leber, Butter, Eier, Karotten, Spinat, Fenchel, Feldsalat, Mangold, Mango. Das Betakarotin unterstützend und als Antioxidantien wirken die Vitamine C (in Zitrusfrüchten, Papaya, Brokkoli, Erdbeeren, Paprikaschoten) und E (besonders in Leinsamen, Nüssen, Keimölen enthalten). Antioxidantien helfen dem Körper, sich gegen die entstehenden freien Radikale zu schützen, die beim Sonnenbaden vermehrt entstehen.

Immer wieder diskutiert, jedoch bislang ohne wissenschaftlichen Wirkungsnachweis: Kalzium soll die Histaminausschüttung vermindern und so eine vorhandene Allergie abmildern. Kalzium ist in Milchprodukten enthalten, besonders in Hartkäse. Vorbeugend sollte eine erhöhte Zufuhr 3 Wochen vor der Sommersonne beginnen. Lycopin aus Tomaten schützt das Immunsystem und verringert die Sonnenbrandgefahr. Omega 3-Fettsäuren gehören auch zu den Radikalfängern und können entzündliche Reaktionen im Körper mildern.

Grundsätzlich ist es ratsam, sich langsam an die Sonne zu gewöhnen, frühzeitig mit der Einnahme der Nahrungsergänzungsmittel zu beginnen und die richtige Sonnenschutzcreme zeitlich ausreichend (20 bis 30 Minuten) vor dem Sonnenbad aufzutragen. Das „Vorbräunen“ durch einen Tiefenbräuner im Sonnenstudio ist umstritten, aber in jedem Fall nur nach ausführlicher Beratung durch Fachpersonal anzuraten.

Erkrankungen durch Sonnenkontakt

  • Polymorphe Lichtdermatose (Hauterkrankung mit unterschiedlichen Erscheinungsformen)

Tritt meist zu Urlaubsbeginn besonders bei hellhäutigen Frauen an noch nicht sonnengewöhnten Hautstellen auf (Ausschnitt, Schultern, Nacken) und macht sich durch Rötung, Jucken, Pickeln, Pusteln bemerkbar. Vermutet wird, dass sich die empfindliche Haut nicht ausreichend vor freien Radikalen schützen kann. Antioxidantien erhöhen die Funktionsfähigkeit und Abwehrbereitschaft des Immunsystems gegenüber oxidativem Stress. Antioxidantien, die freie Radikale entschärfen, sind Betakarotin, Vitamin E und C und unterstützend die Spurenelemente Zink, Mangan und Selen. Diese sind sowohl in speziellen Schutzcremes als auch in Nahrungsergänzungsmitteln enthalten.

  • Mallorca-Akne

Sind entzündliche, akneartige Knötchen besonders auf Dekolleté, Schulter und Rücken. Als Ursache wird eine Entzündungsreaktion der Haarfollikel durch Zusammenwirken von Sonne und Unverträglichkeiten von Emulgatoren (in Haut- und Sonnenschutzcremes) vermutet. Am besten fett-, emulgator-, parfum- und konservierungsmittelfreie Sonnenschutzgele benutzen. Sinn macht es natürlich auch, in der Sommerzeit alle anderen benutzten Kosmetikprodukte darauf umzustellen.

  • Photoallergische Reaktion

Manche Stoffe bilden durch Reaktion mit Sonnenlicht Abbauprodukte, die Allergien oder Hautverfärbungen auslösen können. Das sind beispielsweise Kosmetika (auch Deodorant, Parfum) oder Medikamente (z.B. Antibiotika, Antidepressiva, Antibabypille). Das Naturheilmittel Johanniskraut (bei depressiven Verstimmungen oder Schlafstörungen eingenommen) löst zwar keine Allergie aus, macht jedoch die Haut lichtempfindlicher. An ungeschützten Körperstellen (Gesicht, Hals, Dekolleté, Hände) entstehen allergische Reaktionen mit Juckreiz, Bläschenbildung oder Hautverfärbungen.

Wichtig ist hier herauszufinden, welcher Stoff die Reaktion auslöst und diesen speziell als auch zu viel Sonnenbestrahlung zu meiden.

Bewährte Hausmittel bei Sonnenbrand

Ist trotz aller Vorsicht die Haut gerötet, hilft kühlen und viel Feuchtigkeit. Doch Vorsicht bei herkömmlichen Lotions, diese enthalten oft Parfum und Zusatzstoffe, die auf der entzündeten Haut brennen können. Keine „schweren“ Cremes benutzen, da diese abdichten und somit die Kühlung der Haut nicht mehr gegeben ist.

  • Aloe Vera: kühlt und beruhigt, als Gel auftragen oder ein Blatt halbieren und auflegen
  • Quark und Joghurt: kühlen, entspannen und lindern die Schmerzen
  • Gurken oder Kartoffelscheiben: kühlen und befeuchten
  • Essigwasser: Wasser und Essig 2:1 mischen, ein Tuch damit tränken und auflegen
  • ganz wichtig: viel Wasser trinken!

Klingen die Schmerzen nicht ab, bilden sich Blasen oder treten Übelkeit, Schüttelfrost, Kopfschmerzen oder Nackensteifigkeit auf, konsultieren Sie bitte einen Arzt.

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