Üben für den Ernstfall: Katastrophenschutz wird immer wichtiger

Katastrophenschutzübung „Terrex „: Naturkatastrophen wie Tornados und Überschwemmungen nehmen zu. Die Übung für den Ernstfall wird immer wichtiger.

Da aufgrund des weltweiten Klimawandels künftig mit immer stärker werdenden Unwettern gerechnet werden muss, finden in regelmäßigen Abständen bundesweit Katastrophenschutzübungen statt. In Stuttgart berichtete Innenminister Heribert Rech, in seiner Funktion als Landesbeauftragter für die Angelegenheiten der Streitkräfte, von der derzeit laufenden Übung „Terrex 2010″. Er sagte, er habe sich beim Landeskommando Baden-Württemberg informiert und gebe sich zuversichtlich. „Das Zusammenspiel zwischen der Bundeswehr und zivilen Behörden bei diesem fiktiven Hochwasserszenario nach schweren Unwettern klappt hervorragend und zeigt mir, dass wir uns auf die Bundeswehr verlassen können.“.

Katastrophenschutz: Zusammenarbeit für den Ernstfall üben

Der zuständige Kommandeur, Oberst Franz Arnold, erläuterte das Übungsgeschehen. Ziel sei es, die Führungsaufgaben der militärischen Akteure und die Zusammenarbeit von zivilen und militärischen Behörden für den Ernstfall zu üben. Beim gemeinsamen Besuch im Lagezentrum des Landeskommandos konnte Innenminister Rech den Verfahrensweg, den ein Hilfsersuchen eines Landkreises an die Bundeswehr durchläuft, live miterleben. Die gesamte Szene war, obgleich sie Live-Charakter hatte und unter reellen Bedingungen ablief, gestellt.

Katastrophenschutz: Hochwasserszenario unter reellen Bedingungen

Franz Arnold erklärte, wie die Übung geplant sei und vonstatten gehen sollte. Bei der Übung werde von folgendem Szenario ausgegangen: Nach zahlreichen schweren Niederschlägen in Süddeutschland, begleitet von orkanartigen Böen, starkem Hagel und Gewittern sind wegen der extremen Bodenfeuchtigkeit Flüsse und Bäche in Bayern und Baden-Württemberg stark angestiegen. Die prognostizierten Niederschläge von 200 bis 400 Liter pro Quadratmeter verschärfen die Situation. Es kommt schlimmer als erwartet. In Baden-Württemberg treten Flüsse und Bächer über die Ufer. Jetzt gilt’s. Bei der Zusammenarbeit von militärischen Beratern in den zivilen Katastrophenstäben der Landratsämter und Stadtverwaltungen müssen nun mögliche militärische Unterstützungsleistungen durch die Bundeswehr auf Anforderung der zivilen Seite geplant und entsprechend organisiert und ausgeführt werden. Geübt wird dabei auch das Zusammenspiel der einzelnen Akteure, denn das ist wesentlich für eine erfolgreiche Hilfsaktion.

Katastrophenschutz: Gegenseitiges Verständnis für Verfahrensabläufe ist gewachsen

Die Landkreise Ravensburg, Sigmaringen, der Alb-Donau-Kreis und die Stadt Ulm seien in das Übungsszenario eingebunden, so Arnold. Unter dem Stichwort „Üben über zwei Führungsebenen“ wurde dem Landesbeauftragten für die Angelegenheiten der Streitkräfte das Zusammenwirken der Verbindungskommandos vor Ort mit den zivilen Lagezentren und der Führung des Landeskommandos in Stuttgart demonstriert. Die zivil-militärische Zusammenarbeit habe sich laut Rech und Arnold seit der neuen Konzeption deutlich verbessert. Gewachsen sei auch das gegenseitige Verständnis für Verfahrensabläufe.

Katastrophenschutz: Tri-nationale Übung 2012 rund um den Bodensee

Oberst Helmut Kolb, stellvertretender Kommandeur des Landeskommandos, informierte in einem kurzen Ausblick auf „Terrex 2012“ über die geplante tri-nationale Katastrophenschutzübung, die unter Beteiligung von Österreich und der Schweiz rund um den Bodensee stattfinden soll.

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