Übergewicht bei Kindern

Hilfe mein Kind ist zu dick! Wenn die Waage zu viel anzeigt, sind Gelenksschmerzen, Kurzatmigkeit und psychische Probleme nicht weit. Immer häufiger wird auch bei Kindern Adipositas diagnostiziert.

Viele Kinder essen zu viel oder zu viel Kalorienreiches und bewegen sich zu wenig. Falsche Essgewohnheiten und Gewichtsprobleme sind die Folge. Adipositas unter Kindern hat dramatische Ausmaße angenommen. Weltweit leiden 155 Millionen Kinder zwischen 7 und 17 Jahren unter einem überhöhten Körpergewicht. Ein Viertel davon ist adipös. In Deutschland wird etwa jedes fünfte Kind und jeder fünfte Jugendliche als übergewichtig eingestuft. Bei sieben Prozent aller Kinder liegt eine Adipositas vor.

Was ist Adipositas?

Adipositas, auch Fettleibigkeit genannt, ist eine chronische Erkrankung. Ärzte diagnostizieren Adipositas bei Kindern, wenn das Körpergewicht wesentlich höher als das gleichaltriger Jungen und Mädchen ist (über der 97 %-Perzentilenkurve). Zur Feststellung dient hierbei der sogenannte Body-Mass-Index (BMI), für den es bei Kindern altersabhängige Bewertungsskalen gibt. Ein großes Problem bei Adipositas sind die Folgeerkrankungen und einer verringerte Lebenserwartung.

Was sind die Ursachen für Adipositas?

  • Vererbung: Der Energieumsatz und die Energiespeicherung begünstigen eine Adipositas
  • Umwelt: eine langfristige, hochkalorische Ernährung
  • Zu wenig körperliche Aktivität: Bewegungsmangel und herabgesetzter Energieverbrauch durch sitzende Tätigkeiten vor Fernseher und Computer.
  • Psychische Faktoren: Stress und Frust in der Schule, in der Familie, mit Gleichaltrigen
  • Körperliche Erkrankungen: beispielsweise Funktionsstörungen der Schilddrüse oder der Nebennieren.

Welche Folgeerkrankungen sind mit Adipositas verbunden?

  • Probleme mit Gelenken: Gelenkschäden (Arthrose), Gelenkfehlstellungen (Plattfuß, X-Beine)
  • Verminderte Organtätigkeit aufgrund von Verfettung
  • Bluthochdruck
  • Psycho-soziale Folgen
  • Typ II Diabetes
  • Gicht

Was kann man als Eltern tun?

Verbote bringen hier gar nichts. Im Gegenteil. Die Kinder fühlen sich unverstanden und ziehen sich zurück. Und ohne dem Zutun des Kindes kann es zu keiner Gewichtsveränderung kommen.

  • Bleiben Sie mit Ihrem Kind im Gespräch. Die Adipositas sollte aber nicht das Hauptthema in Ihrer Beziehung sein.
  • Seien Sie Ihrem Kind hinsichtlich ausgewogener Ernährung und gesunder Bewegung ein gutes Vorbild.
  • Achten Sie darauf, dass das Kind mehrere kleine Mahlzeiten am Tag zu sich nimmt, um Heißhungerattacken vorzubeugen.
  • Stellen Sie die häusliche Ernährung adäquat um.
  • Ihr Kind sollte langsam abnehmen. Radikale Gewichtsreduktionen sind ungesund und meist nur kurzfristig.
  • Langsames Essen und oftmaliges Kauen lassen beim Kind früher ein Sättigungsgefühl entstehen.
  • Regelmäßige Bewegung und Sport sind nicht nur wegen der Gewichtsreduktion notwendig, sondern halten Ihr Kind auch fit.
  • Verbales Lob und kleine Geschenke zur Belohnung sind für Kinder ein guter Ansporn.

Welche medizinischen Behandlungsmethoden gibt es?

Als erstes überprüft der Arzt, ob es für die Adipositas körperliche Ursachen gibt. Hormonstörungen können medikmentös behandelt werden. Sind andere Ursachen ausschlaggebend für das krankhafte Übergewicht, besteht die Möglichkeit eines ambulanten Therapieprogramms. In diesen Programmen werden Ernährung, Bewegung beziehungsweise Sport und psychisches Wohlbefinden thematisiert. In vielen Fällen übernimmt die jeweilige Krankenkasse hierbei die Kosten. In schwerwiegenden Fällen ist in manchen Kinderkliniken auch eine stationäre Therapie möglich.

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