Vampir-Legenden und ihre Folgen

Bis ins 18. Jahrhundert glaubten Mediziner an die Vampir-Krankheit. Vampire sind im Volksglauben blutsaugende Untote, wobei ihr berühmtester Vertreter sicherlich Graf Dracula ist.

Bram Stroker schrieb seinen Roman „Dracula“ im 18. Jahrhundert, Anfang des 21. Jahrhunderts wurde dieser Roman sogar mit bekannten Schauspielern wie Wynona Ryder, Gary Oldman, Keanu Reeves und Anthony Hopkins in den Hauptrollen verfilmt. Ansonsten sind die bekanntesten Filme in den 1950er und 1960er Jahren mit Christopher Lee als Dracula entstanden.

Was ist dran am Vampir-Glaube?

Heute weiß man, dass es Vampire nicht tatsächlich gibt. In Transsylvanien lebte zwar ein gewisser Graf Dracula, es gibt jedoch keine tatsächlichen Beweise dafür, dass es sich bei ihm um einen Vampir handelte.

Ab dem späten Mittelalter bis in die Barockzeit hinein glaubten die Menschen jedoch fest an die Existenz von Vampiren, woraus sich auch bestimmte Rituale entwickelt haben, die Vampire angeblich fernhalten sollen wie etwa Kruzifixe an den Wänden, das Aufhängen von Knoblauch oder das Pfählen eines Toten, von dem man glaubte, dass es sich hierbei um einen Vampir handelt.

Durch den vielfach verbreiteten Glauben an Vampire wurden einige Tiere zu Unrecht mystifiziert und dämonisiert, da sie angeblich ausschließlich auf Vampire und den Teufel positiv reagieren bzw. mit diesen im Bunde sind. Hierzu zählen Fledermäuse und Wölfe.

Die so genannte Vampir-Krankheit

Die Mediziner des 18. Jahrhunderts wussten zwar bereits sehr viel über die Anatomie des Menschen, bestimmte Krankheitsbilder wie Anämie oder Krebs waren ihnen jedoch nicht geläufig, so dass Menschen, die an Blutarmut oder einer anderen Krankheit littten, die mit diesem Symptom einher gingen, als Vampire abgestempelt wurden.

Ein bekanntes Beispiel für den Glauben an die Vampir-Krankheit ist die Fürstin Eleonora Schwarzenberg, die im 18. Jahrhundert im heutigen Rumänien gelebt hat. In den letzten Jahren ihres Lebens litt sie an starken Schmerzen, Angstzuständen, innerer Unruhe, zunehmender körperlicher Schwäche und Blutarmut. Wie sich bei ihrer Obduktion heraus stellte, hatte sie einen kinderkopfgroßen Tumor in der Beckengegend, der verschiedene Metastasen im Körper gebildet hatte, was ihre Symptomatik selbstverständlich aus heutiger Sicht erklärt. Interessanterweise existiert zwar eine seitenlange Abhandlung über die an ihr durchgeführte Sektion, aber die finale Todesursache fehlt. Wissenschaftler nehmen an, dass die Obduktion stellvertretend für eine Pfählung durchgeführt wurde.

Die Folgen des Vampir-Aberglaubens

Eleonora Schwarzenberg ist zwar in Wien verstorben, da sie sich dort einer Behandlung ihrer nicht näher spezifizierten Krankheit unterziehen wollte, ihr Leichnam wurde jedoch unmittelbar nach ihrer Obduktion bei Nacht und Nebel zurück nach Böhmen gebracht, wo sie, was für eine Adelige ungewöhnlich ist, ohne viel Pomp beigesetzt wurde. Bei ihrer Totenmesse war kein einziger Vertreter des höheren Klerus anwesend. Der Sarg mit ihrem Leichnam wurde unter einer massiven Mamorplatte eingemauert, wohl um zu verhindern, dass sie weiterhin als Vampir umging.

Die Menschen waren durch derartige Legenden so verunsichert, dass sie Friedhöfe aufsuchten, um dort gegebenenfalls begrabene Vampire umzubetten, damit sie sicher gehen konnten, dass sie nicht weiterhin als untote Blutsauger umher gingen. Die Methoden zur Prüfung, ob es sich bei dem Verstorbenen um einen Vampir handelte oder nicht, waren jedoch äußerst fragwürdig. Wenn ein Rappe vor einem bestimmten Grabstein oder -kreuz dreimal scheute, war dies ein Zeichen für die Menschen, dass dort ein Vampir begraben liegt. Der Sarg wurde dann exhumiert und an einen Ort verbracht, wo er „ausbruchssicher“ bestattet wurde. Sofern noch nicht erfolgt, wurde der Sarg vorher geöffnet und der Leichnam gepfählt.

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