“veganfach messe“ Essen zieht viele Aussteller und Besucher an

Der vegane Lebensstil hält Einzug in die Gesellschaft. Das zeigte der große Andrang von Ausstellern und Besuchern bei der 2. “veganfach messe“ in Essen.

Am 10. November fand in Essen, im architektonisch international ausgezeichneten Sanaa-Gebäude auf dem Weltkulturerbe-Gelände Zeche Zollverein, die zweite veganfach messe statt. Lange Schlangen vor dem Eingang – und das über Stunden – machten deutlich, dass die vegane Lebensweise schon lange nicht mehr nur ein Trend ist, sondern inzwischen in der Gesellschaft etabliert ist und immer mehr Menschen interessiert.

Die Idee für die veganfach messe hatte Christian Vagedes, der Gründer der Veganen Gesellschaft Deutschland e.V.. Bereits die erste Veganfach, die in Berlin stattfand, war für Aussteller und Gäste ein großer Erfolg. Auch in Essen hieß es wieder: Probieren, entdecken, sich informieren, genießen und interessanten Menschen begegnen. Der große Andrang schien zeitweise das Erdgeschoss aus allen Fugen platzen zu lassen. Im ersten Stock ging es etwas ruhiger und entspannter zu, da dort nicht so viele Stände aufgebaut waren.

Aussteller und ihre Angebote

Etwa 50 Anbieter der veganen Szene waren präsent.

  • So boten unter anderem 2 Hersteller Power-Mixer an, mit denen sich schnell, schonend und leicht grüne Smoothies oder Suppen herstellen lassen. Ein Trend, der sowohl in der veganen Szene als auch im Rohkost-Bereich (Raw Food) in den letzten Jahren verstärkt Einzug gehalten hat.
  • Überhaupt setzt man inzwischen viel auf Rohkost: das Angebot an Nüssen, Rohkostriegeln, Energiebällchen, Salaten ist stark gewachsen. So bietet unter anderem die 42 Grad roh-kostbar in der Eifel und auf La Palma Rohkost-Seminare an und vertreibt einen raffinierten Rohkostschneider, der Möhren, Zucchini, Rote Beete und andere Gemüsesorten spiralförmig schneidet, wodurch gesundes Gemüse noch attraktiver serviert werden kann.
  • Kim Kalkowski, die im Juni beim beim Perfekten Dinner auf Vox mit ihrem veganen Menü den ersten Platz belegte, zeigte am farbenfrohen Stand von Vegan Wonderland, was sich an süßen Leckereien alles auch vegan herstellen läßt. Gleich daneben bot eine Vollkornbäckerei vegane Kuchen und Kekse zum Probieren und Kaufen an.
  • Neben Soja und anderen pflanzlichen Produkten haben inzwischen auch Lupinen Einzug gehalten in die vegane Ernährung. Die Lupine ist eine Hülsenfrucht, wie Erbsen, Sojabohnen und alle übrigen Bohnensorten und wird seit mehr als 4000 Jahren auch in Europa angebaut und ist aufgrund ihres hohen Proteingehaltes fester Nahrungsbestandteil vieler Kulturen. Bei uns setzt man sie gerne als Fleischersatz ein (Burger, Bolognese, Filets) ein.
  • Veganer Käse wurde von der Firma Wilmersburger angeboten: Sieht aus wie Käse, schmeckt wie Käse, hat aber eine komplett andere Zusammensetzung. Preislich rangieren die Produkte leider noch im Hochpreissegment. Möglicherweise wird sich das mit mit steigender Nachfrage ändern.
  • Auch auf Eis (zum Beispiel aus Hafermilch), Schokolade und andere Leckereien auf pflanzlicher Basis braucht man als Naschkatze und Naschkater nicht zu verzichten. Zum Probieren gab es genügend Gelegenheiten.
  • Erbil Günars veganer Dönerstand war über Stunden der Renner und mit einer langen Schlange Probierlustiger belagert. Immer wieder hörte man Ist der lecker, kaum zu glauben, dass das kein Fleisch ist!“ Mit seinem Konzept liegt er scheinbar goldrichtig und plant weitere Expansion seines Münchner Geschäftes.
  • Vegetarische/vegane Online-Geschäfte wie Alles vegetarisch oder Vegan Wonderland sind beliebt, da vegane Produkte leider noch nicht in allen Geschäften oder nur in ganz kleinem Sortiment zu finden sind. Tendenz allerdings weiter steigend – sogar bei Discountern. Die auf der Messe zu erwerbenden Produkte fanden reißenden Absatz und waren teilweise bereits nach wenigen Stunden schon nicht mehr vorrätig.

Sonstige Angebote

  • Dass auch vegane Kleidung nicht langweilig sein muss, zeigten diverse Stände, die T-Shirts, Hosen, Taschen, Schuhen anboten. Allerdings haben auch diese noch ihren Preis, da man Wert auf Bio-Qualität und Fair-Trade legt.
  • Riesig groß inzwischen auch die Auswahl am Stand für vegane Literatur – von Sachbüchern über vegane Kochbücher bis hin zu alternativen Lebensformen.
  • Ob vegane Kosmetik, Algen, Tees, Kokosprodukte, Energiegetränke – viel Neues gab es für all jene, die sich bisher noch nicht mit dem Thema vegan leben auseinandergesetzt haben, aber auch für die, die einfach nur gerne was Anderes probieren oder dazu lernen wollten.
  • Die Stiftung Kuhaltersheim Hof Butenland zeigte kurze Filme und verkaufte Kalender, Bilder, Bücher und anderes zur Finanzierung ihres Tier-Gnadenhofes in Butjadingen, auf dem zahlreiche Kühe frei, friedlich und angstfrei in der Gemeinschaft von Menschen leben dürfen. Kühe, die nach weit über 5.000 Litern Milch pro Jahr ausgedient hatten und eigentlich zum Schlachter gebracht werden sollten. Doch auch andere Tiere wie Schweine, Enten, Hühner, Gänse, Pferde, Hunde, Katzen finden hier ein neues, liebevolles Zuhause. Auf Hof Butenland geht es laut eigener Aussage um Menschlichkeit im Sinne von Bewusstseinsfortschritt mit der Konsequenz, Tiere zu achten und ihnen als Mitwesen verantwortungsvoll zur Seite zu stehen. Forschern weltweit werden die Beobachtungen und Erlebnisse aus der Stiftungstätigkeit zugänglich gemacht.
  • Sehr lebendig und motivierend referierte in prall gefülltem Vortragsraum unter anderem der Begründer der Veganen Gesellschaft Deutschland e.V. und Autor des Buches Veg up! Die Veganisierung der Welt, Christian Vagedes.

Fazit:

Eine frische, lebendige Messe für Jung und Alt, obwohl der weitaus größte Teil an diesem Tag aus jungen Besuchern bestand. Der sehr große Andrang an Ausstellern und Besuchern und das steigende Interesse am veganen Lebens- und Ernährungsstil könnte für den Veranstalter im nächsten Jahr vielleicht Anreiz sein, eine solche Verbraucher-Messe über 2 Tage stattfinden zu lassen oder aber größere Räumlichkeiten zu mieten.

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