Vier gute Gründe für ein Leben als Vegetarier

Vegetarier sind spaßfreie Schwächlinge mit einer Vorliebe für Gräser und Kräuter? Alles Unfug, denn fleischlose Ernährung kann durchaus Vorteile haben.

Obwohl fleischlose Kost mittlerweile keine Seltenheit mehr ist, werden ihre Anhänger immer noch als Exoten wahrgenommen. Der Umgang mit Vegetariern ist von Unsicherheit geprägt, denn selbst wohlmeinende Mitbürger kommen schnell in Verlegenheit. Kein Fleisch- soviel ist immerhin klar. Aber was ist mit Fisch? Wie sieht es mit Eiern, Käse, Milch, Sahne und Butter aus? Sind Süßigkeiten und Getränke mit tierischen Hilfsstoffen erlaubt?

Es kann darauf keine einheitliche Antwort geben, denn Vegetarismus ist vielfältig. Angefangen von den Positionen der gemäßigten Ovo-Lakto-Vegetarier, über die anspruchsvolle Ernährungsweise der Veganer, bis hin zu den strengen Frutariern gibt es unzählige Ernährungsmodelle. Wie auch immer: Grundsätzlich birgt die Idee der vegetarischen Lebensweise durchaus Vorteile.

Grund 1: Das gute Gewissen

Es soll ja tatsächlich Menschen geben, die sich am Anblick weidender Kühe oder Schafe erfreuen und anschließend beim Fleischer ordentlich Geld ausgeben… Wer hingegen aus ethischen Gründen vegetarisch lebt, stört sich daran, dass andere Lebewesen für unsere Ernährung leiden müssen. Natürlich sind Kühe, Schweine, Schafe, Kaninchen und Geflügel Nutztiere. Auch Wild unterliegt letztlich nur dem Gesetz der Natur, wenn es vom Jäger erlegt wird.

Doch all diese rationalen Gründe verblassen im Hinblick auf grausame Massentierhaltung und angesichts der Tatsache, dass nach wie vor Lebensmittel vernichtet werden. Nicht nur Preis- und Qualitätsstrategien von Staaten oder Konzernen sind dafür verantwortlich, sondern auch die achtlose Haltung mancher Verbraucher: Unmengen kaufen und später vieles davon wegwerfen. Solange derartige Zustände auf der Welt herrschen, ist es nicht nötig, Nahrungsmittel durch Leiden und Sterben der Tiere zu erzeugen.

Grund 2: Die gesunde Lebensweise

Es ist nur wenige Jahrzehnte her, als ein hoher Fleischkonsum als Garant für Kraft und Gesundheit galt. Auch heute findet sich diese Ansicht noch an Stammtischen und bei traditionsbewussten Zeitgenossen. Dabei haben Langzeitstudien inzwischen ausreichend nachgewiesen, dass fleischbetonte Ernährung keinen Vorteil hinsichtlich der körperlichen Konstitution bedeuten muss. Alle lebenswichtigen Stoffe lassen sich ebenso durch eine vernünftige pflanzliche Ernährung aufnehmen. Der Gehalt an vielen Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralien ist dabei sogar höher, die Fettaufnahme hingegen niedriger, als bei tierischer Nahrung.

Selbst der gern zitierte Eisenmangel in vegetarischer Kost basiert auf einem Irrtum. Pflanzliche Eisenzufuhr ist für den Körper lediglich weniger effektiv verwertbar. Aminosäuren allerdings können bei fleischloser Ernährung schnell knapp werden. Daher sollten Vegetarier trotz aller gesunden Aspekte ihrer Lebensweise auf ausgewogene Mahlzeiten achten.

Grund 3: Energie, Ökologie und Ressourcen

Fleisch als Lebensmittel ist eigentlich ein völlig unwirtschaftliches Produkt. Um Nahrung zu erzeugen, muss erst andere Nahrung verfüttert werden. Für die Erzeugung eines Kilogramms tierischen Proteins werden so zwischen fünf und zehn Kilogramm pflanzliches Protein benötigt. Die Erschließung immer neuer Weideflächen könnte zudem aufgrund von Abholzung und Überdüngung das ökologische Gleichgewicht empfindlich stören. Der Weg zur Versorgung einer wachsenden Weltbevölkerung mit Lebensmitteln kann deshalb nur mit einer Steigerung des pflanzlichen Nahrungsanteils einhergehen.

Grund 4: Vegetarische Kost ist vollwertig und akzeptiert

Vegetarische Lebensweise gleich Verzicht? Keineswegs. Die Zeiten sind längst vorbei, in denen sich ausschließlich Träger von Korksandalen und idealistische Weltverbesserer zum Vegetarismus bekannten. Obwohl fleischlose Ernährung so manchem Zeitgenossen nach wie vor suspekt erscheint, gibt es doch mittlerweile eine breite Akzeptanz. Dies äußerst sich auch im Einzelhandel. Ob Reformhaus, Alternativladen oder das Bioregal im Supermarkt: Längst sind Vegetarier nicht mehr auf den eigenen Garten oder den nächsten Bauernhof angewiesen. Sogar an Dönerbuden und bei den großen Fast-Food-Ketten müssen Vegetarier nicht mehr hungrig bleiben. Auch das Angebot an rein pflanzlicher, fleischähnlicher Kost ist unüberschaubar groß geworden. Selbst ein Grillabend dürfte somit für Vegetarier keine Horrorveranstaltung mehr werden.

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