Wandern im Karwendel zur Ahrnplattenspitze

Zwischen Scharnitz und Leutasch ein einsamer Gipfel bei Mittenwald. Zwischen Wetterstein und Karwendel liegen die drei Ahrnspitzen. Die Ahrnplattenspitze ist mit 2.171 Metern um 25 Meter niedriger, aber besonders interessant zu besteigen.

Wer hier wandert, dem kann es passieren, dass er den ganzen Tag allein unterwegs ist. Von Seefeld, Oberleutasch oder Mittenwald kommend, liegt Ahrn zwischen Puitbach und Lehner. Hier zweigt eine Forststraße von der Hauptstraße nach Osten ab ins Satteltal. Nach wenigen Metern gleich über der Brücke befindet sich ein kleiner Parkplatz. Dieser kann bei Bedarf auch für die Wanderung nach Westen auf das Scharnitz Joch und die Gehrenspitze genutzt werden. Diese Tour ist aber wesentlich länger als die hier vorgeschlagene.

Satteltal und hoher Sattel

Wer mit dem Fahrrad anreist, kann hier die Forststraße bis zum Hoher Sattel hochfahren. Nach dem Besuch der Ahrnplattenspitze kann dann die Reise fortgesetzt werden nach Scharnitz. Der Bergwanderer aber freut sich über die bequem und schattig im Wald ansteigende Etappe bis zum Hoher Sattel. So sind die etwa drei Kilometer bis zum Ziel der ersten Etappe bereits nach 50 Minuten erreicht – trotz der 385 Meter Höhenunterschied.

Pfad zum Plateau am Weisslehnkopf

Jetzt weist ein Wegweiser linker Hand zum Hang in Richtung Ahrnplattenspitze (Bild 2 links). Der in den Wanderkarten schwarz markierte Pfad schreckt vielleicht manchen Wanderer ab. Alternativ führt wenige Meter beim Brunnen ein in den Karten rot markierter Weg auf die Große Ahrnspitze. Dieser Gipfel ist leichter zu besteigen. Für den empfohlenen Gipfel muss der Wanderer schwindelfrei sein.

Der Pfad ist jedoch bis zum Fuße der Ahrnplattenspitze auf knapp 2.100 Meter ohne Schwierigkeiten begehbar. Und die letzten Höhenmeter zum Gipfel sind kein Muss: Vom Bergkamm aus ist die Rundumsicht ebenso fantastisch wie einige Meter höher auf dem Gipfel. Je höher der Pfad zum Plateau aufsteigt, desto herrlicher werden die Ausblicke zur Hohe Munde (Bild 2 rechts) und in Richtung Seefeld zur Reither Spitze.

Am Bergkamm

Sicher hat der Bergfreund beim Aufstieg auf die 2.000 Meter hin und wieder eine Pause eingelegt. Vielleicht nicht der Müdigkeit wegen – aber um die herrlichen Ausblicke beim Aufstieg zu genießen. Am Bergkamm angekommen, wird plötzlich der Blick frei nach Westen in den Wetterstein. Er fällt sofort auf die dominierende, allein stehende Gehrenspitze (Bild 3). Sehr gut zu erkennen ist das gemütlich zum Scharnitzjoch hochsteigende Puittal rechts des Berges. Diese Tour ist unter Wandern in Tirol auf die Gehrenspitze beschrieben.

Ahrnplattenspitze

Nach zweieinviertel Stunden wandern ist jetzt Zeit für eine Brotzeit gekommen. Hier auf dem, mit Latschen bewachsenem Plateau, kann man sich jetzt die abweisende Felswand des Gipfelaufbaues in Ruhe betrachten (Bild 1). Mit Ausnahme der schmalen Felsformation belohnt den Betrachter auch auf dem Bergkamm ein fantastisches Panorama. Nach der Pause lädt der Pfad zwischen den Latschen bis zum Beginn des Aufstiegs zum gemütlichen Wandern ein. Wer sich jetzt noch das letzte Stück hinauf wagt, muss schwindelfrei und trittsicher sein. Eventuell mitgeführte Wanderstöcke, aber auch der Rucksack, kann abgestellt werden. Hier muss jeder Bergwanderer seine Grenzen kennen und achten.

Die schwarze Markierung

Ab hier hat die schwarze Markierung in den Wanderkarten ihre volle Berechtigung. Der nicht gesicherte Klettersteig ist alle paar Meter ausgezeichnet und gut sichtbar markiert. Auch wenn der Steig einige Male rechts ganz nahe an den abstürzenden Felsen führt, ist der sicherste Weg der markierte. Mit dem Gesicht zur Wand – immer dreifach gesichert – nur jeweils mit einem Arm oder Bein weiter steigen – ist der Gipfel der Ahrnplattenspitze erreicht. Von Ahrn aus dreieinhalb Stunden unterwegs, belohnt der traumhafte Ausblick auf die nur um 25 Meter höhere Große Ahrnspitze (Bild 4). Viel Platz bietet der Gipfel nicht. Auf der schrägen Gipfelplatte liegen viele Steine und Felsblöcke. Der Fotofreund macht hier noch seine Erinnerungsfotos – beispielsweise den Blick Richtung Seefeld nach Osten mit der breiten Trasse der Standseilbahn zur Rosshütte und dahinter die Reither Spitze (Bild 5). Aber auch der Blick ins Karwendel in Richtung Scharnitz und Mittenwald lohnt. Der Blick in den Wetterstein darf nicht vergessen werden.

Abstieg

Als Abstieg wird der Aufstiegsweg empfohlen. Der Vorteil liegt hier, dass die Blickrichtung beim Wandern in die weite Landschaft dem Fotografierenden viele Motive bietet. Am Hoher Sattel angekommen, gibt es aber für den unternehmungslustigen Wanderfreund noch eine Alternative zur Forststraße. Die Straße überquerend führt der Schwarzweg – vorbei am Hoher Stich in Richtung Weidach. Beim Kurblhang zweigt rechts der Höhenweg über einen Aussichtspunkt hinab nach Unterweidach. Von hier ist es etwa ein Kilometer nach Norden zum Parkplatz, der eine Stunde später erreicht wird.

Weitere Toureninformationen

  • Tourenlänge = zwölf Kilometer
  • Höhendifferenz = 1.050 Meter
  • Gehzeit = fünfeinhalb Stunden
  • Gesamtzeit = ab acht Stunden (empfohlen)
  • tiefster Punkt = 1.110 Meter
  • höchster Punkt = 2.160 Meter

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