Wandern in den Bergen des Zwergstaates Andorra

Der Zwergstaat Andorra liegt mitten in den Pyrenäen. Wandern in einsamer unberührter Natur mit seltenen Tieren und Pflanzen ist hier noch möglich.

Andorra wird auch als das „Herz der Pyrenäen“ bezeichnet. Hier im zentralen Teil des Hochgebirges ragen mehr als 60 Gipfel über 2.500 Meter hinauf. Weitestgehend vom Massentourismus verschont geblieben, bietet die einzigartige Landschaft des Zwergstaates zwischen Spanien und Frankreich viele Möglichkeiten zum erlebnisreichem Wandern.

Die Wanderwege sind freilich nicht so gut ausgebaut wie beispielsweise in den Alpen. Auch findet man nicht auf jedem Gipfel ein Restaurant mit Aussichtsplattform. Doch gerade das einsame Klettern über schroffe Felsbrocken, das Wandeln auf schmalen Pfaden und Überqueren der zahlreichen Gebirgsbäche machen den besonderen Reiz aus.

Richtige Wanderausrüstung für die Pyrenäen

Da die Wege, sofern überhaupt welche vorhanden sind, so steinig und uneben sind, ist Trittsicherheit besonders wichtig. Mit einfachen Turnschuhen sollte man nicht in den Pyrenäen herumwandern, sondern sich für Bergschuhe mit einem gröberen Profil entscheiden. Höhenverstellbare Trekkingstöcke, die die Knie entlasten und besseren Halt geben, sind ebenfalls empfehlenswert. Außerdem sollte die Höhensonne nicht unterschätzt werden. Sonnenbrille, Kopfbedeckung sowie Sonnencreme sollten daher zur Wandergrundausstattung gehören.

Tiere in den Bergen von Andorra

Auch ein wenig Kondition sollte man mitbringen, da die Aufstiege teilweise recht steil und enorme Höhenunterschiede zu überwinden sind. Dafür wird der Wanderer jedoch mit herrlichen Ausblicken sowie einer faszinierenden Flora und Fauna belohnt. Wer Glück hat, kann Gämsen, Murmeltiere oder Gänsegeier entdecken, die in den Bergen Andorras zuhause sind.

Wahrscheinlich wird man jedoch nicht allen Tieren begegnen wollen. Neben den etwa zehn Braunbären leben auch Schlangen in den Pyrenäen. Eine davon, die Aspisviper, ist sogar giftig. Trotzdem braucht man keine Angst haben, gebissen zu werden. Die Reptilien sind sehr scheu, und man wird sie kaum zu Gesicht kriegen. Sollte man ihr doch einmal zu nahe kommen, zeigt sie zuerst ein Warnverhalten und schnappt nicht sofort zu. Wenn sich die Tiere zusammenrollen, den Vorderkörper anheben und zischen, sollte man sich einfach zurückziehen.

Pflanzen in den Bergen von Andorra

Pflanzenfreunde wird die Bergwelt Andorras besonders begeistern. Ginsterhänge, Alpenrosenteppiche, blauer Enzian, verschiedene Orchideen und andere Blumen verzieren das Landschaftsbild und erfreuen das Auge. Lohnenswert ist vor allem der Sorteny-Nationalpark mit seinen kleinen Botanischen Garten. Hier kann man sämtliche Blumen und Pflanzen, die in den Pyrenäen wachsen, bestaunen. Einige von ihnen kommen sogar nur in diesem Gebirge vor.

Die beste Zeit für eine Reise nach Andorra

Die beste Zeit in den Zentralpyrenäen auf Entdeckungsreise zu gehen, sind die Sommermonate zwischen Juni und September. Bis in den Mai hinein kann es nämlich empfindlich kalt werden und sogar Schnee fallen. Zwar wird es im Hochsommer in den Tälern teilweise recht heiß, in den Bergen steigen die Temperaturen jedoch selten über 25 Grad. Die Wanderbedingungen sind also angenehm. Allerdings sollte man damit rechnen, dass das Wetter schnell umschlagen kann. Nachmittags ziehen oftmals kräftige Gewitter auf, und man kann von heftigen Regenschauern überrascht werden. Doch so schnell, wie die schwarzen Wolken gekommen sind, verschwinden sie meist auch, und es wird wieder sonnig. Trotzdem sollte man vorsichtshalber immer regenfeste Kleidung mitnehmen, sonst läuft man Gefahr, bis auf die Haut durchnässt zu werden.

Schutzhütten in den Bergen sorgen für Sicherheit

Falls man doch einmal in ein schlimmeres Unwetter gerät oder sich beim Einbruch der Dunkelheit noch mitten in den einsamen Bergen aufhält, findet man in den zahlreichen Schutzhütten ein Dach über den Kopf. Diese sogenannten Refugi sind im gesamten Land verteilt. Allerdings sind lediglich die Berghütten von Comapedrosa und Cortals de Sispony bemannt, und es werden Speisen sowie Getränke verkauft. Alle anderen Unterkünfte sind leerstehend.

Die Schutzhütten sind in den meisten Fällen dennoch mit Notfallrationen, Kochstelle, Kerzen et cetera ausgestattet. Betten, beziehungsweise Pritschen, auf die man seinen Schlafsack platzieren kann, sind immer vorhanden. Oftmals gibt es auch einen Sanikasten und fließendes Wasser. Mit besonderem Glück findet man sogar frisches Brot und Wein vor. Auf jeden Fall sind diese praktischen Unterkünfte kostenlos, ohne vorherige Anmeldung frei zugänglich und das ganze Jahr über geöffnet, so dass niemand befürchten muss, der Natur schutzlos ausgeliefert zu sein.

Wer auf Nummer sicher gehen oder auf besonders abenteuerlichen Pfaden unterwegs sein möchte, sollte sich einem Bergführer anschließen. Viele junge Männer, die in den Wintermonaten in den Skigebieten der Pyrenäen arbeiten, verdienen ihr Geld im Sommer mit der Begleitung von Wandergruppen. Nähere Infos erhalten Sie zum Beispiel im Hotel oder den Touristinformationen.

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