Warum haben Menschen Angst vor Hunden?

Hundeangst belastet Betroffene massiv. Bessere Kenntnisse über Hunde bieten einen Ausweg. Auch Hundehalter können mit ihrem Verhalten helfen. Statistisch werden in Deutschland jährlich weniger als 0,1 Prozent Opfer einer Hundeattacke. Etwa 6 Millionen Hunde leben in deutschen Haushalten. Im Verhältnis zu 82 Millionen Deutschen ist die Hundedichte relativ gering. Es erscheint unwahrscheinlich, dass die Hundeangst vieler Menschen nur als Folge von Hundeangriffen entsteht.

Mögliche Ursachen für die Angst vor Hunden

Vermutlich handelt es sich nicht selten um innerlich verfestigte Angstgefühle, deren Wurzeln in Kindheitserfahrungen und Prägungen zu finden sind. Auch können einigen schon bedrohlich wirkende Beobachtungen genügen, um Angst zu empfinden. Die Art und Weise mancher medialer Berichterstattung ist sicher nicht hilfreich. Jeder Ängstliche hat seine sehr persönlichen Gründe, warum er so empfindet. Hundeangst ist nicht verrückt. Jeder Hund kann gefährlich werden. Es kommt immer darauf an, ob der Vierbeiner artgerecht sozialisiert ist und wie man sich ihm gegenüber verhält. Vorsicht gegenüber Hunden ist durchaus vernünftig. Auch handelt nicht jeder Hundehalter verantwortungsbewusst und zeigt Verständnis für Menschen, die ängstlich sind. Sie leinen ihre Hunde nicht an, wenn ihnen andere entgegen kommen. Drohende Bellattacken werden nicht unterbrochen. Aggressives Verhalten deuten nicht wenige durch Unkenntnis falsch. Viele reagieren unpassend auf unsicheres Hundeverhalten und verursachen Aggression. Manche benutzen Hunde für ihr Geltungsbedürfnis und finden es belustigend, andere zu ängstigen. Hundeangst scheint eher menschliche Ursachen zu besitzen. Missverständnisse, fehlende Rücksicht und mangelnde Information bringen Hunde oft in eine Sündenbockposition, die sie nicht verdienen.

Der Mensch macht Hunde zum Konfliktpartner

Oft werden Hunde in Rollen gedrängt, denen sie nicht gerecht werden. In einer kühlen Gesellschaft sind sie immer wichtiger werdende Bezugspartner ihrer Menschen. Hunde haben bewiesen, wie extrem anpassungsfähig sie sind. Doch sie sind und bleiben Hunde, können nicht zu in Fell eingenähten Menschen mutieren. Überfrachtet man sie mit sozialen Erwartungen, ist die Haltung nicht mehr artgerecht. Vermenschlichten Vierbeinern gesteht man als vermeintlich gleichrangigen Familienmitgliedern Entscheidungsspielräume zu, die sie überfordern. Verhält sich der eigene Hund gegenüber anderen drohend, sieht man es gelassen. Ihr Hund würde schon wissen, was er tut. Selbst ein ihnen entgegenrollender Kinderwagen und kleine Kinder, die sich schon ängstlich an die Mutter drücken, scheint manchem Hundehalter nicht genügend Anlass zu geben, um den Hund anzuleinen. Rennt der Hund aufdringlich auf andere zu oder ihnen hinterher, dann will er doch nur spielen. Das es andere ängstigt, stört sie wenig. Hunde spiegeln den sozialen Zündstoff zwischenmenschlicher Beziehungen, werden für selbstgerechtes Verhalten und das Austragen unnötiger Konflikte missbraucht. Nur ist eben ein Hund ein Hund. Er ist zwar nur Mittel zum Zweck. Geht es jedoch hart auf hart, bekommt er den Maulkorb, die Leinenpflicht oder die Todesspritze. Nicht sein Mensch, der im Prinzip die Verantwortung trägt.

Strategien gegen die zunehmende Angst vor Hunden

Für Menschen mit einer ausgeprägten Hundeangst ist es wichtig, Auswege zu finden. Oft entwickeln sie starkes Vermeidungsverhalten, schränken ihren Bewegungsspielraum ein. Sie gehen nicht mehr an Orten spazieren, wo auch viele mit ihren Hunden laufen. Sie empfinden schon eine innere Anspannung, wenn sie nur entfernt Hunde sehen. Auch verstärkt ihr Angstgefühl die Bedrohlichkeit einer Hundebegegnung für sie tatsächlich. Biologen haben nachgewiesen, dass Hunde Angst sehr gut wahrnehmen. Einen schlecht sozialisierten Hund kann menschliche Angst veranlassen, gefährlich zu reagieren. Vernünftig sei es für Betroffene, sich möglichst umfassend über passende Reaktionen bei einer Hundebegegnung zu informieren. Je besser man Hundeverhalten kennt und einschätzen kann, um so eher könne man wieder mehr innere Sicherheit empfinden. Auch gibt es einige Abwehrmittel, die gekonnt angewendet funktionieren. So kann beispielsweise ein kleines Alarmgerät oder eine Wasserspritzflasche im Ernstfall einen Hundeangriff recht zuverlässig unterbinden.

Für einige Hundehalter wäre es wichtig, mehr Verständnis und Rücksichtnahme für Menschen zu zeigen, die Hundeangst haben. Auch wenn man gern seinem Hund den ausgiebigen Freilauf gönnt, gehört er an die Leine, wenn andere Menschen vorbei kommen. Es wäre auch sinnvoller, nicht jeden unbedingt von der Friedfertigkeit des eigenen Vierbeiners überzeugen zu wollen. Hunde können es schnell als unangenehm empfinden, wenn sie ständig von Fremden angefasst und gestreichelt werden. So mancher gemütliche Kuschelhund wurde zum Handschnapper, weil ihm offensichtlich einige Male zu oft von Fremden direkt die Hand vor die Schnauze gehalten wurde. Bessere Kenntnisse über eine artgerechte Haltung und Erziehung könnten einigen Hundehaltern effektiv helfen, angsterzeugende Verhaltensweisen ihrer Hunde zu vermeiden.

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