Warum Notizen beim Bergwandern Vorteile bringen

Streckenlänge, Höhendifferenz und Gehzeit notieren bringt Gewinn. Oft Jahre später will man so manche erinnerungsreiche Bergwanderung wiederholen. Die Unsicherheit ist jedoch groß, ob die eigene Kondition noch ausreicht.

Man sieht sich die Fotos vergangener Wanderungen in alten Fotoalben an. Da kommt Sehnsucht auf, die eine oder die andere Wanderung zu wiederholen. Aber wie viele Jahre sind inzwischen vergangen? Reicht die Kondition noch – oder gibt es Varianten, wenn die Tour zu lang wird? Oft nimmt sich der Bergfreund nach einer gelungenen Wanderung vor – diese unbedingt einmal zu wiederholen. Dann ist es von Vorteil, wenn bei den früheren Wanderungen Notizen gemacht wurden.

Wanderführer, Wanderkarten, fremde Tourenbeschreibungen

In Wanderführern, den Wandervorschlägen der Fremdenverkehrsämter und in anderen Quellen werden viele, interessante Wanderungen vorgeschlagen. Gehzeit und Höhenunterschied werden meist aufgeführt, seltener aber Distanzen und der Wegecharakter.

Unternimmt man eine solche, vorgeschlagene Wandertour, kann es passieren, dass das Ziel wesentlich früher erreicht wird. Das ist kein Beinbruch. Aber umgekehrt kann es – besonders in den Bergen – gefährlich werden: Wenn der Wanderer überfordert – wesentlich später die Tour beendet. Die einbrechende Dunkelheit nimmt die Sicht. Mit der Taschenlampe wandern – wenn man eine mitführt – ist nicht besonders sicher.

Notizen vermitteln das Wissen um die eigene Kondition

Wenn man nun bei seinen Wanderungen die Streckenlänge, die Höhendifferenz und die gesamte Gehzeit notiert hat, hilft der Vergleich mit den – von anderen Quellen – genannten Daten. Vor der gewünschten Bergtour – wenn es die selbe Route ist oder in der Art eine ähnliche – kann man die gegebenen Daten auf die eigene, persönliche Leistung für die Tourenplanung berücksichtigen.

Auch eigene Gepflogenheiten sind zu bewerten

Nicht nur die Kondition, auch die Sichtweise des Bergfreundes und seine Gepflogenheiten sind in den gemachten Aufzeichnungen berücksichtigt. Wer beispielsweise fotografieren möchte, ist länger unterwegs als ein Wanderer ohne Kamera. Ein gutes Bild braucht Vordergrund, Bildaufbau und den richtigen Ausschnitt. Vielleicht sind auch einige Variationen des Motivs erwünscht. Da muss bei 30 – 50 Bildern eine bis drei Stunden eingeplant werden.

Höhendifferenz

Abhängig vom Alter, Gewicht und Gewicht des Gepäcks, der Kondition und der Gepflogenheiten des Wanderers – sporttreibend oder wandern nur ab und zu – und vieles mehr läßt einem die Berge mehr oder minder rasch erklimmen. Der Höhenunterschied zwingt einen, das Gesamtgewicht nach oben zu stemmen. Als Anhaltspunkt werden 400 Meter je Stunde berechnet. Merkt man bei seinen Aufzeichnungen, dass man nur 300 Meter schafft, muss man die entsprechend längere Zeit einplanen.

Streckenlänge

Fünf Kilometer je Stunde wird als mittlere Zeit eingeplant – bergauf eben und bergab. Die Zeit für eine Höhendifferenz wird hinzu addiert. Beispielsweise wird ein Wanderweg vom Tal zum Berg mit 2,5 Kilometer gemessen – 30 Minuten – und der Höhenunterschied ist 200 Meter – 30 Minuten – so beträgt die Gehzeit eine Stunde.

Gehzeit

Die Erfahrung lehrt den fleißig notierenden Wanderer, dass Höhe und Strecke nicht genau die Gehzeit bringt, die man dann in der Praxis braucht. Es kommt auch auf die Qualität der „Wanderunterlage“ an. Es geht sich leichter und schneller auf einer Forststraße als auf einem ausgesetztem Gebirgssteig oder Pfad.

Die Erfahrung zeigt, dass Straßen etwa um den Faktor 0,8 weniger der Gehzeit brauchen als der normale Wanderweg. Und der Gebirgspfad wiederum etwa um den Faktor 1,20 – 2,0 mehr Zeit beansprucht als der Wanderweg. Entsprechend der Weglänge sollte man die Gehzeit des jeweiligen Tourenabschnittes mit dem entsprechenden Faktor multiplizieren. Das klingt schwieriger als es ist. In der Praxis fällt ein kurzer Bergsteig zeitlich nicht ins Gewicht. Umgekehrt, verläuft der größte Teil einer Wandertour auf guten Wegen – in Karten durchgehende Linie – braucht es keine Korrekturen.

Persönliche Anpassung

Mit dieser einfachen Formel

  • Höhendifferenz in Metern / 400 ergibt Zeit in Stunden
  • Plus Streckenlänge in Kilometern / 5 ergibt Zeit in Stunden
  • Plus Streckenzeit von schwierigeren oder sehr einfachen Abschnitten Zeit x Faktor

kann der Wanderer schon vor der Tour die Wanderzeit bestimmen. Selbstverständlich wird er die Divisoren und Faktoren auf seine Erfahrungen anpassen. Nur dann ergeben sich genaue, persönliche Gehzeiten.Wird eine Wanderung wiederholt, kann man jetzt jederzeit die Parameter auf die aktuellen Werte justieren und die Dauer der Tour neu berechnen.

Beispiel der Anwendung

Beispiele dieser Aufzeichnungen finden sich in den sechs Bergwanderungen. Ein Klick auf eines der Bilder führt auf die Tourenbeschreibung in suite101.de mit der entsprechenden PDF-Datei zum Ansehen oder Download solcher Notizen. Hier sind die Daten in einzelnen Etappen festgehalten. Außerdem ist im Wegeplan, die Art des Weges für den Faktor – Straße, Wanderweg, Bergsteig – eingezeichnet. Ein bewährtes Formular für die Datenaufnahme als Vorschlag findet man unten als Bild. Weitere Bilder zeigen an Hand der oben ausgewählten Bergwanderung Puittal, Scharnitz den Wegeplan sowie die Touren- und Etappennotizen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.