Wichtige Impfungen für Kinder

Impfungen verhindern den Ausbruch gefährlicher Krankheiten. Ob Mumps, Masern, Kinderlähmung oder Meningitis; ein rechtzeitiger Schutz kann Leben retten.

Viele Eltern können sich kaum vorstellen, dass auch in der heutigen Zeit noch schwerwiegende Infektionen dramatische Folgen für den Nachwuchs haben können. Aber auch Spätfolgen von Erkrankungen können sehr gefährlich werden. Daher hat die Ständige Impfkommission (STIKO) eine Liste für empfohlene Impfungen erstellt. Die STIKO der Bundesrepublik Deutschland trifft sich zweimal jährlich, um sich über die wichtigen Fragen zu Schutzimpfungen und Infektionskrankheiten zu beraten.

In Deutschland sind alle Impfungen freiwillig. Deshalb liegt der Entschluss zum vorsorglichen Schutz bei den Eltern. Diese müssen sich allerdings frühzeitig entscheiden, da mit der Vorsorge schon im dritten Lebensmonat begonnen wird.

Standard-Impfplan für Babys und Kleinkinder

1. Ab dem dritten Monat:

  • Diphtherie-Tetanus-Pertussis (Keuchhusten), 3x im Abstand von 4 Wochen
  • Polio, 2x im Abstand von 8 Wochen
  • Hämophilus influenza (Hib), 2x im Abstand von 6-8 Wochen
  • Hepatitis B, 2x im Abstand von 8 Wochen

2. Ab dem zweiten Jahr:

  • Masern-Mumps-Röteln (Kombinationsimpfstoff), 1. Impfung
  • Polio, 3. Impfung
  • Diphtherie-Tetanus-Pertussis, 4. Impfung
  • Haemophilus influenza (Hib), 3. Impfung
  • Hepatitis B, 3. Impfung

Wann sollte nicht geimpft werden?

Unter einigen Umständen muss eine anstehende Impfung verschoben oder sogar ganz darauf verzichtet werden. Bei akuten Erkrankungen mit Fieber über 38,5 Grad Celsius wird der Arzt einen neuen Termin vereinbaren. Außerdem wird kurz vor und nach einer Operation keine Impfung gegeben.

Liegt eine Allergie gegen Hühnereiweiß vor, darf auch kein Impfstoff verabreicht werden. Bekommt das Kind Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken, so wie bei einer HIV oder Tumorerkrankung, sollten keine Lebendimpfungen verwendet werden.

Was sind keine Impfhindernisse?

Eine leichte Erkältung und Schnupfen mit erhöhter Temperatur. Behandlung mit Antibiotika, niedrig dosiertem Kortison oder kortisonhaltigen Cremes. Auch Krampfanfälle in der Familie oder vorangegangene Fieberanfälle sind kein Grund, um auf eine Impfung zu verzichten. Auch Frühgeborene können geschützt werden. Grundlage für eine Impfung ist das Alter, nicht das Geburtsgewicht.

Mögliche Nebenwirkungen und Komplikationen

Das Immunsystem reagiert auf eine Impfung wie auf eine richtige Infektion. Daher kann es zu Fieber und Unwohlsein kommen. Auch kann die Einstichstelle eine Rötung oder Schwellung aufweisen. Diese sind in der Regel aber harmlos.

Ist der Patient besonders schläfrig, bekommt er hohes Fieber oder muss er sich übergeben, sollte der Arzt aufgesucht werden. Hierbei könnte es sich um eine Komplikationen handeln, die beobachtet werden muss.

Spezielle Umstände für eine Impfung

In einigen Gegenden Deutschlands sind Zecken sehr verbreitet. Hierzu gehören insbesondere Teile Niedersachsens und Bayerns. Durch einen Biss des Spinnentiers kann eine Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen werden. Dabei kann es unter Umständen zu einer gefährlichen Erkrankung des Gehirns oder der Hirnhäute kommen. In jedem Fall sollte ein ärztliche Beratung darüber stattfinden, ob eine Impfung gegen FSME nötig und sinnvoll ist.

Auch die Ferienzeit kann Gefahren bergen. Liegt das auserwählte Reiseziel außerhalb von Europa, sind spezielle Impfungen unumgänglich. Besonders Kinder können durch verseuchtes Essen oder Insektenstiche schwer erkranken. Hierbei kommt es auf das Urlaubsland an. Ob gegen Malaria, Gelbsucht, Typhus, Cholera, Tollwut oder Hepatitis A und B; sich rechtzeitig darüber zu informieren, ist sehr wichtig. Einige Länder verlangen vor der Einreise verschiedenen Impfungen, damit Touristen keine Krankheiten einschleppen, die die Bevölkerung bedrohen könnten.

Welche Impfungen die Gesundheitsorganisation (WHO) für bestimmte Reiseziele empfiehlt, kann bei einem Tropeninstitut erfragt werden.

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