Wie Ängste entstehen

Der Artikel beleuchtet die Entstehung von Ängsten und begründet diese anhand der biologischen Entwicklung des Menschen.

Angst gibt es schon seit den frühesten Anfängen der Menschheit. In Gefahrensituationen wird Adrenalin ausgeschüttet. Das Hormon bewirkt, dass das Blut von Magen und Gehirn in die Muskelfasern gepumpt wird, sodass wir mehr Kraft zum Kämpfen oder Weglaufen bekommen.

Angst – Eine Problematik des Alltags

In der heutigen Zeit ist es aber nicht der Säbelzahntiger oder das Mammut, die uns Angst bereiten, viel mehr sind es die kleinen Dinge des Alltags, die es in solcher Form früher nicht gegeben hat. Stress in der Familie, Hektik und Druck auf Schule und Arbeit, all das führt zu einer erhöhten Ausschüttung von Adrenalin. Doch da wir allzu oft in diesen Situationen gar nicht kämpfen oder fliehen, sondern viel mehr ruhig sitzen und nachdenken müssen, hemmt uns das fehlende Blut im Gehirn und der Überschuss an Adrenalin wird zum Problem. Man könnte also sagen, dass die Entwicklungen der letzten Jahre so rasant waren, dass unser Körper nicht mit den neuen Lebensumständen mitgekommen ist.

Die heutigen Ängste werden oft nicht durch lebensbedrohliche Situationen, sondern durch Dinge, wie Vorträge, wichtige Projekte oder Klassenarbeiten ausgelöst. Doch genau so findet man scheinbar sinnlose Ängste, wie die vor Mäusen oder Spinnen.

Wie Ängste entstehen

Nicht die Dinge selbst sind Angst einflößend, sondern, ob wir sie als Angst einflößend bewerten oder nicht. So ist für den einen eine Spinne harmlos und für den anderen eine Bedrohung. Die Bewertung der Dinge vollzieht sich bei jedem Menschen anders und resultiert aus den Erfahrungen, die wir in unserem Leben gemacht haben (Konditionierung). Dabei müssen wir diese Erfahrung noch nicht einmal selbst gemacht haben. Oft reicht es, wenn wir andere in Gefahrensituationen beobachten oder diese später davon berichten (Lernen am Modell). Auch durch Instruktionen wie Warnhinweise können Ängste entstehen.

Angststörungen

Problematisch wird es, wenn die Angst nicht von den Dingen selbst rührt, sondern von der Angst selbst. Denn wenn ein Mensch versucht, seiner eigenen Angst aus dem Weg zu gehen, kann es passieren, dass diese immer schlimmer wird. Auf diese Weise entwickeln sich dann Phobien und Angststörungen. Denn während es ratsam war, vor einem Säbelzahntiger wegzulaufen und zu versuchen, diesem möglichst nicht mehr zu begegnen, ist es fatal, wenn man auf diese Weise Klassenarbeiten oder dem Arbeitsalltag begegnet. Im schlimmsten Fall kann es passieren, dass der Betroffene eine solche Angst vor seinem Alltagsleben entwickelt, dass er am normalen Leben nicht mehr teilhaben kann.

Den Grund für eine solch erhöhte Reaktion auf das Lebensumfeld findet man im Gehirn. Hat man im Alltagsleben schon viel Stress, muss bei wirklicher Angst eine erhöhte Menge von Adrenalin ausgeschüttet werden, dass heißt, um Angst zu bewirken, muss das Gehirn auf einem höheren Angstlevel arbeiten, als es normalerweise üblich ist. Doch wenn das Gehirn nach der Angst einflößenden Situation nicht mehr in sein altes Stadium zurückfindet, dann entsteht auf diese Weise eine Angststörung.

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