Wie funktioniert die Loci-Methode

Die Loci-Methode als Gedächtnisstütze. Höhere Gedächtnisleistung. Listen, die man in fünf Minuten auswendig lernen kann.

Je besser die Technik, sich etwas ins Gedächtnis zu speichern, desto leichter fällt später das Abrufen. Die Loci-Methode wurde schon vor 2.500 Jahren von dem Poeten Simonides erfunden. Der Trick ist, sich die zu merkenden Dinge klar zu visualisieren. Die Technik beruht auf dem Restorff-Effekt. Das bedeutet, dass man sich besser an etwas erinnert, wenn es einen (oder mehrere) Sinne oder Gefühle anspricht. Dieser wirkt bei dieser Technik neben dem Primacy-Effekt (Vorrang-Effekt: Man erinnert sich besser an den Anfang eines Tests oder einer Unterrichtsstunde) und dem Recency-Effekt (Neuheiten-Effekt: Man erinnert sich an das Ende) mit. Das Prinzip der Loci-Methode basiert auf der Visuellen Memorier-Technik. Sie beansprucht das rechte Gehirn und versteckt Informationen so im Langzeitgedächtnis, dass man sie wiederfindet. Diese Technik kann angewendet werden, um eine Liste auswendig zu lernen, sei es eine Einkaufsliste, eine To-do-Liste oder eine beliebige Liste von Wörtern.

Sich alles merken können, was man will

Man stellt sich ein Haus (oder eine Wohnung) vor, in dem oder der man sich gut auskennt. Je größer und je mehr Zimmer, desto besser. Das ist der eigene „Locus“. Man stellt sich vor, wie man vor der eigenen Eingangstür steht. Hier platziert man das erste Wort der Merkliste, etwa den Begriff „Kartenspiel“. Damit es nicht übersehen werden kann, wird es so groß und auffällig wie möglich in Gedanken mitten in den Weg gelegt. Generell sollten die Dinge groß, zahlreich, dramatisch, verrückt oder sogar vulgär gestaltet werden. Das Bild sollte so übertrieben, lustig, lebendig, voller Aktion, gefühlsbetont oder drastisch gestaltet werden. So könnte etwa die Tür beim Öffnen das gestapelte Kartenhaus umwerfen. Oder der Eingang lässt sich gar nicht erst passieren, wenn man nicht über das Kartenhaus klettert. So geht man mit dem nächsten Gegenständen ebenfalls vor.

Indem der Gegenstand so auffällig wie möglich an einem Ort platziert wird, den man sich in Gedanken sehr detailtreu in Erinnerung rufen kann, wird er nicht zwischen den anderen Einrichtungsgegenständen verloren gehen. Wenn die Fantasie es zulässt, können mehrere Gegenstände miteinander verbunden werden. Je nach Größe des erstellten Locus und der eigenen Vorstellungskraft und Fantasie, lassen sich nun beliebig viele Gegenstände merken. Und das Verblüffende: Die Listen der gemerkten Dinge lassen sich teilweise noch Tage später wieder aufrufen. Dennoch lässt sich der Locus leicht entrümpeln und neu füllen, da nichts davon dauerhaft aus dem Gedächtnis abrufbar ist. Nur der Locus bleibt immer beständig, da er eine bekannte und langfristig gespeicherte Informationen ist.

Bei „Ich packe meinen Koffer“ gewinnen

Um sein Können zu testen oder die Technik zu üben, empfiehlt sich das altbekannte Spiel „Ich packe meinen Koffer“. Jeder Mitspieler beginnt der Reihe nach mit dem Satz „Ich packe meinen Koffer und tue hinein …“ und nennt daraufhin einen beliebigen Gegenstand. Der nächste Spieler fährt ebenso fort, nur muss er in der richtigen Reihenfolge nun die zuvor genannten Gegenstände aufzählen. Dieses Spiel eignet sich hervorragend, um die Loci-Methode zu testen und die Gegenstände in einem Haus zu platzieren.

Der zweite Locus

Der erste Locus war das Haus. Der zweite Locus ist der eigene Körper. Sein Vorteil ist, dass er in vielen Details bekannt ist und man ihn auch immer bei sich hat. Hier werden die Gegenstände ebenfalls so auffällig und absurd wie möglich platziert. Mindestens 15 Gegenstände lassen sich so merken:

  1. Gegenstand wird auf den höchsten Punkt, den Kopf, gelegt
  2. auf die Stirn
  3. leuchtet aus den Augen wie eine Neonreklame
  4. wird in die Nase gestopft
  5. ist im Mund
  6. auf dem Kinn balanciert
  7. in der Kehle, die wie ein durchsichtiger Zylinder funktioniert
  8. auf rechtem Arm
  9. IST der linke Arm
  10. steckt im Brustkasten
  11. am Bauchnabel befestigt
  12. an einen Gürtel um die Hüfte
  13. zwischen Oberschenkeln und behindert einen beim Gehen
  14. auf Knien
  15. unter den Füßen

Sich eine To-do-Liste merken

Klingt erst einmal schwieriger, ist aber im Grunde das gleiche. Die Aufgaben müssen abstrahiert werden. Die Aufgaben hängen mit Objekten zusammen. So steckt in der Aufgabe: „Briefe abschicken“ ein Objekt: die Briefe. „Obst einkaufen“ besitzt ebenfalls ein Objekt und „den Hund entflohen“ besitzt zwei Objekte (Hund und Flöhe). Diese Objekte können nach dem gleichen Prinzip in einen Locus eingebaut werden können.

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