Wie funktioniert Gesangsunterricht?

So wie bei einem Musikinstrument kann man auch lernen, mit der eigenen Stimme umzugehen. Aber wie funktioniert das eigentlich? Singen kann man entweder, oder man kann es eben nicht… stimmt das eigentlich? Oder kann man das Singen auch erlernen?

Klar ist: Wie bei allen künstlerischen Betätigungen spielt auch beim Gesang ein gewisses Talent eine Rolle. So gibt es Menschen mit mehr und solche mit weniger oder sogar keinem Talent für das Singen. Da allerdings beim Singen der eigene Körper zum Instrument wird, macht es einen Unterschied, ob man in der Lage ist, dieses Instrument auch richtig zu „bedienen“, also zu spielen. Die hierfür nötige Körpertechnik und die entsprechende Wahrnehmung lässt sich im Gesangsunterricht (teilweise auch „Vocal Coaching“ genannt) durchaus trainieren.

Wer bietet Gesangsunterricht an?

Unabhängig von Hochschulstudiengängen, die Gesangsunterricht beinhalten, gibt es auch diverse andere Einrichtungen (wie beispielsweise Musikschulen, Volkshochschulen usw.), die mitunter Gesangsunterricht anbieten. Einen Großteil der Gesangslehrer und -lehrerinnen stellen jedoch Privatpersonen dar, normalerweise selbst erfahrene Sänger bzw. Sängerinnen, deren Annoncen sich beispielsweise innerhalb der Kleinanzeigen finden, speziell auch in entsprechenden Internet-Communities. Eine einfache Suchmaschinenanfrage mit Stichworten wie „Gesangslehrer“ oder „Gesangsunterricht“ hilft in der Regel schon, eine erste Auswahl an möglichen Ansprechpartnern zu erhalten.

Was geschieht im Gesangsunterricht?

In den meisten Fällen wird Gesang bei Einzelpersonen oder allenfalls Kleingruppen unterrichtet. Unterschiedliche Lehrer verfügen natürlich auch über unterschiedliche Methoden, und auch der angestrebte musikaliche Stil (Klassik, Pop, Jazz, Musical usw.) kann zu teils unterschiedlichen Herangehensweisen führen. Gewisse Gemeinsamkeiten gibt es allerdings unabhängig von der gesanglichen Stilrichtung:

Körperwahrnehmung: Je besser man den eigenen Körper zur Unterstützung der Stimme einzusetzen lernt, desto besser für den Gesang.

Gehörschulung und Intonation: Man lernt beispielsweise, vorgegebene Tonfolgen korrekt nachzusingen und zu beurteilen, ob die jeweiligen Töne auch „sauber“ wiedergegeben, ob die Töne korrekt getroffen wurden. Man lernt mit der Zeit also, die Qualität des eigenen Gesangsvortrages besser einschätzen zu können.

Stimmtraining: Nicht jede Stimme ist zum Singen gleich gut geeignet, doch durch entsprechendes Training kann eine Verbesserung erreicht werden. Man erlernt Methoden, die Qualität der Töne zu optimieren und arbeitet außerdem an der Erweiterung des Stimmumfangs, also die jeweils höchsten und tiefsten Töne, die die individuelle Person singen kann.

Einstudierung von Material inklusive Textarbeit: Während die o.g. Punkte zum Bereich der Gesangstechnik gehören, werden natürlich auch komplette Stücke/Lieder einstudiert und die erlernten Gesangstechniken auf diese Weise praktisch angewendet. Der Klang von Tönen wird je nach Aussprache eines Wortes beeinflusst – daher wird ebenfalls die jeweils optimale Weise der Aussprache eingeübt, außerdem die passenden Stellen im Lied, bei denen man am besten Luft holen kann.

Interpretation/Performance: Zur Präsentation eines Liedes gehört nicht nur der Gesang allein, sondern auch ein gewisses Maß an schauspielerischem Einsatz, um nicht nur den musikalischen Teil des Liedes, sondern auch dessen Inhalt zu vermitteln.

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