Wie funktioniert Neuromarketing

Neuromarketing ist immer mehr auf den Vormarsch. Hier erfahren Sie was das ist und welche ethischen Fragen es aufwirft.

Auch wenn die Forschung hart daran arbeitet das Kaufverhalten zu erforschen und Unternehmen für diese Erkenntnisse viel Geld ausgeben, sind noch immer nicht alle Fragen geklärt. Nun gibt es eine neue Disziplin im Marketing, die diese Fragen endgültig klären soll. Das Neuromarketing ist immer mehr auf dem Vormarsch.

Was ist Neuromarketing?

Beim Neuromarketing handelt es sich um ein recht neues Gebiet des Marketings, welche Bereiche aus der Psychologie und der Wahrnehmungspsychologie, sowie der Verhaltenslehre mit einbezieht.

Diese Methode beruht auf die Erkenntnis, dass Kaufentscheidungen weit mehr Emotionen und irrationales Verhalten zu Grunde liegt, als bisher oft angenommen wurde. Dieses neue Forschungsfeld versucht nun die psychologischen Entscheidungen eines Konsumenten für oder gegen ein Produkt zu erforschen und für neue Werbeformen gezielt einsetzen zu können. Die Beobachtung von Vorgängen im Gehirn während der Entscheidung ist dabei von essentieller Bedeutung. Maßgebend für die Entwicklung dieser neuen Disziplin war vor allem die Entwicklung der funktionellen Magnetresonanztomographie. So wurde dadurch zum Beispiel nachgewiesen, dass eine ansprechende Gestaltung eines Produktes eine höhere Reaktion im medialen Präfrontal Cortex auslösen.

Zu klären ist allerdings auch noch welche Gebiete das Neuromarketing im Einzelnen umfasst. Handelt es sich „nur“ um die gehirnphysiologische Wirkung von Marken und Werbung oder gehören auch weitere Felder wie Preisbildung dazu?

Auch Bereiche, die für die Erinnerung wichtig sind, sind von starkem Interesse für die Forscher, denn die werbetreibende Industrie lebt letztendlich davon, dass die Menschen sich an ihre Marke am besten erinnern können.

Rabatte und Kontrolle

Das Rabattschilder den Umsatz in die Höhe schnellen lassen, ist nicht neu. Doch durch die neue Forschung, weiß man nun auch warum das so ist. Durch Rabattaktionen arbeitet das Belohnungszentrum verstärkt, während das Gehirnareal, das für die Kontrolle zuständig ist, mit weniger Blut versorgt wird und somit in seiner Aktivität heruntergefahren wird.

Ähnlich ist es bei werbenden Models, die eine idealisierte Figur vorweisen. Zudem haben Models noch einen weiteren Vorteil; Gesichter bleiben wesentlich besser in Erinnerung als Schriften oder Logos. Sie prägen sich wesentlich tiefer in unser Unterbewusstsein und Gedächtnis ein.

Ethischer Blickwinkel

Über all die vorteilhaften Erkenntnisse, die sich dadurch für die Marketingunternehmen ergeben, sollte aber nicht vergessen werden, dass bei dieser Technik die ethische Frage schnell in den Vordergrund rückt und Kritiker laut werden lässt, die sich fragen, ob eine solche, für den Konsumenten nicht wahrnehmbare Manipulation, von unserer Gesellschaft noch vertretbar ist. Dem ist jedoch auch entgegen zu werfen, dass viele dieser „neuen“ Erkenntnisse schon vorher beobachtet wurden, jedoch jetzt lediglich psychologisch besser begründet werden können. Ob das Neuromarketing also wirklich so neu und innovativ ist, wie einige behaupten, bleibt also weiterhin fraglich und muss noch geklärt werden.

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