Wie funktioniert Yoga?

Was ist Yoga? Über den Sinn von Asanas und Pranayama. Was hat Yoga in unserer westlichen Welt verloren und wie kann es uns helfen, unseren Alltag besser zu meistern? Manche sehen es als einen vorübergehenden Trend, der sich in Fitness-Studios etabliert hat, andere sehen darin wiederum realitätsentrückte Spiritualität. Beides ist falsch und richtig zugleich: Solche Yogastile gibt es, aber zum Glück auch diverse Mittelwege, die sich individuell in unseren Alltag eingliedern lassen. Aber wie könnte das aussehen? Was macht Yoga eigentlich?

Sinn des Yoga

Das Ziel des Yoga ist eigentlich ganz einfach zu formulieren: Glück, innere Zufriedenheit und Gelassenheit. Wie dieses erreicht wird, erklärt das etwa 2000 Jahre alte Yoga Sutra, der Leitfaden des Yoga von Patañjali. In einem seiner 195 Merksätze heißt es, Yoga soll den Geist beruhigen, sammeln und ausrichten; dadurch wird die Wahrnehmungsfähigkeit entwickelt und das Leben somit glücklicher und zufriedener gemacht. Eine wichtige Voraussetzung, um diesen Gemütszustand zu erreichen, ist Gesundheit, da sie es erleichtert, Ziele im Leben zu erreichen. Diese soll durch eine stabile körperliche und emotionale Grundlage geschaffen werden.

Wie funktioniert Yoga?

Yoga ist ein Ganzkörpertraining, bei dem nicht nur die Muskulatur gestärkt und gedehnt wird, sondern auch das Kreislaufsystem und die Immunabwehr verbessert werden. Es bietet auch einen guten Ausgleich zu kraftintensiven Sportarten. Durch das Erlernen einer bewussten Atmung können Atembeschwerden gelindert werden. Yoga findet auf drei Ebenen statt: der des Körpers, des Atems und des Geistes und verbindet diese in einem komplexen System. Es ist in unseren Alltag eingebettet und soll seinen negativen Tendenzen entgegenarbeiten, weiterhin werden die in uns vorhandenen Potenziale ausgeschöpft und gefördert. Dies kann nur durch regelmäßiges Üben erreicht werden, da unser Körper und Geist sich nur durch Wiederholungen verändern lassen. Allerdings darf es nicht zu mechanischen Routinen führen – man muss sich bewusst in seine Yogapraxis einbringen.

Die Asanas

Wesentlich ist das schrittweise Vorgehen – leichte Asanas (die Posen des Yoga) erleichtern die Praxis für schwierigere, so wird die Beweglichkeit auf sichere Art und Weise verbessert. Eine Yogastunde soll also mit alltagsnahen Asanas beginnen, uns daraufhin mit etwas anspruchsvolleren fordern und mit alltagsnahen enden, um uns auf den weiteren bzw. nächsten Tag vorzubereiten. Aber auch in unserem persönlichen Können soll schrittweise vorgegangen werden: Die Akzeptanz des eigenen Körpers und seiner Grenzen spielt eine große Rolle beim Yoga, denn je mehr wir krampfhaft von unserem Körper Leistung abverlangen, umso mehr wird er sich dagegen wehren. Das heißt, die Risiken, ihm zu schaden, werden größer und die Wirkungen der Übungen versagen. Erkenntnisse bezüglich der eigenen Grenzen sind oft schwer zu akzeptieren, besonders wenn sie enger sind, als erwartet. Doch man darf nicht vergessen, dass Yoga kein Kampf gegen den Körper ist, sondern ein Eingehen auf ihn.

Atmung

Atmung spielt eine entscheidende Rolle im Yoga, denn unser Atem gehört zu den bedeutendsten Lebensfunktionen unseres Körpers. Er sagt viel über unseren momentanen Zustand aus – so ist unregelmäßiger Atem z.B. ein Zeichen für innere Unruhe, Spannung oder Angst. Man sagt nicht umsonst im Leben „tief durchatmen“ um eben solche Gemütszustände zu bewältigen. Auch die Medizin bemerkt, dass tiefes und langsames Atmen wichtig für unsere Gesundheit ist, da so die Lungen belüftet werden, ein schneller Herzschlag verlangsamt und ein erhöhter Blutdruck gesenkt werden.

Im Yoga sind die Bewegungen des Körpers einer ruhigen Ein- und Ausatmung angeglichen. D.h., die Posen werden mit der Ein- bzw. Ausatmung eingenommen oder für eine bestimmte Zahl von Atemzügen gehalten. Dadurch werden sie achtsamer und bewusster durchgeführt. Neben dem Auftreten von Schmerz ist auch ein unregelmäßiger Atem ein guter Indikator, dass gewisse Grenzen des Körpers missachtet wurden. Weiterhin heißt es im Yoga, dass Atemübungen (Pranayama) helfen, den Geist zu klären und die eigene Wahrnehmungsfähigkeit zu stärken – womit wir wieder bei der Verbindung der drei Ebenen Körper, Atem und Geist wären.

Das Fazit nach dem alten Yoga Sutra: Jeder, der Yoga übt, wird Erfolg haben – sei er jung, alt, gebrechlich, krank oder schwach.

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