Wie werden Angststörungen behandelt?

Krankhafte Ängste sind weit verbreitet. Wenn Ängste zur Krankheit werden, ist eine umfangreiche Therapie erforderlich. Der Patient muss lernen, mit seinen Sorgen umzugehen. Medikamente sind hilfreich.

Jeder Mensch erlebt Ängste. Das ist natürlich. Kritisch wird es, wenn solche Ängste übersteigert auftreten. Dann ist der Mensch gelähmt. Ängste können auch krankhaft sein. Dann reagiert der Mensch stärker, häufiger, länger und unangemessen. Angst tritt auch auf, wenn eigentlich keine Gefahr droht. In den Industriestaaten sind Angststörungen die verbreitetste psychische Erkrankung. Die Ärzte unterscheiden zwischen Panikstörungen, Phobien und der generalisierten Angststörung. Etwa fünf Prozent der Menschen leiden unter einer generalisierten Angststörung mindestens einmal im Leben – Frauen häufiger als Männer.

Die Diagnose der generalisierten Angststörung ist schwierig

Die generalisierte Angststörung (GAD) tritt als diffuse Angst mit Anspannung, Besorgnis über alltägliche Ereignisse und Probleme auf. Die Betroffenen leiden unter wiederkehrenden Sorgen, Ängsten und Befürchtungen über alltägliche Dinge. Sie überschätzen „Katastrophen“. Die Angst ist dauerhaft vorhanden. Manchmal tritt die Angst gemeinsam mit Panik auf. Hinzu kommen körperliche Beschwerden wie Ruhelosigkeit, Muskelverspannungen, Reizbarkeit, Konzentrations- und Schlafstörungen. Das kann so weit führen, dass der Patient den Alltag nicht mehr bewältigen kann. Besonders ältere Menschen sind betroffen.

In den Praxen der Allgemeinmediziner sind Angststörungen mittlerweile bedenklich häufig. In den USA gibt es für solche Erkrankungen inzwischen besondere Sprechstunden. Die Ursachen sind noch nicht hinlänglich erforscht. Zumindest die Anlage scheint erblich zu sein. Bei der Entwicklung der Krankheit spielen offenbar biologische und psychosoziale Faktoren zusammen. Vermutet wird auch, dass der Körper in gewissen Stress-Situationen Botenstoffe ausschüttet. Darauf wollen neuartige Medikamente einwirken.

Meist wird die Krankheit entweder überhaupt nicht oder sehr spät erkannt. Daher wird sie meist auch nicht angemessen behandelt, zumal sie häufig mit anderen psychischen Störungen einhergeht.

Umfangreiche Therapiemöglichkeiten

Behandelt werden muss die Krankheit sowohl mit Psychotherapie wie mit Medikamenten. Vielfach werden Antidepressiva eingesetzt, die jedoch erst nach mehreren Wochen wirken. Bei manchen Präparaten treten sexuelle Fehlfunktionen auf. Seit drei Jahren ist innerhalb der Europäischen Union der Wirkstoff Pregabalin zur Therapie bei Erwachsenen zugelassen. Das Medikament hat sich als gut verträglich erwiesen und wirkt offenbar unmittelbar auf die Zellzustände ein, die bei Angstanfällen ausgelöst werden. Allerdings können Benommenheit und Schläfrigkeit auftreten. Schlafstörungen werden rasch gebessert.

Wichtig ist aber, durch eine Verhaltenstherapie dem Patienten seine übertriebenen Ängste aufzuzeigen. Er muss mit seinen Sorgen konfrontiert werden und Entspannungstechniken erlernen. Vielfach wird autogenes Training empfohlen. Eine weitere erlernbare Therapie ist die progressive Muskelentspannung nach Jacobsen. Wichtig ist aber, dass der Patient die Kontrolle über seine Gedanken wieder gewinnt.

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