X

Gesundheit durch Yoga und Meditation – verschiedene Aspekte

Dieser Artikel gibt einen Überblick über die Aspekte des Yoga: Bewegung, Körperübungen, Atmung, Meditation und spirituelle Ausrichtung.

Denken Sie bei Yoga an Bewegung, Verrenkungen oder gar Sport? Dann sind sie einer allgemein verbreiteten Vereinfachung erlegen. Völlig verkehrt liegen Sie aber damit auch wieder nicht: Yoga enthält Bewegungen und Übungen, die an Gymnastik denken lassen. Doch ihr Zweck ist nicht nur, den Körper zu kräftigen und zu dehnen, sondern uns im ganzheitlichen Sinne gesund zu erhalten. Dahinter steckt mehr als die allgemein anerkannte Weisheit, dass Bewegung an sich eine heilsame Sache sei. Im Yoga bewegt man sich achtsam, so weit , wie es gut tut – anders als bisweilen im Sport. Man kann sich fordern, genauso gut kann man einfachere Übungen ausführen, die Hauptsache ist, dass man sein Yoga genießen kann. Alle Übungen werden dabei mit gezielter Atmung verbunden.

Bedeutung des Begriffs

Das Wort „Yoga“ bedeutet Einheit. Das ist die Einheit von Körper, Geist und Seele, aber auch die Einheit des Bewusstseins mit dem „kosmischen Bewusstsein“. Dahinter steckt die Erkenntnis, dass alles miteinander verbunden ist, dass jede Handlung Auswirkungen auf die Umgebung hat.

Um diese Einheit zu erreichen, ist eine gewisse Disziplin erforderlich – das steckt in der wörtlichen Übersetzung des Begriffes („sich beugen“, „das Joch anspannen“). Gemeint ist aber nicht, sich zu quälen, sondern eine regelmäßige, achtsame Hingabe an die Übungen.

Was hat das mit körperlicher Bewegung zu tun?

Durch Bewegung und andere Körperübungen beschäftigt man sich mit sich selbst. Man unterscheidet hier zwischen Asanas (Körperhaltungen, die eine Zeit lang gehalten werden) und Abfolgen solcher Stellungen (Vinyasas). Dabei wird man sich seines Körpers bewusster als in den vielen Momenten, in denen man (mit den Gedanken ganz woanders) zur Arbeit hastet oder das Mittagessen in sich hinein schlingt. Wenn man die Yogaübungen ruhig und konzentriert ausführt, ist man ganz bei sich. Erstrecht dadurch, dass man sie mit aufmerksamer Atmung verbindet.

Der richtige Einsatz der Atmung

Die Atmung ist ein zentraler Bestandteil des Yoga. Durch den Atem führt man sich Energie und Sauerstoff zu und beruhigt den Geist. Indem man Energie aufnimmt, werden die Selbstheilungskräfte gestärkt. Durch die Übungen werden nämlich die angesprochenen Organe bewegt und mit Energie und erhöhter Durchblutung versorgt.

Es gibt eigene Atemübungen, um das zu vertiefen, die Atmung ist aber bei jeder Körperübung unbedingt zu beachten! Eine Übung soll nur so lange ausgeführt werden, wie die Atmung regelmäßig fließen kann. Man beendet sie spätestens, wenn das nicht mehr gegeben ist und der Atem holprig oder kürzer wird, auch wenn die Muskulatur die Übung noch weiter ausführen könnte.

Wenn der Atem regelmäßig und konzentriert fließt, beruhigt sich der Geist und wird in die Lage versetzt zu meditieren.

Geisteshaltung und Meditation

Zu Bewegung und Körperübung kommt noch die Meditation als Kernbereich der Yogapraxis. Dabei wird in entspannter Sitzhaltung die geistige Konzentration auf einen bestimmten Aspekt gerichtet, um eine gewisse Zeit dort zu verharren. Um den Fluss der Energie optimal zu halten, soll die Wirbelsäule möglichst aufgerichtet bleiben. Gegenstand der Aufmerksamkeit kann alles sein, was den Übenden in einer positiv gelassenen Stimmung hält. Ein Bild vor dem geistigen Auge, Konzentration auf einen Punkt im Körper oder ein Mantra sind hier klassische Beispiele.

Den Zusammenhang von Meditation, Gesundheit und Gehirnforschung hat Martin Bohn bei WF beleuchtet, etwa in „Meditation verbessert die Aufmerksamkeit und verändert das Gehirn“. Hier mag der Hinweis genügen, dass regelmäßige Meditation sich positiv auf die Gehirntätigkeit auswirkt, zum Stressabbau beiträgt und bei Depressionen wirksame Hilfe leistet. Das wird mittlerweile durch mehrere wissenschaftliche Studien belegt.

Kurz zu den Mantras

Von besonderer Bedeutung bei der Meditation sind Mantras. Das sind symbolhaft wirkende Wort- oder Silbenfolgen, deren Schwingung man beim Gesang in sich aufnimmt. Rezitiert (also laut gesungen oder konzentriert „gedacht“) wirken Mantras direkt auf das Energieniveau ein. Das bekannteste, zentrale Mantra ist „OM“ (gesprochen mit langem oder kurzem O). Über seine Bedeutung lassen sich ganze Bücher schreiben, zur weitergehenden Lektüre sei „OM – der Klang des Absoluten“ – bei Yoga-Vidya.de empfohlen. Es wird als „Wort, das alle Wörter enthält“ als „,Urwort“ bezeichnet. Die längere Rezitation kann eine ausgesprochen beruhigende Wirkung haben! Mantras können in jeder Sprache formuliert werden. „Amen“ und „Frieden“ können als Mantras genutzt werden.

Yoga, Spiritualität und Lebensführung

Erfahrene Yogis gehen davon aus, dass die Yogapraxis auch die Lebenseinstellung beeinflusst. Neben der Übernahme einer einfachen Ethik schließt das auch die gesamte Ernährung ein – oft ist ein Verzicht auf fleischliche Nahrung die Folge, um nicht vom Tod anderer Wesen leben zu müssen.

Eine Abkehr von Konsum orientierten, materiellen Zielen hin zu einem spirituell geprägten Streben nach Erkenntnis ist ebenfalls eine natürlich erscheinende Konsequenz, die in Befragungen regelmäßig meditierender Personen statistisch signifikant bemerkt wurde.

Magie oder Medizin?

„Yoga ist keine magische Pille, sondern etwas, das durch geduldiges, systematisches Training zum gewünschten Ziel führt.“ (aus dem Yogawiki von Yoga-Vidya.de). Auch die spirituelle Ausrichtung ist kein Mystizismus, sondern einfach eine Lebensweise, die sich dem Stress geprägten, Reiz überfluteten Zeitgeist entzieht.

Krankenkassen finanzieren mittlerweile präventive Yogakurse teilweise oder ganz dank einer allmählich klarer werdenden, wissenschaftlich gestützten Sachlage. Die medizinische Validierung für Wirkungen von Yogaübungen wird dadurch erschwert, dass Yoga immer ganzheitlich wirkt: Wird der Rücken durch Übungen gestärkt, führt dass beispielsweise indirekt mit zum Stressabbau und somit zur allgemeinen Verbesserung des Gesundheitszustandes. Der Zusammenhang zwischen psychischem Druck und Rückenproblemen wird zunehmend erkannt (wie etwa bei zentrum-der-gesundheit.de nachzulesen ist).

Auch gegen Kopfschmerz und Migräne kann Yoga hilfreich sein, wie das Forum Schmerz kurz skizziert.

Es gibt darüber hinaus eine Vielzahl von Erfahrungsberichten bei Yoga-Vidya.de, die darauf hinweisen, dass Yoga in allen Bereichen Beschwerden lindern oder aufheben kann, auch und vor allem dort, wo sich eine lange Krankengeschichte aus miteinander verflochtenen Beschwerden aufgebaut hat, die medizinisch nicht oder nicht eindeutig klassifiziert werden können (s. auch Focus Online: Thema Yoga).

„Der Körper wird durch Yoga beweglicher, seine Funktionen verbessern und stabilisieren sich. Yoga arbeitet auf der Ebene von Körper, Atem und Geist. Muskelverspannungen, falsche Atemfrequenz (Hyperventilation) werden schneller wahrgenommen.“ (lifeline.de). Das ist die medizinische Interpretation der „Hinwendung zu sich selbst); bei den Übungen erkennt man mit zunehmender Erfahrung schneller, wie Körper und Geist gestimmt sind und kann entsprechend reagieren. Indem man so mehr auf sich selbst achtet und die Wahrnehmung sensibilisiert, ist die Chance groß, vielen Leiden vorzubeugen.