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Wie funktioniert die HIFU-Therapie?

Seit über zehn Jahren werden Prostatakarzinome minimal invasiv mit der HIFU-Therapie entfernt. Eine von vielen Therapiemöglichkeiten.

Prostatakrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen des Mannes. Da die Erkrankung im Frühstadium keine Symptome zeigt, wird sie leider häufig erst sehr spät diagnostiziert. Regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen für Männer über 50 sorgen dafür, dass die Krankheit rechtzeitig erkannt und dann auch gut behandelt werden kann.

Was ist die HIFU-Therapie?

Seit 1993 Jahren werden Prostatakarzinome bereits mit Hoch Intensivem Fokussiertem Ultraschall (HIFU) entfernt. Mittlerweile bieten rund 30 Kliniken und urologische Zentren in Deutschland dieses Verfahren an. Die Kosten dafür werden von den privaten und gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Vor allem örtlich begrenzter Prostatakrebs im Frühstadium kann mit HIFU gut behandelt werden. Bei etwa 20.000 Prostatakrebspatienten wurde die HIFU-Therapie bis heute angewandt (Stand: 2010). Der Beobachtungszeitraum der HIFU-Methode beträgt etwa 10 Jahre. Innerhalb dieser Zeitspanne konnte man gute Erfolge mit der Behandlungsmethode verzeichnen. Für wen die HIFU-Methode als Therapie in Frage kommt und ob sie als alleinige Behandlungsmethode ausreicht, entscheidet letztendlich die Krankengeschichte.

HIFU-Behandlung bei Prostatakrebs

Bei der HIFU-Methode wird das Prostatakarzinom mit Ultraschallwellen erhitzt und zerstört. Der Patient liegt meist in der Seitenlage auf dem Behandlungstisch. Der Eingriff wird in der Regel in Teilnarkose durchgeführt, kann aber auf Wunsch auch in Vollnarkose erfolgen.

Die Ultraschallsonde des HIFU-Gerätes wird in das Rektum des Patienten eingeführt und direkt neben der Prostata platziert. Auf dem Monitor seines Bedienpultes sieht der Arzt die Prostata in 3 D-Darstellung und kann die Ultraschallsonde millimetergenau steuern. Im Brennpunkt der Ultraschallwellen entstehen Temperaturen von ca. 90°C, die das befallene Prostata-Gewebe punktgenau zerstören. Die Behandlung erfolgt in einer Sitzung und dauert eineinhalb bis zweieinhalb Stunden. Der Patient bleibt zur Nachbehandlung drei bis fünf Tage im Krankenhaus.

Die Vorteile der HIFU-Therapie

  • Sie ist minimal-invasiv und wenig belastend. Dies ist vor allem für Patienten mit weiteren Erkrankungen ein Vorteil, aber auch für Patienten in höherem Alter.
  • Es werden keine Schnitte gesetzt, es kommt nicht zu Blutverlust.
  • Durch die punktgenaue Steuerung wird möglichst viel von dem umliegenden Gewebe erhalten.
  • Eine Vollnarkose ist nicht notwendig. Das Verfahren wird auch in gut verträglicher Teilnarkose durchgeführt.
  • Die Entfernung des Prostatakarzinoms kann in einer Sitzung durchgeführt werden.
  • Es ist meist nur ein kurzer Klinikaufenthalt nötig. Der Patient ist normalerweise innerhalb weniger Stunden bereits wieder auf den Beinen.
  • Komplikationen sind im Beobachtungszeitraum selten aufgetreten.
  • Im Rezidiv-Fall kann das HIFU-Verfahren wiederholt werden.
  • Die HIFU-Therapie kann auch als Zusatztherapie zu einer transurethralen Resektion (urologische Operationstechnik) oder anderen Therapieformen durchgeführt werden.

Die Therapiemöglichkeiten für Prostatakrebs sind vielfältig. Und auch die HIFU-Methode ist kein Wundermittel. Betroffene sollten sich immer an mehreren Stellen Rat holen, bevor sie sich für eine Behandlungsmethode entscheiden. Im Forum des Bundesverbandes der Prostatakrebs-Selbsthilfe finden Betroffene Unterstützung und Erfahrungsaustausch.