Anbieter von Internetanbindungen: Carrier, ISP, Reseller

Was bieten die Anbieter von Internetanbindungen eigentlich? Was ist der Unterschied zwischen Telekom, Carrier, Provider, ISP, Reseller und Online-Diensten?

Der Markt der Anbieter von Internetanbindungen ist vielfältig und unübersichtlich. Was bietet eigentlich so ein Anbieter und was kann er und was nicht? Eine Übersicht zu den unterschiedlichen Anbieter-Typen.

ISP (Internet Service Provider)

Die Internet Service Provider (kurz ISP oder Provider) sind die klassischen Anbieter von Internetanbindungen. Sie haben in der Regel einen eigenen Backbone. Der ISP verschafft Privatnutzern und Firmen den eigentlichen Zugang zum Internet, indem er PoPs (Points of Presence), Zugangsknoten oder Sammelstellen für Leitungen innerhalb des Provider-Backbones, zur Verfügung stellt und die organisatorischen Aufgaben eines Internetanschlusses erledigt.

  • Backbone: Darunter versteht man zweierlei: a) Hauptstränge eines Netzwerks mit besonders hoher Übertragungsrate (mindestens zwei Mbit/s). b) Standleitungen, die das interne Netz des Providers bilden und mit denen er ans Internet angebunden ist.

Der Backbone besteht zum großen Teil aus angemieteten Leitungen von Carriern (siehe unten) wie der DTAG (Telekom). Die restliche, eigene Infrastruktur aus Routern, Servern, Hubs und die hauseigene Produktpalette von Internetdiensten lässt sie aber am Markt unabhängig agieren und die selbstständige Produktentwicklung im Dienste-Bereich prädestiniert sie für Businesskunden.

In Deutschland vergibt die Regulierungsbehörde (RegTP) Lizenzen an Anbieter von Telekommunikationsdienstleistungen, die früher unter das Monopol der Telekom fielen: hierzu gehören zum Beispiel Telefonie und Mobilfunk. Die Lizenzierung ist teuer und mit strengen Auflagen verbunden.

Carrier

Carrier sind traditionelle Telefongesellschaften, die die physikalischen Anbindungen (Leitungen) zum Internet besitzen, für die Verlegung der Kabel zuständig sind und diese Infrastruktur an ISPs (Internet Service Provider), Reseller und Online-Dienste (siehe unten) vermieten. Bei weltweit auftretenden Telekommunikationsanbietern spricht man auch von Global Carrier, bei lokal auftretenden Anbietern wie etwa Netcologne von Local Carrier.

  • Unter Carrier versteht man übrigens noch etwas völlig anderes, nämlich den Trägerton. Das ist das Grundsignal, das ein Modem während der gesamten Verbindung aussendet, um Übertragungsgeschwindigkeit und -norm an die Gegenstelle weiterzugeben.

Auch Carrier haben ihren Vorteil der eigenen physikalischen Infrastruktur erkannt und bieten inzwischen zuvor noch ureigene ISP-Dienste an. In den 1990er Jahren richtete sich dieses Angebot aufgrund der mangelhaften Erfahrung der Carrier mit dem Internet in der Mehrzahl an Privatkunden (zum Beispiel mit Call-by-Call-Zugängen). Die ursprüngliche Telefonie-Stärke der aCrrier hat in den letzten Jahren immer mehr Eingang in den Internetsektor gefunden und ist dort mit Internetdiensten und Protokollen verschmolzen. Dies gilt zum Beispiel für die Internettelefonie, der bereits um das Jahr 2000 eine riesige Zukunft vorausgesagt worden war, die aber aufgrund technischer Probleme erst in der letzten Zeit so richtig in Schwung gekommen ist.

Reseller

Große Provider mit entsprechend gut ausgebautem Backbone vermieten einen Teil ihrer Zugänge und Bandbreiten an kleine, meist regional ausgerichtete Firmen, die die Standard-Produkte der ISPs anbieten und um eigene Dienstleistungen erweitern (zum Beispiel im Web-Marketing-Bereich). Reseller sind zwar aufgrund ihrer Firmengröße oftmals flexibler in Angebot und Service, aber sie sind immer abhängig vom ISP und daher mitunter im Support (das ist die Unterstützung von Kunden zu Anfang oder bei Problemen) stark eingeschränkt.

Online-Dienste

Anbieter von Online-Diensten (nicht zu verwechseln mit Internetdiensten) binden ihre Kunden durch eigens produzierten Inhalt von Webseiten und Online-Foren an sich und ermöglichen ihnen den einfachen, weil technisch fest vorgegebenen Zugang zum Internet. Gleichzeitig werden aber dadurch die Möglichkeiten der Internetnutzung für den Kunden stark eingeschränkt, da er bestimmte Dienste nur über vorgegebene Software nutzen kann (wie zum Beispiel bei Google). Online-Dienste haben ihren Markt typischerweise im Privatkunden-Segment.

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