Betreuungsassistent für Demenzkranke: Ausbildung, Gehalt etc.

Für wen kommt diese Fortbildung infrage und welche Chancen gibt es für den Einstieg?

Pflegebedürftige Menschen mit demenzbedingten Fähigkeitsstörungen, psychischen Erkrankungen oder geistigen Behinderungen im Sinne des § 45a Abs. 1 SGB XI haben in der Regel einen erheblichen allgemeinen Beaufsichtigungs- und Betreuungsbedarf. Seit August sind Richtlinien für die Qualifizierungsmaßnahme für Betreuungsassistenten für Demenzkranke nach § 87 b SGB XI in Kraft getreten.

Die zusätzlichen Pflegekräfte für Demenzkranke werden Demenzbetreuer oder Alltagsbegleiter genannt und in der Betreuung von Demenzpatienten, aber auch bei psychisch Kranken eingesetzt. Für entsprechend qualifizierte Kräfte werden Zahlungen von leistungsgerechten Zuschlägen zu den Pflegesätzen für die zusätzliche Betreuung und Aktivierung von Heimbewohnern geleistet.

Die Ausbildung: Inhalte, Dauer und Kosten

Inhalte der Ausbildung sind Kommunikation, Interaktion mit den Patienten, Biografiearbeit, medizinische Grundlagen, Erste Hilfe, Pflegeprozess, Hygiene, Ernährungslehre, Recht und kreative Beschäftigungsmaßnahmen. Für die Zulassung zur Ausbildung, die in der Regel 12 Wochen dauert und in modularer Form durchgeführt wird ist kein therapeutischer oder pflegerischer Berufsabschluss erforderlich – physische und psychische Belastbarkeit allerdings schon. Einen großen Teil der Stunden nimmt der praktische Bereich ein – ein Orientierungspraktikum ist in der Regel vorgeschaltet. Die Kosten bewegen sich im Bereich zwischen 700 – 1.600 Euro. Die Tätigkeit der Betreuer soll in erster Linie der Unterstützung im täglichen Leben der alten Menschen dienen. Die Betreuer sollen bei der Bewältigung des Alltags helfen, Biografiearbeit leisten und die Fähigkeiten, Fertigkeiten und Erinnerungsvermögen aufrechtzuerhalten versuchen. Informationen zu der Ausbildung geben die Arbeitsagenturen, Jobcenter oder Argen sowie Träger wie der Internationale Bund, die Caritas und die Diakonie.

Was erwarten die Arbeitgeber?

Vielen, die die Betreuungsassistenten-Ausbildung absolvieren, weil sie zwar betreuen möchten, aber nicht pflegen können oder wollen, ist nicht bewusst, dass die Arbeitgeber andere Vorstellungen von dem Einsatz solcher Kräfte haben. Viele Arbeitgeber erwarten ihrerseits, dass die Betreuer diese Qualifikation zusätzlich zu ihrer pflegerischen Grundausbildung von durchschnittlich 200 Stunden absolvieren. Bevorzugt stellen sie Bewerber ein, die sowohl Pflegehelfer als auch Betreuungsassistenten sind. Bewerber mit beiden Basisqualifikationen sind flexibler einsetzbar und sollen zu einem gewissen Prozentsatz auch pflegen. Spätestens bei Ausfällen von pflegenden Kollegen und besonderem Arbeitsanfall möchte der Arbeitgeber auf die Betreuer zurückgreifen können. Dieser Tatbestand wird den Menschen, die den Betreuungsassistenten-Kurs absolvieren häufig vorenthalten oder sie haben eine derartige Tätigkeit vorher auf dem zweiten Arbeitsmarkt mit 100 Prozent Betreuung kennengelernt und gehen davon aus, dass der erste Arbeitsmarkt ähnlich Einsatzfelder bietet.

Bewerber, die nur den Basiskurs Betreuer mitbringen und oder sich Pflege überhaupt nicht vorstellen können, haben Schwierigkeiten eine Arbeitsstelle zu finden und werfen früher oder später frustriert das Handtuch.

Arbeitsbedingungen, Gehälter und Bewerbungsverfahren

Die Arbeit erfolgt häufig im Schichtbetrieb. Die Verdienstmöglichkeiten bewegen sich in Berlin zwischen 1.200-1.500 Euro brutto. Einsatzmöglichkeiten finden sich in Einrichtungen mit Demenzkranken und es ist sinnvoll sich auch initiativ in solchen Häusern zu bewerben.

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