Das Bewerbungsschreiben – Türöffner zum Vorstellungsgespräch

Wer gerade vor dem Problem steht „Wie bewerbe ich mich richtig?“ sollte eines jedenfalls wissen: das Bewerbungsschreiben ist in vielen Fällen der Türöffner.

Nicht jeder ist ein geborener Autor, weshalb es manch einem schwierig erscheint, seine Bewerbung in Worte zu fassen. Dazu kommen noch die Fragen, die man sich unweigerlich stellt, wenn man ein Bewerbungsschreiben verfassen möchte:

  • Sollte das Schreiben eher kurz und bündig oder ausführlich und lang sein?
  • Welcher besonderen Aussagen bedarf es, um den gewünschten Inhalt zu übermitteln?
  • Wie weckt man beim Personalchef genug Neugier, um einen Vorstellungstermin zu erhalten?

Zuerst einmal wird festgestellt: nicht die Länge des Schreibens ist maßgeblich, sondern einzig der Aussagegehalt. Um diesen definieren zu können, sollte der Bewerbende ein klares Bild seiner eigenen Fähigkeiten und Kenntnisse vor Augen haben. Dies erreicht man, indem man eine Stärken-Analyse darüber erstellt.

Erstellung einer Stärken –Analyse

Was kann ich? Was schätzen andere Menschen an mir? Über welche Ausbildung und praktischen Erfahrungen verfügen Sie?

Was will ich? Was mache ich besonders gerne? Wollen Sie den bisherigen Beruf weiterhin ausüben oder sich nach neuen Möglichkeiten umsehen? Gibt es vielleicht besondere Fähigkeiten, die Sie immer schon einsetzen wollten bei Ihrer Arbeit? Wenn ja: jetzt ist Gelegenheit dazu!

Was braucht der Markt? Welche der vorliegenden Kenntnisse wurden zuletzt besonders von Kollegen und Vorgesetzten geschätzt? Lässt sich daraus ein Arbeitsplatz gewinnen?

Erstellt man zu nachfolgenden Eigenschaften eine Tabelle mit Bewertungsskala von 1-10 und ordnet diese danach, kann man seine eigenen Stärken klar erkennen:

  • im Team gut auskommen
  • Umgang mit Vorgesetzten
  • Probleme aufzeigen und besprechen
  • Umgang mit Kritik
  • sich gegen Widerstände durchsetzen
  • auf Unbekannte zugehen
  • Verantwortung übernehmen
  • unter Zeitdruck arbeiten
  • Entscheidungen selbst treffen
  • Abläufe organisieren
  • kurzfristig improvisieren können
  • sich auf ändernde Vorgaben einstellen / Flexibilität
  • Routinearbeiten selbständig durchführen
  • eigene Ideen vermitteln und umsetzen
  • Bewältigung der ständigen Informationsflut
  • handwerkliches Geschick und Umgang mit Maschinen
  • persönliche/telefonische Verhandlungen durchführen
  • persönliche/telefonische Beratungen durchführen
  • Bereitschaft zur ständigen Weiterbildung
  • fachlich fundiertes Detailwissen
  • sich selbst Ziele setzen und diese nachbearbeiten

Ordnet man nachfolgende Qualifikationen, in die Kategorien stark -, mittel – oder schlecht ausgeprägt, ergibt sich ein klares Bild der eigenen Fähigkeiten:

Pünktlichkeit – Zielstrebigkeit – Flexibilität – Kreativität – Belastbarkeit – Zuverlässigkeit – Teamfähigkeit – Führungskompetenz – Kontaktfähigkeit – Schnelligkeit – Genauigkeit – Analysefähigkeit – Konzentration – Konfliktfähigkeit – Ausdauer – Durchsetzungsvermögen – Kritikfähigkeit – Anpassungsfähigkeit – Selbstsicherheit – Sachlichkeit – Lernfähigkeit;

Wie weiß man, welcher Bewerbungstext gut ankommt?

Der Inhalt des Bewerbungsschreibens sollte sich aus dem Anforderungsprofil des Stellenangebotes und den Kenntnissen und Fähigkeiten des Bewerbers zusammen setzen. Das erfordert ein sorgfältiges Studium des Anzeigetextes. Man sollte sich die geforderten Kenntnisse und Fähigkeiten markieren und sein eigenes Können dann zugrunde legen. Daraus lassen sich rasch entsprechende Sätze formulieren.

Die Einleitung

In der Einleitung wird darauf Bezug genommen, wann und wo das Stellenangebot in Erfahrung gebracht wurde. Auch wenn man vom Hören-Sagen weiß, dass eine Stelle frei ist, kann man sich klar darauf beziehen.

Der Hauptteil = Bezugnahme auf das Stellenangebot mit Eigenwerbung

Um Eigenwerbung betreiben zu können, muss man sich seiner Fähigkeiten und Kenntnisse bewusst sein. Legt man die erstellte Stärkenanalyse zugrunde und fügt die Qualifikation hinzu, kann man ein klares Bild von sich als Mitarbeiter zeichnen. Wer sich dahin gehend vorbereitet ist in der Lage, im Hauptteil unter Bezugnahme auf das Anforderungsprofil entsprechende Eigenwerbung zu formulieren.

Der Abschluss – nur wer wagt gewinnt!

Hier sollte der Dienstgeber neugierig gemacht werden auf ein persönliches Gespräch. Keinesfalls ist ein/e Bewerber/in ein/e Bittsteller/in! Vielmehr bietet man seine Arbeitskraft mit all seinem Können und seiner Erfahrung an. Das sollte im gesamten Schreiben klar zum Ausdruck kommen.

Beilagen zur erfolgreichen Bewerbung

Jedenfalls sollte einer Bewerbung eintabellarischer Lebenslauf beigefügt sein.

Nicht erforderlich und zumeist auch unerwünscht ist es allerdings, zahlreiche Arbeits- und Ausbildungszeugnisse beizulegen. Aufgrund der zumeist hohen Anzahl an Bewerbungen haben Personalisten weder die Zeit noch die Muße, sich alle Unterlagen genau anzusehen. Es gilt daher: weniger ist mehr! Wer hier viel zu bieten hatte, sollte dies mit einem Satz im Hauptteil vermerken, der lauten könnte: „Bei Interesse erhalten Sie gerne ausführliche Ausbildungs-/Arbeitszeugnisse auf Anforderung.“

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass dem Bewerbungsschreiben der Lebenslauf, das höchste Ausbildungs- sowie das letzte Arbeitszeugnis beigelegt werden. Weitere Unterlagen werden lediglich angeboten, jedoch nur auf Anforderung übermittelt.

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