Das Geschäft mit der Single-Gesellschaft

Die wachsende Single-Gesellschaft wird in allen Schichten vermarktet. Auch in Zeiten der Wirtschaftskrise boomt der Markt mit Alleinstehenden. Fast 7 Millionen der Singles zwischen 18 und 40 Jahren sind unterwegs auf online-dating tour.

Das Ergebnis einer Studie, die eine der grössten deutschen Partnerbörsen in Auftrag gegeben hat, überrascht. Sie belegt und bestätigt das Fazit einer wissenschaftlichen Untersuchung, die Professor Dr. phil. habil. Karl Lenz von der Universität in Dresden durchgeführt hat. Die meisten der Singles wünschen sich sehnlichst eine Beziehung und haben sich mit ihrem Single-Dasein einfach arrangiert. Je länger die Single-Phase dauert, umso höher werden die Ansprüche an die neue Partnerschaft. Insgesamt gibt es mehr als 11 Millionen Singles. Am geringsten ist der Anteil von Singles in den Altersgruppen der 41 bis 60-jährigen. Es gibt gleich viele Single-Männer wie Single-Frauen. Auch wenn die Singles Objekt einer wissenschaftlichen Studie geworden sind, sind einige Forschungsergebnisse nicht wirklich revolutionär wie zum Beispiel:

Bindungswillige Singles sollten sich keinesfalls zurückziehen, sondern sich in ein soziales Gefüge integrieren

Man sollte offen, sensibel und kommunikationsbereit sein und für potentielle Partner ein Minimum an gemeinsamen Interessen aufbringen, beziehungsweise Spaß an gemeinsamen Unternehmungen haben. Krampfhaftes Suchen führe selten zu einer tragfähigen Beziehung. Besonders schwierig sei es für allein erziehende Frauen, deren Freizeit eh knapp bemessen sei durch die Kinder.

Die Single-Frau und der Single-Mann sind längst gesellschaftsfähig geworden.

Noch vor 100 Jahren in der guten alten Zeit wurde in höheren Kreisen eigens eine Anstandsdame engagiert, deren Aufgabe darin bestand, das Töchterchen in der Gesellschaft nicht aus den Augen zu lassen.

Haftete dem Single noch in den fünfziger Jahren das Stigma an, als „Hagenstolz“ und „alte Jungfer“ gebrandmarkt zu sein und sich in Karikaturen wiederzufinden, ist es heute trendy, sich in Singlewohnungen bei Singlebörsen nach Singlereisen und Singleescorts umzuschauen.

Ein Online-Dating Portal im Test

Eine der größten Partnerportale wirbt mit der kostenlosen Registrierung und Anmeldung. Klingt verlockend, doch nur das Aussuchen mit Flirtstatus gibt`s zum Nulltarif. Schon der Kontakt mit den potentiellen Kandidaten ist kostenpflichtig. Eine Nachricht an potentielle Kandidaten schreiben, erfordert eine kostenpflichtige Mitgliedschaft ab 30 Euro monatlich.

Man kommt sich wie der Köder an der Angel in diesem Lockangebot vor

Nach der Registrierung mit Nickname und email Adresse muß zuerst das eigene Profil angelegt werden mit eigenen Fotos und Charakterbeschreibung nebst Persönlichkeitstest. Als absoluten Clou gilt es den angeblich wissenschaftlichen Test auszufüllen, der nachfragt: Welcher Beziehungstyp sind Sie?

Wer sich dann munter durch den Kandidatenkatalog klickt, und seine Favoriten als Partner bookmarkt, bekommt den Aha-Effekt auf dem display sogleich serviert: die prozentuale Trefferquote für einen möglichen Beziehungerfolg mit dem Kandidaten als ausgeguckten Favoriten. Eine Beziehung, die im wahrsten Sinne des Wortes berechnend kalkuliert wird?! Willkommen in der high tech Welt.

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